
Präsidentschaftswahl in Kolumbien geht in die Stichwahl – Außenseiter de la Espriella liegt vor Linkem Cepeda
Der rechtsgerichtete Außenseiter Abelardo de la Espriella und der linke Senator Iván Cepeda werden am 21. Juni in einer Stichwahl gegeneinander antreten, nachdem keiner von ihnen bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag die absolute Mehrheit erreicht hatte.
Die Präsidentschaftswahl in Kolumbien geht in eine zweite Runde, nachdem bei der ersten Runde am Sonntag der rechtsgerichtete Außenseiter Abelardo de la Espriella und der linke Senator Iván Cepeda als die beiden Spitzenkandidaten hervorgingen und die ehemalige Spitzenkandidatin Paloma Valencia ausschieden.
Die Stimmenauszählung
Bei 99 Prozent ausgezählter Stimmen lag de la Espriella mit 43 Prozent vorn, während Cepeda mit 40 Prozent folgte – ein Abstand von mehr als 600.000 Stimmen. Frühere Teilergebnisse hatten de la Espriella bei 43,6 Prozent mit etwa einem Fünftel der ausgezählten Wahlurnen und bei 44,2 Prozent mit rund 63 Prozent ausgezählten Stimmen gezeigt, so das nationale Registeramt bzw. der Nationale Wahlrat. Keiner der Kandidaten überschritt die für einen direkten Sieg erforderliche 50-Prozent-Hürde, was eine Stichwahl am 21. Juni auslöste.
Keiner der Kandidaten überschritt die 50-Prozent-Hürde, die nötig gewesen wäre, um eine direkte Auseinandersetzung am 21. Juni zu vermeiden.
Die Kandidaten
De la Espriella, ein konservativer Anwalt, der noch nie ein gewähltes Amt bekleidet hatte, führte einen Außenseiter-Wahlkampf, der sich stark auf die Angst vor Kriminalität stützte und stilistisch Vergleiche mit Argentiniens Javier Milei und El Salvadors Nayib Bukele hervorrief. Cepeda hingegen ist ein erfahrener Parlamentarier, der seit 2014 dem Senat angehört und zuvor Bogotá in der Abgeordnetenkammer vertrat. Sein Vater, ebenfalls Senator und Führungsfigur der Kommunistischen Partei Kolumbiens, wurde 1994 ermordet, was weithin als ein Akt politischer Gewalt angesehen wurde.
De la Espriella, der noch nie ein gewähltes Amt bekleidet hatte, setzte in seinem Außenseiter-Wahlkampf stark auf die Angst vor Kriminalität, ähnlich wie die Überraschungskampagne des argentinischen Präsidenten Javier Milei und die harte Linie des salvadorianischen Präsidenten Nayib Bukele.
Wahlumfrage-Überraschung
Cepeda hatte in den letzten Wochen vor der Wahl die öffentlichen Meinungsumfragen durchweg angeführt. Eine Umfrage des Nationalen Beratungszentrums vom 24. Mai sah ihn bei über 33 Prozent Zustimmung, vor de la Espriellas 30,9 Prozent. Das Ergebnis der ersten Runde stellt daher ein deutliches Überperformen de la Espriellas und einen Rückschlag für Cepeda dar, auch wenn die Dynamik der Stichwahl weiterhin ungewiss ist.
- Cepeda (Umfrage)
- 33 %
- De la Espriella (Umfrage)
- 30.9 %
- Cepeda (Ergebnis)
- 40 %
- De la Espriella (Ergebnis)
- 43 %
Sicherheitsbedenken
Fragen der Sicherheit standen bei den Wählern vor der Wahl am Sonntag im Vordergrund. Bewaffnete Sicherheitskräfte und Polizei bewachten die Wahllokale im ganzen Land, während die Kolumbianer ihre Stimmen abgaben, um einen Nachfolger für Präsident Gustavo Petro zu wählen.
Was als Nächstes kommt
Die beiden Kandidaten haben nun drei Wochen Zeit, um vor der Stichwahl am 21. Juni Wahlkampf zu führen. Die Ergebnisse dürften de la Espriellas Kampagne für die Endrunde beflügeln, während Cepeda die Unterstützung der Wähler der ausgeschiedenen Kandidaten konsolidieren muss, darunter die rechtsgerichtete Senatorin Paloma Valencia, deren Hoffnungen schnell zunichte gemacht wurden, als die beiden Spitzenreiter in der Auszählung davonzogen.


