Wagenknecht fordert Höcke zu Live-Debatte heraus, nachdem dieser anbot, sie zur Thüringer Ministerpräsidentin zu wählen
BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hat den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke öffentlich zu einer Live-Debatte aufgefordert, Tage nachdem Höcke AfD-Stimmen angeboten hatte, um sie zur Ministerpräsidentin von Thüringen zu wählen.
Wagenknechts Herausforderung
BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hat den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke öffentlich zu einer Live-Debatte aufgefordert und damit einen tagelangen Schlagabtausch zwischen den beiden Politikern verschärft. In einem am Sonntagabend auf X veröffentlichten Video erklärte Wagenknecht, sie habe Höcke bereits Tage zuvor ein „sehr einfaches Angebot“ gemacht.
Sie und ich live, neutraler Moderator, keine vorbereiteten Reden.
Sie berichtete, keine Antwort von Höcke erhalten zu haben, und fragte, „was bei der AfD los ist.“ Wagenknecht merkte an, sie habe der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel bereits früher ein öffentliches Duell angeboten, die „nicht wollte.“
Höckes Angebot am Donnerstag
Die Herausforderung folgt auf Höckes Intervention am Donnerstag im internen Streit der BSW in Thüringen. Der AfD-Landesvorsitzende rief Wagenknecht auf, sich mit AfD-Stimmen zur Ministerpräsidentin von Thüringen wählen zu lassen, und erklärte in Erfurt, seine Fraktion sei bereit zu handeln.
Meine Fraktion und ich sind bereit, Ihnen den Weg zu ebnen. Lassen Sie uns politische Geschichte schreiben und die Brandmauer in Thüringen gemeinsam einreißen. Nicht irgendwann nach der Wahl in Sachsen-Anhalt, sondern jetzt sofort.
Wagenknecht lehnte das Angebot ab und nannte es „weder ehrlich noch ernsthaft.“ Sie erklärte, dass BSW-Abgeordnete im Thüringer Landtag aufgrund interner Konflikte innerhalb der Partei nicht für sie stimmen würden. Höcke griff daraufhin Wagenknechts eigene Idee auf, einen unabhängigen Kandidaten für den Posten des Ministerpräsidenten zu suchen.
Der Gegenvorschlag
Wagenknecht wiederholte ihren Vorschlag eines parteilosen Ministerpräsidenten für Thüringen, ein Konzept, das Höcke nun ebenfalls unterstütze. Sie argumentierte, Thüringen brauche eine glaubwürdige neue Regierungschefin, die das beende, was sie „Brandmauer-Wahnsinn“ nannte. Sie schlug die Live-Diskussion als Format vor, um diese Idee und ihre mögliche Anwendung in Sachsen-Anhalt zu diskutieren, wo sie möchte, dass die AfD hilft, den CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze aus dem Amt zu entfernen.
Sie, der so viel Wert auf Männlichkeit legt, wollen doch sicher nicht als Feigling dastehen.
Sie betitelte das Video auf X mit den Worten: „Trauen Sie sich?“
Der Thüringer Hintergrund
In Thüringen regiert seit der Landtagswahl 2024 der CDU-Ministerpräsident Mario Voigt in einer Dreierkoalition mit SPD und BSW, aber ohne absolute Mehrheit, angewiesen auf parlamentarische Unterstützung der Linken. Die AfD, vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft, ist die stärkste Fraktion im Landtag.
Der Thüringer Landesverband der BSW liegt im Streit mit Wagenknecht und der Bundespartei, weil der Landesverband gegen den Willen der Bundesführung Voigts Koalition beigetreten ist. Dieser interne Konflikt bildet den Hintergrund für Höckes Angebot und Wagenknechts Ablehnung.
Ausblick auf Sachsen-Anhalt
Sachsen-Anhalt wählt am 6. September einen neuen Landtag. Die AfD liegt in Umfragen bei über 40 Prozent und strebt eine absolute Mandatsmehrheit an. Die BSW kämpft mit Umfragewerten von 4 bis 5 Prozent um den Einzug in den Magdeburger Landtag. Wagenknecht argumentierte, dass die AfD mit einem parteilosen Ministerpräsidenten keine absolute Mehrheit benötigen würde, vorausgesetzt, die BSW zieht in den Landtag ein.
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