
Volkswagen-Gewinn bricht im zweiten Quartal um 32,9 % ein, da China-Verkäufe einbrechen; Konzern senkt Jahresumsatzprognose und plant bis zu 50.000 weitere Stellenstreichungen
Der Nettogewinn fiel im zweiten Quartal auf 1,54 Mrd. €, gegenüber 2,29 Mrd. € im Vorjahreszeitraum, während die Auslieferungen in China um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge einbrachen.
## Gewinneinbruch Der Nettogewinn von Volkswagen nach Steuern fiel im zweiten Quartal 2026 um 32,9 Prozent auf 1,54 Mrd. €, gegenüber 2,29 Mrd. € im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Vorjahresquartal war bereits um 36 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2024 gefallen. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte der Konzern einen Umsatz von 158 Mrd. €, rund 300 Mio. € unter dem ersten Halbjahr 2025, während der Halbjahresgewinn um fast 12 Prozent auf 5,9 Mrd. € zurückging. Die operative Umsatzrendite für die ersten sechs Monate betrug 3,8 Prozent.
Das Umfeld für die Automobilindustrie bleibt äußerst herausfordernd: geopolitische Krisen, Handelskonflikte, hohe regulatorische Anforderungen, volatile Märkte und verschärfter Wettbewerb.
China-Auslieferungen brechen ein
Die weltweiten Auslieferungen gingen im Quartal um fast 9 Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge zurück. Die Verschlechterung konzentrierte sich auf China, wo die Verkäufe um mehr als ein Drittel auf 424.300 Einheiten einbrachen. Außerhalb Chinas war der Verkaufstrend etwas besser. Im ersten Halbjahr beliefen sich die Konzernauslieferungen auf insgesamt 4,1 Millionen Fahrzeuge, ein Rückgang von 6,3 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025.
Umsatzprognose gesenkt
Der Konzern senkte seine Jahresumsatzprognose. Statt eines Wachstums von bis zu 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet Volkswagen nun einen Umsatz zwischen einem Rückgang von 3 Prozent und Stagnation. Die Prognose für die operative Umsatzrendite wurde bei 4 bis 5,5 Prozent gehalten. CEO Oliver Blume sagte, er erwarte weiterhin ein „robustes Ergebnis über dem Vorjahresniveau“.
Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken, um unsere Kostenbasis strukturell zu senken und unsere Ertragsqualität nachhaltig zu verbessern.
Stellen- und Werksstreichungen auf dem Tisch
Das Management hat neue Sparpläne vorgelegt, die bis zu 50.000 zusätzliche Stellen weltweit und vier deutsche Werke auf den Prüfstand stellen. Diese kommen zu den bereits für den Abbau bis 2030 vorgesehenen 50.000 Stellen in Deutschland hinzu, von denen 35.000 auf die Kernmarke Volkswagen entfallen. Mehr als 37.000 Mitarbeiter haben bereits entsprechende Vereinbarungen unterzeichnet. Die Werke in Zwickau, Emden, Hannover und das Audi-Werk in Neckarsulm gelten als gefährdet.
Widerstand im Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat lehnte die neuesten Vorschläge in einer ersten Sitzung ab, wie aus Berichten hervorgeht. Das Land Niedersachsen, das 20 Prozent an Volkswagen hält und zwei Sitze im Aufsichtsrat hat, lehnt weitere Kürzungen ab, ebenso wie der Betriebsrat und die IG Metall. Zusammen mit den Arbeitnehmervertretern haben sie eine Mehrheit im Aufsichtsrat. Weitere Gespräche sind für September geplant.
Porsche trotzt dem Trend
Porsche, die Sportwagentochter des Konzerns, steigerte ihr operatives Ergebnis im ersten Halbjahr um ein Drittel auf 1,35 Mrd. €, gegenüber 1,01 Mrd. € im Vorjahreszeitraum, trotz eines weiteren Rückgangs der Auslieferungen. Der Stuttgarter Hersteller plant, nächste Woche Mitarbeiter und Öffentlichkeit über ein zweites Paket von Stellenstreichungen zu informieren. Medienberichten zufolge sollen in den kommenden Jahren mindestens 5.000 Stellen wegfallen, nachdem zuvor ein Abbau von 3.900 Stellen vereinbart wurde.
- Q2 2024
- 3.58 Mrd. €
- Q2 2025
- 2.29 Mrd. €
- Q2 2026
- 1.54 Mrd. €
- CEO Oliver Blume warnt vor Gegenwind durch Zölle, Kriege, geopolitische Spannungen und härteren Wettbewerb.
- VW meldet Auslieferungen von 4,1 Millionen Fahrzeugen im ersten Halbjahr, ein Rückgang von 6,3 % im Jahresvergleich.
- Q2-Ergebnisse veröffentlicht: Nettogewinn fällt um 32,9 % auf 1,54 Mrd. €; Jahresumsatzprognose gesenkt.
- Weitere Aufsichtsratsgespräche über neue Sparpläne nach erster Ablehnung geplant.

