
Italien: Vannaccis Partei erreicht 6 % und überholt die Lega – Bündnis mit Melonis rechtem Block wird „obligatorisch“
Roberto Vannaccis Futuro Nazionale hat in einer Ipsos-Umfrage erstmals Matteo Salvinis Lega überholt, erreicht 6 % der Wählerstimmen und zeichnet die Landkarte der italienischen Rechtsbündnisse neu.
Verschiebung des Gleichgewichts auf der Rechten
Fratelli d'Italia (FdI) verlor 0,6 Prozentpunkte auf 27 %, während Forza Italia bei 8,3 % stabil blieb. Die Lega verharrte bei 5,6 %, ihrem niedrigsten Stand seit Jahren. Vor diesem Hintergrund gewann Roberto Vannaccis Futuro Nazionale in einem Monat 1,2 Punkte und erreichte 6 %, womit sie die Lega überholte. Nando Pagnoncelli, Direktor von Ipsos, bezeichnete diese Überkreuzung als Premiere für die Umfragereihe seines Instituts.
Zum ersten Mal in unseren Umfragen hat Vannacci Salvini überholt.
Pagnoncelli fügte hinzu, dass Vannaccis Aufstieg von Wählern angetrieben werde, die sowohl die Lega als auch Fratelli d'Italia verlassen, mit einem kleinen Beitrag ehemaliger Nichtwähler. Die Supermedia-Umfrage von YouTrend platzierte die Lega ebenfalls auf einem Rekordtief von 6,2 %, während Futuro Nazionale auf 5,3 % kletterte, was dieselbe gravitative Verschiebung bestätigt.
- Fratelli d'Italia
- 27 %
- Partito Democratico
- 20.1 %
- Movimento 5 Stelle
- 14.3 %
- Forza Italia
- 8.3 %
- Alleanza Verdi Sinistra
- 6.2 %
- Futuro Nazionale
- 6 %
- Lega
- 5.6 %
- Azione
- 3 %
- Italia Viva
- 2 %
- +Europa
- 1.9 %
Opposition in der Lähmung
Auf der Mitte-Links-Seite war das Bild ebenso statisch. Die Demokratische Partei (PD) hielt bei 20,1 %, ihrem niedrigsten Monatswert seit einem Jahr. Die Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) sank leicht auf 14,3 % von 14,5 %. Das Bündnis Grüne und Linke (AVS) verlor 0,6 Punkte und stabilisierte sich bei 6,2 %. Kleinere zentristische Kräfte (Azione, Italia Viva und +Europa) blieben mit 3 %, 2 % bzw. 1,9 % weitgehend unverändert, wobei nur +Europa einen bescheidenen Anstieg um 0,4 Punkte verzeichnete. Diese Trägheit lässt das breite progressive Lager in einem direkten Duell vor dem traditionellen Mitte-Rechts-Block liegen, aber Analysten warnen, dass Stimmenübertragungen bei einem Wechsel von Parteiumfragen zu einer Koalitionsabstimmung nie garantiert sind.
Koalitionsarithmetik und der Vannacci-Faktor
Addiert man die drei Regierungsparteien, ergibt sich ein Stimmenanteil von 41,7 %, während eine hypothetische Mitte-Links-Allianz (einschließlich PD, M5S, AVS, Italia Viva und +Europa) 44,5 % erreichen würde. Würde die Mitte-Rechts-Koalition Vannaccis Futuro Nazionale einbeziehen, würde die Koalition auf 47,7 % steigen. Pagnoncelli betonte die strategische Implikation, selbst während er die Unsicherheit des Wählerverhaltens innerhalb einer formellen Allianz anmerkte.
Es ist offensichtlich, dass die derzeitige Mitte-Rechts-Allianz gezwungen scheint, ein Bündnis mit Vannacci einzugehen, das sie auf 47,7 % bringen würde.
In dieser Konfiguration würde Melonis Block wieder einen deutlichen Vorsprung vor der Mitte-Links-Seite erlangen, was die Partnerschaft mit dem ehemaligen General im Vorfeld des nächsten Wahlzyklus praktisch unvermeidlich erscheinen lässt. Der Corriere della Sera charakterisierte das Bündnis als „obligatorisch“, insbesondere angesichts eines anstehenden Wahlgesetzes.
Melonis Aufschwung und der Trump-Effekt
Die Umfrage verzeichnete einen bescheidenen persönlichen Aufschwung für Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, deren Zustimmungsrate von 42 % auf 44 % stieg. Die Zufriedenheit mit der Regierung stieg von 40 % auf 42 %. Mehrere Kommentatoren führten die Verbesserung auf Melonis kämpferische Reaktion auf öffentliche Angriffe des US-Präsidenten Donald Trump zurück, die in den letzten Wochen die Schlagzeilen dominierten.
Der Zusammenstoß mit Trump spielte eine gewisse Rolle bei der Erholung.
- Giuseppe Conte
- 48 %
- Antonio Tajani
- 46 %
- Elly Schlein
- 45 %
- Giorgia Meloni
- 44 %
- Roberto Vannacci
- 44 %
Unter den führenden Politikern blieb Giuseppe Conte mit 48 % der Beliebteste, vor Antonio Tajani mit 46 % und Elly Schlein mit 45 %. Vannacci gewann weiter an Boden, erreichte 44 % und zog mit Meloni selbst gleich.


