Prozessbeginn um massives illegales Waffenarsenal in Geheimräumen in Remscheid
Drei Männer müssen sich heute in Wuppertal vor Gericht verantworten, nachdem Ermittler eines der größten Kriegswaffenlager Deutschlands entdeckt hatten, das hinter falschen Wänden und getarnten Türen in einem Gebäude in Remscheid versteckt war.
Die Entdeckung
Zivilbeamten wurden Waffen zum Kauf angeboten, was eine Untersuchung auslöste, die ab dem 26. Oktober 2025 zu mehrtägigen Durchsuchungen führte. In einem Gebäudekomplex in der Remscheider Innenstadt fanden die Beamten zunächst ein privates Militaria-Museum und legal deaktivierte Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg. Dann entdeckten sie versteckte Nebenräume, die durch Trennwände, verdeckte Verriegelungsmechanismen und getarnte Türen geschützt waren.
Dahinter befanden sich die illegalen Sachen.
Ein weiterer Geheimraum mit 29 Maschinenpistolen und drei Panzerbüchsen wurde hinter einer Vitrine im Keller gefunden, nachdem der Hauptangeklagte dessen Existenz verraten hatte. Munition war in einem Türrahmenhohlraum versteckt. Insgesamt waren bei den Durchsuchungen rund 200 Beamte im Einsatz.
- Mehrtägige Durchsuchungen beginnen in der Remscheider Innenstadt, die ein privates Militaria-Museum und versteckte Räume aufdecken.
- Ermittler finden einen geheimen Kellerraum mit 29 Maschinenpistolen und drei Panzerbüchsen hinter einer Vitrine.
- Spezialkräfte stoppen das Auto des Hauptangeklagten auf der A1 bei Remscheid.
- Prozess beginnt am Landgericht Wuppertal.
Das Arsenal
Die Staatsanwaltschaft gibt an, der 60-jährige Hauptangeklagte habe zahlreiche Kriegswaffen, Schusswaffen und Munition zum Verkauf gelagert. Die Beute umfasste rund 300 scharfe Schusswaffen: 125 Maschinenpistolen, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen, 11 Revolver und 13 Panzerabwehrwaffen sowie fast 100.000 Schuss Munition. Die Staatsanwaltschaft bezeichnet es als einen der größten Kriegswaffenfunde in Deutschland der letzten Jahrzehnte.
- Maschinenpistolen
- 125 Stück
- Maschinenpistolen
- 67 Stück
- Pistolen
- 51 Stück
- Langwaffen
- 32 Stück
- Revolver
- 11 Stück
- Panzerabwehrwaffen
- 13 Stück
Die Angeklagten und Anklagepunkte
Allen drei Männern werden Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen. Der 60-Jährige, ein gelernter Kfz-Mechaniker mit Waffenkenntnissen, soll sechs Maschinenpistolen und einen Revolver mit Munition an den 38-jährigen Mitangeklagten verkauft haben. Dieser verkaufte einen Teil der Waffen weiter, zeitweise zusammen mit dem 35-Jährigen. Eine Werkbank und Werkzeuge, die in einem Raum gefunden wurden, deuten darauf hin, dass alte, demilitarisierte Waffen wieder funktionsfähig gemacht worden sein könnten.
Der Hauptangeklagte hat die Vorwürfe teilweise eingeräumt: Er erklärte den Ermittlern, die meisten Waffen seien Teil seiner Privatsammlung gewesen und nicht zum Verkauf bestimmt, er habe aber einige wenige Stücke verkauft. Seine Verteidiger, Bernhard Meiski und Esther Kunz, lehnten vor dem Prozess eine Stellungnahme ab.
Der Prozess
Spezialkräfte hatten das Auto des 60-Jährigen im vergangenen Jahr auf der Autobahn A1 bei Remscheid gestoppt. Heute um 9:00 Uhr beginnt der Prozess am Landgericht Wuppertal. Bis Ende September sind zehn Verhandlungstage angesetzt. Bis zum rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.


