
Vier Schwinger teilen sich den Sieg am Brünig-Schwinget – Staudenmann vervollständigt Bergkranz-Set
Fabian Staudenmann ist in einen elitären Kreis eingetreten, indem er das Brünig-Schwinget gewann, das letzte fehlende Bergkranzfest, musste sich den Sieg aber nach einem gestellten Schlussgang mit Armon Orlik, Werner Schlegel und Matthieu Burger teilen.
Der Schlussgang
Das Brünig-Schwinget endete am 26. Juli 2026 mit einem ungewöhnlichen Resultat: Vier Schwinger teilten sich den Festsieg. Der Schlussgang stellte Schwingerkönig Armon Orlik gegen Fabian Staudenmann, doch nach 12 Minuten konnten die beiden nicht getrennt werden. Da Staudenmann der aktivere Schwinger war, sprachen ihm die Kampfrichter für das gestellte Resultat eine 9,00 zu, während Orlik nur 8,75 erhielt. Dieser Viertelpunkt Unterschied erlaubte es Staudenmann, das Defizit, mit dem er in den Gang gegangen war, aufzuholen und mit Orlik auf 57,25 Punkte gleichzuziehen. Werner Schlegel und Matthieu Burger hatten bereits dieselbe Punktzahl erreicht, sodass alle vier zu Siegern erklärt wurden.
Während des Ganges ereignete sich ein ungewöhnlicher Zwischenfall: Orliks Gürtel riss nach etwa vier Minuten, was eine kurze Unterbrechung erforderte, während ein Ersatzgürtel geholt wurde. Der Vorfall änderte nichts am Ausgang.
- Trainer Beat Schläpfer informiert Armon Orlik, dass ein Gestellter für den Sieg reicht, was eine defensive Taktik auslöst.
- Orliks Gürtel reißt, was eine kurze Pause verursacht, bevor der Gang fortgesetzt wird.
- Der Schlussgang endet unentschieden; die Kampfrichter bewerten Fabian Staudenmann mit 9,00 und Orlik mit 8,75 für das gestellte Resultat.
- Staudenmann, Orlik, Werner Schlegel und Matthieu Burger werden zu gemeinsamen Siegern erklärt, alle mit 57,25 Punkten.
Staudenmanns Meilenstein
Für Staudenmann hatte der geteilte Sieg zusätzliches Gewicht. Der 26-jährige Berner hatte zuvor jedes andere Bergkranzfest gewonnen, aber am Brünig noch nie triumphiert. Indem er endlich diesen fehlenden Titel hinzufügte, wurde er nach Martin Grab erst der zweite Schwinger in der Geschichte, der das Set aller sechs Bergkranzfeste komplettierte. Eine Woche zuvor hatte er bereits seinen zweiten Sieg auf der Rigi errungen.
Orliks taktische Umstellung
Orlik ging in den Schlussgang in der Erwartung, einen Sieg zu benötigen, doch die Situation änderte sich Momente bevor er den Sägemehlring betrat. Als Lukas Bissig Severin Schwander im vorhergehenden Gang besiegte, verschob sich die Rechnung: Ein Gestellter würde nun für Orlik ausreichen, um den Festsieg zu sichern. Trainer Beat Schläpfer eilte, um seinen Athleten zu informieren, der sich bereits aufwärmte und von der Entwicklung nichts wusste.
Ich habe mich gerade aufgewärmt und nichts mitbekommen. Das war eine tolle Teamarbeit.
Mit der neuen Rechnung im Kopf kämpfte Orlik defensiv, vermied unnötige Risiken, während Staudenmann Angriff um Angriff startete. Die differenzierte Bewertung der Kampfrichter spiegelte dieses Ungleichgewicht wider.
Schlegels Comeback und Burgers ungeschlagene Serie
Werner Schlegels Weg zum Siegerkreis war alles andere als glatt. Der 23-jährige St. Galler schien nach der vierten Runde aus dem Rennen zu sein, nachdem er gegen Michael Ledermann nur ein Gestellter erreicht und dann nach der Mittagspause eine Niederlage gegen Jonas Amrhyn erlitten hatte. Diese Niederlage war umstritten, da Schlegel nicht beide Schulterblätter im Sägemehl zu haben schien. Er erholte sich mit Stil, warf Dominik Gasser mit einem Plattwurf und kämpfte sich zurück an die Spitze.
Matthieu Burger, ein 24-jähriger aus dem Berner Seeland, blieb den ganzen Tag ungeschlagen. Seine Schlussgang-Note von 9,75 gegen Luc Bissig hob ihn auf 57,25 Punkte und zu seinem ersten Sieg an einem Bergkranzfest.
Freiburger Fest
Am selben Tag fand in Freiburg das Südwestschweizer Teilverbandsfest statt. Michael Moser dominierte das Ereignis, sein Sieg war bereits vor dem Schlussgang sicher. Die einzige Frage war, ob er sich den Sieg mit Adrian Walther teilen würde. Moser beantwortete sie nach fünf Minuten des Schlussgangs entscheidend, indem er seinen Berner Kollegen auf den Rücken warf und den Sieg allein für sich beanspruchte. Die Sieger von 2025 beider Feste, Joel Wicki (Brünig) und Joel Strebel (Südwestschweizer), waren in diesem Jahr abwesend: Wicki trat Anfang 2026 zurück, und Strebel nahm nicht teil.


