
Indonesien schließt fünf Flughäfen, Aschewolke des Anak Krakatau stoppt über 200 Flüge
Die indonesischen Verkehrsbehörden haben den Betrieb an fünf Flughäfen, darunter Jakarta-Soekarno-Hatta, eingestellt, nachdem Asche des Vulkans Anak Krakatau mehr als 200 Flüge beeinträchtigt hat.
Flughafenschließungen und weitreichende Reiseunterbrechungen
Die vom Anak Krakatau freigesetzte Vulkanasche hat am Sonntag, den 6. September 2026, den Luftverkehr in Westindonesien beeinträchtigt. Die indonesischen Behörden reagierten mit der Einstellung des Betriebs an fünf Flughäfen in der Region, darunter der Soekarno-Hatta International Airport, der Jakarta bedient. Die Flughafenbetreiber setzten die Flüge zunächst für mehrere Stunden aus, bevor sie eine umfassendere Sperrung verhängten, da sich die Aschebedingungen nicht besserten. Mehr als 200 Flüge wurden von den Flugplänen gestrichen, darunter Dutzende internationale Abflüge und Ankünfte. Die plötzlichen Annullierungen ließen Tausende Reisende in den Terminals festsitzen, wo Flughafenpersonal und Transportbeamte Mahlzeiten, Getränke und Bustransporte zu Hotels in der Umgebung verteilten. Mehrere Fluggesellschaften kündigten vorübergehende Stopps für planmäßige Flüge nach Jakarta an, bis die Vulkanasche aus dem Luftraum verschwunden ist.
- Anak Krakatau beginnt mit kontinuierlichen Lavaströmen und lauten Explosionen auszubrechen
- Ein sekundärer Ausbruch von mehreren Dutzend Sekunden Dauer schleudert eine hoch aufragende Aschesäule aus
- Indonesische Behörden schließen fünf Flughäfen und planen Cloud-Seeding-Einsätze
Eruptionszeitplan und Höhe der Aschewolke
Die vulkanische Episode begann am Freitagabend, als Anak Krakatau Lava ausstieß und hörbare Explosionen über die Sundastraße hinweg zu hören waren. Der Ausbruch verstärkte sich mit einem weiteren Ausbruch am Sonntagmorgen, der mehrere Dutzend Sekunden dauerte und eine beträchtliche Aschewolke erzeugte. Nach Angaben der Meteorologiebehörde BMKG erreichten vulkanische Partikel eine Höhe von 6 Kilometern in Richtung Java. In Richtung Sumatra erreichte die Wolke eine Höhe von 15 Kilometern. Die geologische Behörde registrierte anhaltende seismische Erschütterungen, die direkt mit unterirdischen Magmabewegungen zusammenhängen, und warnte, dass der Vulkan instabil bleibt und weitere Eruptionen erzeugen kann.
- Richtung Java
- 6 km
- Richtung Sumatra
- 15 km
Regionale Auswirkungen auf Java und Sumatra
Die Ausbreitung von Vulkanasche beeinträchtigte die täglichen Aktivitäten weit über die unmittelbare Umgebung der Vulkaninsel hinaus. In der Provinz Banten auf Java und der Provinz Lampung auf Sumatra berichteten Anwohner von Hals- und Augenreizungen sowie Atembeschwerden durch den sich absetzenden Staub. Gesundheitsbehörden rieten den Bürgern in den betroffenen Bezirken, in Innenräumen zu bleiben und Schutzmasken und Brillen zu tragen. Mehrere Gemeindeverwaltungen ordneten die Schließung von Schulen an, bis die Luft wieder klar ist. Fischer in den umliegenden Küstengebieten blieben an Land, während der Fährverkehr über die Sundastraße auf normalen Routen außerhalb eines ausgewiesenen 3-Kilometer-Sicherheitsperimeters fortgesetzt wurde.
Katastrophenhilfe und Cloud-Seeding-Plan
Als Reaktion auf die atmosphärische Verschmutzung hat die indonesische Katastrophenschutzbehörde (BNPB) Cloud-Seeding-Einsätze geplant, um Niederschläge über den betroffenen Gebieten auszulösen. Die Behörden beabsichtigen, künstlichen Regen zu erzeugen, um vulkanische Partikel aus der unteren Atmosphäre auszuwaschen und normale Flugbedingungen wiederherzustellen.
Wenn der Regen stark genug ist, wird die Vulkanasche, die unseren Alltag stört, schnell weggespült.
BNPB-Chef Suharyanto forderte die Bewohner auf, sich im Freien nur eingeschränkt aufzuhalten, während die Teams die Seeding-Operation vorbereiten. Die indonesischen Notfallbehörden stellten zudem klar, dass die derzeitige Aktivität keine direkte Tsunamigefahr darstellt, und verwiesen auf den Ausbruch von 2018, der einen Tsunami mit mehr als 400 Todesopfern auslöste. Anak Krakatau, das sich im Krater des Krakatau-Ausbruchs von 1883 gebildet hat, befindet sich seit Juli auf erhöhter Alarmstufe.
