
DNA-Durchbruch führt nach 32 Jahren zur Festnahme im Mordfall im Wald von Sieradz 1994
Ein 50-jähriger Mann ist wegen des Mordes an einem unbekannten Mann festgenommen worden, der 1994 in einem Wald bei Sieradz in Polen verscharrt aufgefunden wurde. Neue DNA-Tests an Beweismitteln, die drei Jahrzehnte lang gelagert waren, führten zu dem Durchbruch.
Entdeckung der Leiche
Am 14. Januar 1994 wurde in einem Wald im Kreis Sieradz in der Woiwodschaft Łódź eine teilweise vergrabene Leiche entdeckt. Das Opfer, ein unbekannter Mann, war ermordet und sein Körper unter Waldstreu versteckt worden. Die Ermittler sicherten forensische Spuren und die Kleidung des Opfers, aber die ersten Ermittlungen konnten weder das Opfer noch den Täter identifizieren. Der Fall blieb fast drei Jahrzehnte lang ungelöst.
Wiederaufnahme und DNA-Analyse
Im Dezember 2023 übernahm die Staatsanwaltschaft in Sieradz den ruhenden Fall. Der Staatsanwalt ordnete eine erneute Überprüfung der Beweise an, einschließlich der Kleidung des Opfers, die im Beweismittellager aufbewahrt worden war. Von den Kleidungsstücken wurde biologisches Material für Gentests entnommen. Im Laufe der Ermittlungen wurden sechs Gutachten vom Institut für Forensische Genetik in Bydgoszcz und vom Prof.-Jan-Sehn-Institut für Forensische Forschung in Krakau erstellt. Die fortschrittliche DNA-Analyse isolierte erfolgreich ein Profil einer Person, die mit der Tat in Verbindung steht.
- Leiche eines unbekannten Mannes teilweise vergraben in einem Wald bei Sieradz gefunden.
- Staatsanwaltschaft Sieradz nimmt den Fall wieder auf und ordnet neue DNA-Tests an.
- Gesichtsrekonstruktion des Opfers in Medien veröffentlicht.
- 50-jähriger Verdächtiger von der Einheit Archiv X festgenommen.
- Gericht ordnet dreimonatige Untersuchungshaft an.
Gesichtsrekonstruktion und öffentlicher Aufruf
Im April 2026 nutzten Experten des Krakauer Instituts den Schädel des Opfers und die in der DNA kodierten phänotypischen Daten, um eine Gesichtsrekonstruktion zu erstellen. Das Bild wurde in den Medien veröffentlicht, begleitet von einer Durchsicht Dutzender Vermisstenfälle aus den frühen 1990er Jahren. Die Ermittler stellten fest, dass sich das Opfer in den letzten Wochen seines Lebens möglicherweise im Kreis Brodnica aufgehalten hatte. Der öffentliche Aufruf führte nicht sofort zu einer Identifizierung.
Festnahme des Verdächtigen
Am 23. Juli 2026 nahmen Beamte der Kaltfall-Einheit „Archiv X“ aus Łódź auf Anordnung der Staatsanwaltschaft einen 50-jährigen Mann aus dem Kreis Brodnica fest. Er steht im Verdacht, den Mord 1993 begangen zu haben, als er 17 Jahre alt war. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme versteckte sich der Mann in einem Wald, da er wegen einer anderen Straftat gesucht wurde: eines besonders dreisten Einbruchs Anfang Juli 2026, der einen Schaden von fast 150.000 PLN verursachte. Die Polizei aus dem Polizeipräsidium Brodnica half bei der Ortung.
Untersuchungshaft und Hintergrund des Verdächtigen
Am 25. Juli 2026 gab das Bezirksgericht in Sieradz dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt und ordnete eine dreimonatige Untersuchungshaft an. Der Mann ist vorbestraft, wurde mehrfach wegen Gewaltverbrechen gegen Leib und Leben sowie Eigentumsdelikten verurteilt und hat viele Jahre im Gefängnis verbracht. Aufgrund seines Alters zur Tatzeit droht ihm eine Freiheitsstrafe von 8 bis 15 Jahren oder 25 Jahren.
Das unidentifizierte Opfer
Trotz der bahnbrechenden Festnahme bleibt die Identität des Ermordeten unbekannt. Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise, die bei der Identifizierung helfen könnten. Die Gesichtsrekonstruktion und die Durchsicht der Vermisstenfälle haben noch keinen Namen ergeben. Die Ermittlungen zur Identität des Opfers dauern an.


