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Einzelsport·vor 3 Std.

French Open verhängt 65.000 Euro Geldstrafe gegen Adolfo Daniel Vallejo wegen sexistischer Äußerungen über Schiedsrichterin Ana Carvalho

Der paraguayische Tennisspieler Adolfo Daniel Vallejo ist mit einer Geldstrafe von 65.000 Euro belegt worden – etwa der Hälfte seines Preisgeldes bei Roland Garros – nachdem er gesagt hatte, sein Zweitrundenmatch hätte von einem Mann geleitet werden müssen.

Die umstrittenen Äußerungen

Adolfo Daniel Vallejo, der 22-jährige Weltranglisten-71. aus Paraguay, löste nach seinem zermürbenden Zweitrunden-Aus bei den French Open Empörung aus. Im Anschluss an eine fast fünfstündige Fünf-Satz-Schlacht gegen den französischen Teenager Moïse Kouame sagte Vallejo dem Tennisportal "Clay", dass "diese Art von Match von einem Mann geleitet werden muss" und dass "es für eine Frau sehr schwierig ist, das zu tun." Das Match, das mit 6:3, 7:5, 3:6, 2:6, 7:6 (8) zugunsten Kouames endete, wurde von der brasilianischen Stuhlschiedsrichterin Ana Carvalho geleitet.

Diese Art von Match muss von einem Mann geleitet werden, es ist sehr schwierig für eine Frau, das zu tun.

Vallejo führte seine Kommentare weiter aus und argumentierte, dass das tobende Heim-Publikum auf dem Court Suzanne Lenglen die Autorität eines männlichen Offiziellen erfordere. "Es muss von einem Mann geleitet werden, weil es ein sehr anspruchsvolles Publikum ist und man viel Kraft braucht, um sich gegen das Publikum zu stellen", erklärte er. Er räumte die parteiische Atmosphäre ein und sagte: "Das Publikum war sehr daneben, aber ich verstehe, dass sie ihren Landsmann unterstützen."

Die Reaktion des Turniers

Roland-Garros-Direktorin Amélie Mauresmo gab die Sanktion am Montag bekannt und bestätigte eine Geldstrafe von 65.000 Euro – etwa der Hälfte des Preisgeldes von 130.000 Euro, das Spielern für das Erreichen der zweiten Runde zusteht. Das Turnier hatte die Äußerungen zuvor als "inakzeptabel" verurteilt und eine "erhebliche Sanktion" angekündigt.

Das ist eindeutig inakzeptabel. Noch einmal: Solche Äußerungen haben hier keinen Platz.

Der Französische Tennisverband und die Organisatoren von Roland Garros gaben eine scharfe Stellungnahme ab, in der sie betonten, dass "die Kompetenz eines Schiedsrichters nicht durch sein Geschlecht bestimmt wird, sondern durch seine Professionalität und seine Fähigkeit, auf höchstem Niveau zu leiten." Sie fügten hinzu, dass "das Ergebnis eines Sportereignisses, ob positiv oder negativ, solche Äußerungen niemals rechtfertigen oder entschuldigen kann."

Vallejos Beschwerden über das Match

Über die geschlechtsspezifische Kritik an Carvalho hinaus äußerte Vallejo Frustration über das Spieltempo seines Gegners. Er beschuldigte Kouame der Zeitverschwendung und behauptete, der Franzose habe "bei vielen Gelegenheiten viel Zeit in Anspruch genommen, indem er auf dem Boden lag oder trödelte." Vallejo kritisierte auch das Verhalten des Publikums und stellte fest, dass "es nicht normal ist, dass das Publikum eine ganze Minute lang ohne Spiel schreit." Er deutete an, dass bei einem körperlich anstrengenden Match verlängerte Pausen seinen Gegner ungerechtfertigt begünstigten.

Entschuldigung und Nachwirkungen

Vallejo entschuldigte sich später für seine Kommentare in den sozialen Medien und schrieb auf Instagram, er sei nach der Niederlage "sehr verärgert und emotional aufgewühlt" gewesen. Er behauptete, seine Worte seien falsch interpretiert worden, und stellte klar, dass er Carvalho nicht für seine Niederlage verantwortlich mache, sondern erklärte, sie habe "während des gesamten Matches eine gute Leistung gezeigt." Das Turnier behielt jedoch seine Haltung bei, wobei Mauresmo wiederholte, dass sexistische Äußerungen bei Roland Garros oder im Tennis allgemein keinen Platz hätten.

Paris

8 Quellen

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