Volvo präsentiert elektrischen EX60 mit 510 PS und 800-Volt-Ladung bei polnischen Testfahrten
Volvo hat erste Straßentests des elektrischen EX60 P10 AWD in Südpolen durchgeführt, mit einer 800-Volt-Architektur, 660 km Reichweite und Software aus dem Krakauer Tech Hub.
Polnische Straßenpremiere und Software-Wurzeln
Volvo führte die ersten Fahrversuche des vollelektrischen EX60 in Südpolen durch und leitete den SUV von Krakau über Nowy Sącz in das Berggelände von Krynica-Zdrój und den Beskid Sądecki. Der Hersteller wählte Krakau für die Fahrzeugpräsentation aufgrund des Volvo Tech Hub Poland, einem 2023 eröffneten Entwicklungszentrum, in dem mehrere hundert Ingenieure Fahrerassistenzalgorithmen, Konnektivitätssysteme und Sicherheitssoftware entwickeln, die in den EX60 integriert sind. Bei den ersten dynamischen Tests auf hügeligen und bergigen Strecken durch Małopolska und Podhale verzeichnete das Fahrzeug einen durchschnittlichen Energieverbrauch von rund 18 kWh pro 100 km.
Antriebsleistung und 800-Volt-Ladung
Der getestete EX60 P10 AWD verfügt über ein Dual-Motor-Allradantriebssystem mit 510 PS und 710 Nm Drehmoment, das das Fahrzeug in 4,6 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigt. Der Antriebsstrang kombiniert einen Permanentmagnet-Elektromotor an der Hinterachse für den Dauerbetrieb mit einem Asynchronmotor an der Vorderachse. Ein 95-kWh-Akku liefert eine herstellerangegebene Reichweite von 660 km nach dem WLTP-Zyklus.
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Das Modell verwendet eine 800-Volt-Elektroarchitektur, die Gleichstrom-Schnellladung mit Leistungen von bis zu 400 kW ermöglicht. Dieses System lädt die Batterie von 10 % auf 80 % Kapazität in 18 bis 19 Minuten, während ein 10-minütiger Ladestopp eine Reichweite von bis zu 340 km hinzufügt. Die Ladeeffizienz wird durch die Breathe-Charge-Software unterstützt, die dynamische Algorithmen anwendet, um die Ladezeit um weitere 15 % zu verkürzen, ohne die Lebensdauer der Batteriezellen zu beeinträchtigen. Zur Hardware gehören ein eingebauter DC/DC-Wandler für ältere 400-Volt-Ladestationen, bidirektionale Vehicle-to-Load- und Vehicle-to-Grid-Funktionalität, ein digitaler Batteriepass mit QR-Code-Verifizierung und eine Batteriegarantie von bis zu 10 Jahren oder 240.000 km bei Wartung durch autorisierte Händler.
SPA3-Architektur und Megacasting-Produktion
Der EX60 dient als erstes Fahrzeug für die SPA3-Architektur, die von herkömmlichen Batteriepacks zu einem Cell-to-Body-Design übergeht, bei dem die Batteriezellen als struktureller Bodenbestandteil fungieren. Dieser technische Ansatz reduziert das Strukturgewicht um 70 kg und erhöht die Energiedichte um 20 % im Vergleich zur älteren SPA2-Plattform.
- Recyceltes Aluminium im Heckboden-Guss
- 50 %
- CO₂-Reduzierung im Fahrzeuglebenszyklus
- 37 %
- Energiedichtegewinn der Batterie gegenüber SPA2
- 20 %
- Ladezeitreduzierung mit Breathe Charge
- 15 %
Im Produktionswerk Torslanda führte Volvo die Megacasting-Technologie ein, um die hintere Bodenstruktur als ein einziges Aluminiumgussstück aus 50 % recyceltem Aluminium herzustellen, das Hunderte von einzelnen Schweißkomponenten ersetzt. Die Fertigungsänderung reduziert den gesamten CO₂-Fußabdruck des Fahrzeugs um 37 % auf 16 Tonnen CO₂, eine Lebenszyklusbilanz, die mit dem kompakten EX30 vergleichbar ist.
Marktpositionierung und Koexistenz mit XC60
Der elektrische SUV ist als Volumenmodell konzipiert, das die laufende Transformation der Marke finanzieren soll, und positioniert sich damit anders als das Flaggschiff EX90. Er löst den XC60 ab, der in seiner Produktionszeit mehr als 2,7 Millionen Verkäufe erzielte und damit den Volvo 240 als meistverkauftes Modell der Unternehmensgeschichte übertraf. Im Jahr 2025 blieb der XC60 mit über 230.600 Auslieferungen das meistverkaufte Fahrzeug der Marke. Anstatt den Verbrenner- und Hybrid-XC60 sofort auslaufen zu lassen, wird Volvo beide Fahrzeuge parallel verkaufen, während die Flottenelektrifizierung fortgesetzt wird.


