
Bei den Doppelerdbeben in Venezuela steigt die Zahl der Todesopfer auf 5.208, während die Trümmerräumung und Tierrettungsmaßnahmen intensiviert werden
Die Zahl der Todesopfer der Doppelerdbeben, die am 24. Juni Nordvenezuela erschütterten, ist auf 5.208 gestiegen, wobei an einem einzigen Tag fast 100 neue Todesfälle verzeichnet wurden, während das Land von der Rettung zur Trümmerräumung und zum Recycling übergeht.
Zahl der Todesopfer steigt weiter
Fast einen Monat nach dem Doppelerdbeben vom 24. Juni hat die offizielle Zahl der Todesopfer 5.208 erreicht, gab der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, am Sonntag bekannt. Die Zahl stieg in den letzten 24 Stunden um 89, von 5.119 am Samstag und 4.930 am Freitag. Die Zahl der Verletzten bleibt stabil bei 16.740. Die Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 verwüsteten den Küstenstaat La Guaira nahe Caracas, wobei 856 Gebäude betroffen sind und 190 vollständig eingestürzt sind, so der jüngste Regierungsbericht.
Rettung und Vertreibung
Rettungsteams haben 6.462 Menschen lebend aus den Trümmern geborgen. Insgesamt 128.324 Familien haben Hilfe erhalten, und 21.235 Familien werden in 107 von der Regierung eingerichteten provisorischen Lagern untergebracht. Die Vereinten Nationen schätzen, dass 1,3 Millionen Menschen in den nächsten sechs Monaten Nothilfe benötigen werden, während UNICEF berichtet, dass 650.000 Menschen, darunter 230.000 Kinder, betroffen sind. Die offizielle Zahl der Vermissten wird nicht genannt, obwohl die UN zunächst von bis zu 50.000 Vermissten ausging, wobei einige Schätzungen näher bei 10.000 liegen.
Solange ich Leben und Gesundheit habe, werde ich nicht aufgeben, bis ich meine Familie gefunden habe.
Trümmerräumung und Recycling
Da die Rettungsphase ausläuft, hat sich die Aufmerksamkeit auf die Beseitigung von Trümmern verlagert. Freiwillige und bezahlte Sucher, die von wohlhabenden Familien angeheuert wurden, um Leichen zu bergen, durchkämmen nun die Ruinen. Alejandro Álvarez von der NGO Clima21 stellte fest, dass Menschen mit größerer Kaufkraft für die Bergung der Überreste von Angehörigen bezahlen. Die Behörden haben 282 eingestürzte Stockwerke als Epizentrum der Zerstörung identifiziert. Die Trümmer werden zu temporären Annahmestellen auf undurchlässigem Boden fernab des Meeres transportiert, wo sie sortiert, zerkleinert und recycelt werden. Joaquín Benítez, ein Experte für Umweltsicherheit an der Universität von Caracas, sagte, dass das zerkleinerte Material für Stadtmöbel verwendet werden kann. Die Wiederaufbauarbeiten nach dem Erdbeben in Nepal 2015, bei denen mit UN-Hilfe 90 % der Trümmer recycelt wurden, werden als Vorbild genannt.
Was zerkleinert wird, dient als Grundlage für Stadtmöbel.
- Doppelerdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschüttern Nordvenezuela und verwüsten den Staat La Guaira
- IWF gibt 346 Millionen Dollar aus Venezuelas Reserven für dringende humanitäre Bedürfnisse frei
- Offizielle Zahl der Todesopfer erreicht 5.119, mit 16.740 Verletzten und 6.462 Geretteten
- Zahl der Todesopfer steigt auf 5.208; Phase der Trümmerräumung und des Recyclings beginnt
Tierrettungseinsatz
Hunderte von Haustieren wurden aus den Trümmern geborgen. In La Guaira haben Freiwillige mit Unterstützung der Regierung ein Notfall-Tierheim eingerichtet. Maguilda Vargas, eine tierärztliche Assistentin, die das Projekt leitet, sagte, dass die meisten geretteten Tiere unter Frakturen, multiplen Traumata, Schürfwunden oder Schnittwunden leiden. Ihr Team hat bisher 18 Haustiere mit ihren Besitzern wiedervereint. Viele Menschen haben Online-Profile mit Fotos von vermissten Haustieren erstellt und teilen die Beiträge immer wieder in den sozialen Medien, in der verzweifelten Hoffnung, sie zu finden. Auch unabhängige Tierheime arbeiten daran, Erdbebenopfer wieder mit ihren Tieren zusammenzubringen.
Die meisten gefundenen Tiere sind verletzt und haben Knochenbrüche, multiple Traumata, Schürfwunden oder Schnittwunden.
Internationale Hilfe und Gesundheitsnotstand
Am Freitag hat der Internationale Währungsfonds 346 Millionen Dollar aus Venezuelas eigenen Reserven beim Fonds für dringende humanitäre Bedürfnisse freigegeben. IWF-Direktorin Kristalina Georgieva bestätigte die Auszahlung, und Präsidentin Delcy Rodríguez sagte, das Geld solle den Wiederaufbau finanzieren und betroffene Familien unterstützen. Gesundheitsorganisationen warnen, dass der Gesundheitsnotstand noch lange nicht vorbei sei, da Hunderttausende von Opfern weiterhin kein Einkommen und keine grundlegenden Dienstleistungen haben.
- Tote
- 5208 Personen
- Verletzte
- 16740 Personen
- Gerettete
- 6462 Personen


