
Erdbeben in Venezuela: Zahl der Todesopfer übersteigt 5.000, IWF gibt 346 Millionen Dollar für Wiederaufbau frei
Drei Wochen nach zwei schweren Erdbeben im Norden Venezuelas ist die offizielle Zahl der Todesopfer auf 5.069 gestiegen, Zehntausende werden noch vermisst und über 16.000 sind verletzt. Der IWF hat 346 Millionen Dollar für den Wiederaufbau freigegeben.
Die Erdbeben
Am 24. Juni erschütterten zwei schwere Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 den Norden Venezuelas im Abstand von nur 39 Sekunden. Die Epizentren lagen nahe dem Küstenstaat La Guaira, und in der Hauptstadt Caracas waren starke Erschütterungen zu spüren. Das doppelte Beben verursachte weitreichende Zerstörungen, ließ Gebäude einstürzen und tausende Menschen unter Trümmern zurück. Die Rettungsarbeiten begannen sofort, wobei Helfer in den folgenden Tagen mehr als 6.400 Menschen lebend aus den Trümmern bergen konnten. Seitdem wurden über 1.300 Nachbeben registriert, die die beschädigten Strukturen weiter schwächten.
Zahl der Todesopfer und Vermissten
Drei Wochen nach der Katastrophe ist die offizielle Zahl der Todesopfer laut Parlamentspräsident Jorge Rodríguez vom 17. Juli auf 5.069 gestiegen. Die Zahl erhöhte sich um 139 Todesfälle gegenüber der vorherigen Zählung, mindestens 300 Opfer sind noch nicht identifiziert. Die Zahl der Verletzten liegt bei 16.740, unverändert seit dem 5. Juli. Die Behörden haben keine offizielle Zahl der Vermissten bekannt gegeben, aber die UNO schätzte zwei Tage nach den Beben, dass bis zu 50.000 Menschen vermisst werden. Andere Prognosen gehen von etwa 10.000 aus. Rodríguez verteidigte das Vorgehen der Regierung und erklärte, man müsse Spekulationen vermeiden.
Wir dürfen nicht in Spekulationen verfallen. Wir müssen in der Realität verankert bleiben.
- Zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschüttern im Abstand von 39 Sekunden La Guaira und Caracas.
- UNO schätzt bis zu 50.000 Vermisste.
- Zahl der Verletzten stabilisiert sich bei 16.740.
- Zahl der Todesopfer erreicht 4.930.
- Zahl der Todesopfer übersteigt 5.000 bei 5.069; IWF genehmigt 346 Millionen Dollar für Wiederaufbau.
Vertreibung und Gesundheitsrisiken
Die Erdbeben haben Tausende obdachlos gemacht. Offizielle Zahlen geben 17.907 Menschen ohne Unterkunft an, während ein separates Regierungsdokument besagt, dass 21.210 in provisorischen Lagern leben. In La Guaira drängen sich fast 20.000 Vertriebene in provisorischen Lagern in Stadien, auf öffentlichen Plätzen und auf Gehwegen. Viele andere wohnen bei Verwandten oder schlafen in improvisierten Unterkünften in der Nähe ihrer beschädigten Häuser, um Plünderungen zu verhindern. Der Mangel an sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen birgt das Risiko von Ausbrüchen von Infektionskrankheiten. In La Guaira nutzen Vertriebene den Strand zum Waschen und für die Hygiene, was laut einem Arzt, der einer Kinderrechtsorganisation berichtete, das Wasser verunreinigt hat und Hautkrankheiten sowie Augenreizungen verursacht.
Schäden an der Infrastruktur
Offizielle Aufstellungen zählen 856 beschädigte Gebäude und 190 völlig eingestürzte. Ein NASA-Bericht schätzte jedoch, dass über 58.000 Bauwerke einen gewissen Schaden erlitten haben. In der Stadt Guarenas, etwa 30 Kilometer von Caracas entfernt, wurden nur 21 Gebäude inspiziert, und mehr als 15 wurden als unbewohnbar eingestuft. Mehrere Einkaufszentren, darunter kürzlich errichtete, erlitten erhebliche Schäden, und die Kirche Notre-Dame de Copacabana wurde aufgrund struktureller Probleme geschlossen. Im nahegelegenen Guatire müssen einige Gebäude abgerissen werden, da ihre Strukturen zu stark beschädigt sind, um repariert zu werden.
- Todesfälle
- 5069
- Verletzte
- 16740
- Beschädigte Gebäude
- 856
- Eingestürzte Gebäude
- 190
- Obdachlose
- 17907
Reaktion und Wiederaufbau
Am 17. Juli gab die venezolanische Regierung bekannt, dass der IWF 346 Millionen Dollar für den Wiederaufbau freigegeben hat. Anfang der Woche verabschiedete das Parlament ein Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus, wobei schätzungsweise 25.000 neue Wohnungen benötigt werden. Die Mittel sollen sowohl den unmittelbaren Unterkunftsbedarf als auch den langfristigen Wiederaufbau decken. Die Sucharbeiten in den Trümmern gehen weiter, obwohl Experten sagen, dass die Chance, Überlebende zu finden, jetzt fast gleich Null ist.


