Mario Voigt als CDU-Landesvorsitzender in Thüringen mit 82,4 % wiedergewählt – vor dem Misstrauensvotum
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt erreichte auf einem Parteitag in Eisenach 82,4 % der Stimmen, um CDU-Landesvorsitzender zu bleiben – wenige Tage vor einem von der AfD beantragten Misstrauensvotum im Landtag.
Rückhalt auf dem Parteitag in Eisenach
Auf einem Landesparteitag in Eisenach sicherte sich Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt die Wiederwahl zum Vorsitzenden der Christlich Demokratischen Union (CDU) im Land. Voigt führt die CDU in Thüringen seit 2022 und ist seit 2024 Ministerpräsident. Ohne Gegenkandidaten erzielte der 49-jährige Landesvorsitzende 82,4 % der abgegebenen Delegiertenstimmen. Das Ergebnis bedeutet einen leichten Rückgang gegenüber seiner ersten Wahl auf den Posten im Jahr 2022, als er 84,6 % der Stimmen erhielt. In seiner Rede vor der Wahl rief Voigt die Delegierten zu innerem Zusammenhalt auf.
Senden wir ein Zeichen der Geschlossenheit.
- 2022
- 84.6 %
- 2026
- 82.4 %
Doktortitel-Aberkennung und innerer Zwiespalt
Voigt stand nach der Aberkennung seines Doktorgrades unter politischem Druck – eine Entscheidung, die bestehen blieb, nachdem die Technische Universität Chemnitz (TU Chemnitz) seinen formellen Widerspruch zurückgewiesen hatte. In seiner Rede in Eisenach räumte Voigt die Unruhe in den eigenen Reihen bezüglich der Kontroverse direkt ein. Er bezeichnete seine Lage als persönliches Dilemma, bei dem er zwischen der Verteidigung seiner wissenschaftlichen Dissertation und der Gewissheit abwägen müsse, dass politische Gegner die Sache ausnutzen würden. Die Delegierten quittierten seine Rede, in der er die Landesverwaltung als praktischen Problemlöser und die CDU als konstruktive Kraft darstellte, mit minutenlangem Applaus.
Ich weiß, dass Sie das bewegt.
Rechtsextremes Misstrauensvotum
Die parteiinterne Unterstützung erfolgt vor einer für den kommenden Freitag im Thüringer Landtag angesetzten Auseinandersetzung. Die rechtsextreme Fraktion der Alternative für Deutschland (AfD) hat einen Misstrauensantrag gegen Voigt eingebracht – den zweiten derartigen Versuch, ihn im Jahr 2026 aus dem Amt zu entfernen. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Björn Höcke berief sich auf die Doktortitel-Affäre und warf dem Ministerpräsidenten mangelnde moralische Integrität vor. Höcke kündigte an, bei der Abstimmung persönlich als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten anzutreten. Voigt wies die Herausforderung in seiner Parteitagsrede zurück und warnte vor regionaler Instabilität.
Wir werden nicht zulassen, dass Thüringen ins Chaos stürzt.
- Mit 84,6 % der Stimmen zum CDU-Landesvorsitzenden in Thüringen gewählt
- Amt als Ministerpräsident von Thüringen angetreten, führt eine Koalition aus CDU, BSW und SPD
- In Eisenach mit 82,4 % der Stimmen als CDU-Landesvorsitzender wiedergewählt
- Zweites Misstrauensvotum der AfD im Thüringer Landtag steht bevor
Koalitionsbrüchigkeit und BSW-Streit
Die Kontroverse um den Regierungschef hat die Spannungen innerhalb der Thüringer Regierungsallianz aus CDU, Sahra Wagenknecht-Bündnis (BSW) und Sozialdemokratischer Partei Deutschlands (SPD) verschärft. Die Koalition verfügt über 44 der 88 Sitze im Landtag, hat keine absolute Mehrheit und ist zur Lösung von Gesetzesblockaden auf Kompromisse mit der oppositionellen Linkspartei (Die Linke) angewiesen. Die BSW-Bundesspitze forderte ihren Thüringer Landesverband auf, die Koalition zu verlassen und die Unterstützung für Voigt zurückzuziehen. Der BSW-Landtagsfraktion und der Landesvorstand lehnten die Anordnung der Bundespartei jedoch mit großer Mehrheit ab und stimmten stattdessen für die Einberufung eines außerordentlichen Sonderparteitags.


