
Deutsche Lebenserwartung erreicht 2025 neuen Höchststand, wie Bundesstatistik zeigt
Neue Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Lebenserwartung bei Geburt für Frauen im Jahr 2025 83,6 Jahre und für Männer 79,1 Jahre betrug – beides Allzeithochs.
Nationaler Rekord
Die Lebenserwartung bei Geburt in Deutschland ist 2025 auf neue Höchstwerte gestiegen, wie aus vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Mädchen, die 2025 geboren werden, können im Durchschnitt mit 83,6 Jahren rechnen, Jungen mit 79,1 Jahren. Im Vergleich zu 2022 stieg die statistische Lebenserwartung für Frauen um rund neun Monate und für Männer um fast 13 Monate. Der Anstieg spiegelt eine Erholung von der erhöhten Sterblichkeit während der Covid-19-Pandemie wider, da das Jahr 2022 mit hohen Todeszahlen aus dem für Landesdaten verwendeten Dreijahres-Berechnungsfenster herausfällt.
- 2022
- 82.85 Jahre
- 2022
- 78.02 Jahre
- 2024
- 83.43 Jahre
- 2024
- 78.85 Jahre
- 2025
- 83.6 Jahre
- 2025
- 79.1 Jahre
Regionale Unterschiede
Baden-Württemberg verzeichnete im Zeitraum 2023–2025 erneut die höchste Lebenserwartung unter den deutschen Bundesländern, mit 84,4 Jahren für neugeborene Mädchen und 80,3 Jahren für Jungen. Auch Bayern meldete Rekordwerte: Frauen 84 Jahre, Männer 79,7 Jahre. Am anderen Ende wies Sachsen-Anhalt mit 76,4 Jahren die niedrigste Lebenserwartung für Männer auf, während das Saarland mit 82 Jahren die niedrigste für Frauen hatte. Innerhalb Bayerns variierte die Lebenserwartung für Jungen um bis zu 2,3 Jahre zwischen den Regierungsbezirken, wobei Oberbayern und Schwaben über dem Landesdurchschnitt lagen und die übrigen Bezirke darunter.
- Baden-Württemberg (W)
- 84.4 Jahre
- Baden-Württemberg (M)
- 80.3 Jahre
- Bayern (W)
- 84 Jahre
- Bayern (M)
- 79.7 Jahre
- Thüringen (W)
- 83.38 Jahre
- Thüringen (M)
- 77.73 Jahre
- Sachsen-Anhalt (W)
- 82.5 Jahre
- Sachsen-Anhalt (M)
- 76.4 Jahre
- Saarland (W)
- 82 Jahre
Geschlechterunterschied schrumpft
Der Unterschied in der Lebenserwartung zwischen Frauen und Männern schrumpft weiter. In Sachsen-Anhalt beträgt die Kluft nun 4 Jahre und 7 Monate, gegenüber 5 Jahren und 7 Monaten vor zwei Jahrzehnten. Bundesweit zeigen die Zahlen für 2025, dass Frauen Männer um 4,5 Jahre überleben – ein Abstand, der sich verringert hat, da die Zuwächse bei der männlichen Lebenserwartung die der Frauen im jüngsten Zeitraum übertrafen.
Rentendebatte
Die neuen Daten kommen inmitten einer anhaltenden Debatte über die Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland. Die Rentenkommission der Bundesregierung hat vorgeschlagen, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln: Jedes zusätzliche Jahr an Lebenserwartung würde in acht Monate zusätzlicher Erwerbstätigkeit und vier Monate zusätzlichen Rentenbezugs umgesetzt werden. In Sachsen-Anhalt wären rund 36.000 im Jahr 1965 geborene Menschen die erste Kohorte, die von einer solchen Erhöhung betroffen wäre. Derzeit haben 60-jährige Männer im Bundesland eine statistische Restlebenserwartung von 20 Jahren und 5 Monaten, gleichaltrige Frauen von weiteren 25 Jahren.
Ausblick und Methodik
Die Statistiker prognostizieren in den kommenden Jahrzehnte weitere Zugewinne. Bis 2070 könnte die Lebenserwartung für Frauen 90 Jahre und für Männer 86 Jahre überschreiten, so das Statistische Bundesamt. Forscher des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung weisen jedoch darauf hin, dass sich das Tempo des Anstiegs im Vergleich zum frühen 20. Jahrhundert verlangsamt hat, als rasche Rückgänge der Kindersterblichkeit große Zuwächse bewirkten. Die amtlichen Sterbetafeln basieren auf Sterblichkeits- und Bevölkerungsdaten, die über Dreijahreszeiträume zusammengefasst werden, um zufällige Schwankungen durch Ereignisse wie Grippewellen oder die Pandemie auszugleichen.


