Kurz gefasst
Die seit dem 8. April bestehende Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran zerbrach, als der Iran am Sonntagabend mehr als 20 ballistische Raketen auf Israel abfeuerte.
Israelische Streitkräfte griffen in der Nacht Ziele in Teheran, Täbris und Isfahan an, mit Schwerpunkt auf Raketenabschussrampen und nichtenergetischer Infrastruktur.
Bis Montagnachmittag gab die iranische Militärführung das Ende ihrer Angriffe bekannt, drohte aber mit härteren Schlägen, falls Israel seine Operationen im Libanon fortsetze.
Der Iran rechtfertigte die Angriffe als Reaktion auf israelische Bombardierungen der südlichen Vororte Beiruts, wo die Hisbollah ihr Hauptquartier hat, und auf wiederholte Verstöße gegen die Waffenruhe im Libanon.
Präsident Trump forderte einen sofortigen Stopp der Angriffe und sagte später, beide Seiten erwögen eine Waffenruhe, während die Blockade der Straße von Hormus bestehen bleibe.
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Waffenruhe bricht zusammen
Eine Waffenruhe zwischen Israel und Iran, die seit dem 8. April Bestand hatte, brach am Sonntagabend zusammen, als der Iran einen Hagel ballistischer Raketen auf Israel abfeuerte. Israelische Armeequellen berichteten von mehr als 20 Geschossen; andere Angaben sprachen von einer ersten Salve von elf Raketen, die allesamt von der israelischen Luftabwehr abgefangen wurden. Im Norden, Süden und in der Mitte Israels heulten die Sirenen, die Bewohner wurden aufgefordert, Schutz zu suchen. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen feuerte nach Angaben eines Sprechers ebenfalls mehrere Raketen auf Israel ab.
Vergeltungsschläge
Israel antwortete in der Nacht zum Montag mit Gegenschlägen. Ziel waren nach Angaben seines Botschafters bei den Vereinten Nationen, Jechiel Leiter, Abschussrampen für Boden-Boden-Raketen sowie nichtenergetische Infrastruktur. Das iranische Staatsfernsehen berichtete von mehreren Explosionen in Teheran sowie in Täbris und Isfahan. Es kursierten nicht verifizierte Aufnahmen eines Raketeneinschlags im Westjordanland und von Schäden an petrochemischen Anlagen. Bis Montagmittag verkündeten die iranischen Streitkräfte das Ende ihrer Operationen.
„Die Islamische Republik hat Israel im Libanon eine schmerzhafte Antwort erteilt. Vor diesem Hintergrund wird die Einstellung der Operationen der Streitkräfte bekannt gegeben.“
Der libanesische Auslöser
Teheran erklärte, seine Angriffe seien eine Reaktion auf wiederholte israelische Verstöße gegen eine separate, brüchige Waffenruhe im Libanon. Israel hatte nach Beschuss durch die Hisbollah angeblich terroristische Hauptquartiere in den südlichen Vororten Beiruts angegriffen. Die schiitische Miliz, Irans wichtigster nichtstaatlicher Verbündeter, lehnte ein am vergangenen Donnerstag zwischen Israel und dem Libanon vereinbartes erneutes Abkommen über eine Waffenruhe ab und setzte ihre Angriffe fort. Die libanesische Regierung ist nicht Konfliktpartei und hat nur begrenzten Einfluss auf die Hisbollah.
Trump fordert sofortigen Stopp
US-Präsident Donald Trump forderte auf Truth Social, beide Seiten sollten die Angriffe sofort einstellen. Kurz darauf schrieb er, Israel und der Iran erwögen eine unverzügliche Waffenruhe. Die Verhandlungen für eine Friedenslösung würden fortgesetzt und sollten zügig vorankommen, fügte er hinzu. Trump erklärte zudem, die Seeblockade der Straße von Hormus bleibe bestehen.
„Die Verhandlungen für eine Friedenslösung werden fortgesetzt, und sie sollten schnell vorankommen.“
Eine angekündigte Eskalation
SRF-Korrespondenten bezeichneten den Aufflammen als eine im Voraus angekündigte Eskalation und wiesen darauf hin, dass der Iran nur Stunden nach dem israelischen Angriff auf Beirut zuschlug. Analysten vermuteten, Teheran wolle auch demonstrieren, dass seine Achse des Widerstands noch existiert, und testen, wie die Trump-Administration auf erneute Feindseligkeiten reagieren würde. Der Schlagabtausch ist der erste direkte Beschuss zwischen beiden Ländern seit Inkrafttreten der von den USA und dem Iran vermittelten Waffenruhe Anfang April, nach dem US-israelischen Krieg gegen den Iran, der am 28. Februar begann.