
Mann in Catania versucht, Partnerin während Videoanruf zu würgen – Freunde werden Zeugen und rufen Polizei; Vater hatte im April Ex-Frau erstochen
Ein 30-jähriger Mann in Catania versuchte, seine Freundin zu würgen, während sie mit Freunden per Videoanruf sprach. Die Freunde wurden Zeugen des Angriffs und riefen die Polizei. Der Vater des Tatverdächtigen hatte erst drei Monate zuvor seine Ex-Frau auf offener Straße erstochen.
Der Angriff
Ende Juni oder Anfang Juli 2026 griff ein 30-jähriger Mann in Catania seine Freundin in deren gemeinsamer Wohnung an. Die Frau befand sich in einem Videoanruf mit Freunden, als der Mann den Raum betrat und sie aufforderte, das Gespräch zu beenden und ihr Handy herauszugeben. Als sie sich weigerte, eskalierte ein verbaler Streit zu einer Todesdrohung. Die Freunde, die noch verbunden waren, hörten einen Schrei, bevor die Verbindung abbrach. Sie versuchten mehrfach zurückzurufen, erhielten jedoch keine Antwort und alarmierten daraufhin die Polizei.
Polizeieinsatz
Beamte der Fliegenden Staffel des Polizeipräsidiums von Catania trafen an der Wohnung ein und klingelten mehrere Minuten lang beharrlich, ohne dass jemand öffnete. Die Feuerwehr wurde gerufen, um die Tür aufzubrechen. In der Wohnung fanden sie Blutspuren in mehreren Räumen und Anzeichen eines Kampfes. Im Schlafzimmer stellte sich der Tatverdächtige schlafend, während das Opfer neben ihm lag, katatonisch, mit geschwollenem Gesicht und deutlichen Verletzungsspuren. Sie wurde umgehend in die Notaufnahme gebracht. Medizinische Untersuchungen ergaben Würgemale, einen Nasenbeinbruch und eine Kopfverletzung mit Hirnblutung. Sie bleibt in ernstem Zustand im Krankenhaus, schwebt aber nicht in Lebensgefahr.
Ein familiäres Muster der Gewalt
Der Vater des Tatverdächtigen, Giovanni Platania, 56, wurde am 3. April (einige Quellen nennen den 2. April) festgenommen, nachdem er seine Ex-Frau auf offener Straße im Stadtteil Picanello erstochen hatte – nur wenige Tage nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis. Die Frau überlebte nach mehreren komplizierten Operationen. Der Vater befindet sich nun in Untersuchungshaft wegen versuchten Femizids. Die Ähnlichkeit der beiden Taten hat eine erschütternde Familiengeschichte geschlechtsspezifischer Gewalt offenbart.
Vorgeschichte von Missbrauch
Der 30-Jährige hatte eine dokumentierte Vorgeschichte häuslicher Gewalt. Im Februar 2026 wurde die Polizei wegen eines Vorfalls häuslicher Gewalt in die gemeinsame Wohnung gerufen. Bereits 2023 hatte der Polizeipräsident von Catania ihm eine Verwarnung (ammonimento) wegen Gewalt gegen seine damalige Ehefrau erteilt. Freunde des aktuellen Opfers beschrieben den Mann als pathologisch eifersüchtig und kontrollierend; die Beziehung hatte weniger als ein Jahr gedauert.
Gerichtsverfahren
Die Staatsanwaltschaft von Catania ordnete über ihre Spezialeinheit für geschlechtsspezifische Gewaltdelikte die Festnahme des Mannes an. Ein Ermittlungsrichter bestätigte die Festnahme und ordnete Untersuchungshaft an. Der Fall wird nach den italienischen erschwerten Verfahren für Femizidversuche behandelt.

