
Ehemalige Wimbledon-Siegerin Marketa Vondrousova wegen Verweigerung eines Dopingtests für vier Jahre gesperrt
Die International Tennis Integrity Agency (ITIA) hat die tschechische Spielerin Marketa Vondrousova, Gewinnerin von Wimbledon 2023, für vier Jahre gesperrt, nachdem sie im vergangenen Dezember einen Trainings-Dopingtest verweigert hatte. Ein unabhängiges Tribunal befand, dass ihre Erklärungen zu Stress, psychischen Problemen und Sicherheitsbedenken keine überzeugende Rechtfertigung darstellten.
Die Verweigerung
Am 3. Dezember 2025 gegen 20 Uhr versuchte ein Dopingkontrolleur einen Trainings-Dopingtest in Vondrousovas Haus in Prag. Sie gab keine Probe ab. Laut ITIA wurde sie benachrichtigt, verweigerte jedoch.
Die Erklärung der Spielerin
Vondrousova erklärte im April, dass sie nach monatelanger körperlicher und psychischer Belastung an einem Bruchpunkt angelangt sei. Sie schilderte, dass der Kontrolleur spätabends an ihrer Tür klingelte, ohne sich ordnungsgemäß auszuweisen, und dass sie um ihre Sicherheit fürchtete. Sie verwies auf den Angriff von 2016, bei dem ihre tschechische Kollegin Petra Kvitova nach dem Öffnen der Tür für einen Fremden eine karrierebedrohende Handverletzung erlitt. Während der Anhörung bestand sie darauf, dass Stress, psychische Gesundheit und Sicherheitsängste ihre Entscheidung beeinflusst hätten, doch das Tribunal gelangte zu dem Schluss, dass diese Gründe „keine überzeugende Rechtfertigung“ darstellten.
ITIA-Urteil und Begründung
Gemäß den Anti-Doping-Regeln wird eine Verweigerung wie ein positiver Test behandelt, um zu verhindern, dass jemand einer härteren Sanktion entgeht, indem er einfach keine Probe abgibt. ITIA-Chefin Karen Moorhouse betonte, dass Tester gut ausgebildet seien, Ausweise bei sich trügen und das Geschlecht des Begleitpersonals stets dem der Spielerin entspreche. Sportler, die unsicher seien, könnten die Identität auf andere Weise überprüfen.Unberechenbare Tests sind ein wesentliches Instrument, um den sauberen Sport zu schützen. Das unabhängige Tribunal hat diesen Grundsatz bestätigt. Dieser Fall ist eine wichtige Erinnerung daran, dass Spieler jederzeit und überall getestet werden können und dass eine Verweigerung erhebliche Risiken birgt.
Die Sperre und ihre Auswirkungen
Die mittlerweile 26-jährige Vondrousova, die auf Platz 122 rangiert, ist seit ihrem Rückzug von den Adelaide International im Januar aufgrund einer Schulterverletzung pausiert. Die Sperre läuft bis zum 21. Juni 2030, wenn sie 30 Jahre alt sein wird. Während dieser Zeit darf sie weder spielen, trainieren noch an Veranstaltungen teilnehmen, die von der ITF, WTA, ATP, den Grand Slams oder einem nationalen Verband organisiert oder sanktioniert werden.
- Dopingkontrolleur versucht Trainings-Dopingtest in Vondrousovas Haus in Prag; sie verweigert die Abgabe einer Probe.
- Vondrousova zieht sich wegen einer Schulterverletzung von den Adelaide International zurück und stellt den Wettkampf ein.
- Sie erklärt die Verweigerung auf Instagram und führt eine Angststörung, Burnout und Sicherheitsbedenken an.
- ITIA gibt eine vierjährige Sperre bekannt, die bis zum 21. Juni 2030 wirksam ist.
- Sperre endet; Vondrousova wird 30 Jahre alt sein.
Reaktionen und nächste Schritte
Die deutsche Spielerin Eva Lys reagierte scharf in den sozialen Medien. Vondrousova selbst veröffentlichte eine emotionale Nachricht auf Instagram, in der sie die Angst beschrieb, dass ihre Karriere nicht mehr in ihren eigenen Händen liege, und hinzufügte: „Die ganze Zeit hoffst du, dass die Wahrheit reicht. … Aber manchmal reicht sie einfach nicht.“ Sowohl die Spielerin als auch die ITIA haben das Recht, gegen die Entscheidung vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) Berufung einzulegen.Das ist völlig verrückt. Ich sende Marketa so viel Liebe.


