
Vier weitere Verdächtige in Marseille-Mord an Bruder von Anti-Drogen-Aktivist angeklagt, insgesamt nun 11
Die französischen Behörden haben vier weitere Personen im Zusammenhang mit der Tötung von Mehdi Kessaci im November 2025 angeklagt, womit sich die Gesamtzahl auf 11 erhöht. Bei dem Mord handelt es sich vermutlich um eine Verwechslung, die eigentlich seinem Bruder, dem Anti-Drogen-Aktivisten Amine Kessaci, galt.
Neue Anklagen
Vier neue Verdächtige, drei Männer und eine Frau im Alter von 20 bis 25 Jahren, wurden am 7. Juli wegen „Mord und versuchten Mordes in einer organisierten Bande“ und „Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung zur Vorbereitung einer Straftat“ angeklagt. Sie wurden am 30. Juni festgenommen und in Untersuchungshaft genommen. Alle waren der Justiz bereits bekannt, drei von ihnen verbüßen derzeit Haftstrafen wegen anderer Delikte.
Ermittlungszeitplan
Der Mord an Mehdi Kessaci ereignete sich im November 2025 in Marseille. Eine erste Verhaftungswelle am 23. März 2026 führte zur Festnahme von zehn Personen, sechs wurden angeklagt. Ein siebter Verdächtiger wurde am 18. Mai festgenommen. Die jüngsten Festnahmen erhöhen die Gesamtzahl der Angeklagten auf elf.
- Mehdi Kessaci in Marseille ermordet
- Erste Verhaftungswelle: 10 in Haft, 6 angeklagt
- Siebter Verdächtiger festgenommen und angeklagt
- Vier neue Verdächtige festgenommen
- Vier neue Verdächtige angeklagt und inhaftiert
Verwechslung
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Mörder Amine Kessaci, einen bekannten Umweltaktivisten und Anti-Drogen-Kämpfer, ins Visier genommen hatten, aber aus Versehen seinen Bruder töteten. Mehdi, 20, hatte keine kriminellen Verbindungen und wollte zur Polizei gehen. Er benutzte ein auf Amines Namen registriertes Telefon und nahm kurz vor dem Mord einen Anruf entgegen, der vermutlich von den Attentätern getätigt wurde, um die Identität ihres Ziels zu bestätigen.
Verbindung zur organisierten Kriminalität
Der Mord wird der DZ-Mafia zugeschrieben, einer Drogenbande aus Marseille. Drogenbedingte Gewalt forderte 2025 in Marseille 17 Todesopfer. Staatsanwältin Vanessa Perrée erklärte, die Ermittlungen hätten Beweise erbracht, die darauf hindeuten, dass die vier neuen Verdächtigen Rollen gespielt haben, die von aktiver Beteiligung an den Taten bis zur Einbindung in die Befehlskette reichen.
Ernsthafte oder übereinstimmende Umstände deuten darauf hin, dass diese vier Personen, für einige, eine aktive Rolle bei den verschiedenen Handlungen gespielt haben könnten, für andere, in der Befehlskette.


