
Valencianische Regierung verabschiedet Steuersenkungen und Wohnungsreform – Zentralregierung warnt vor 'verstecktem nationalem Vorrang'
Der Consell hat am Dienstag einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der Einkommensteuersenkungen für 2,7 Millionen Steuerzahler mit strengeren Kontrollen für Sozialwohnungen bündelt. Das Wohnungsbauministerium warnte, dass das Kriterium der 'Verwurzelung' die verfassungsmäßigen Gleichheitsrechte verletzen könnte.
Was das Gesetz enthält
Am 16. Juni verabschiedete die valencianische Regierung den Entwurf des Gesetzes über steuerliche, verwaltungsrechtliche und organisatorische Maßnahmen (das 'Ley de acompañamiento' zum Haushalt 2026). Der Text senkt den autonomen IRPF-Satz in fast allen Steuerstufen, wobei mittlere und niedrige Einkommen im Fokus stehen. Der regionale Steuerbeauftragte José Antonio Rovira erklärte, dass 2,7 Millionen Steuerzahler insgesamt 160 Millionen Euro entlastet würden, wobei die größte Entlastung auf Einkommensbezieher zwischen 32.000 und 72.000 Euro falle – 'die großen Vergessenen, die Mittelschicht'.
Bei einem Haushaltseinkommen von 20.000 bis 30.000 Euro könnte die Ersparnis fast 600 Euro erreichen, bei der Einkommensgruppe von 30.000 bis 40.000 Euro fast 650 Euro. Rovira betonte, die Kürzungen seien 'perfekt vereinbar mit der Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen' und versprach weitere Senkungen im Haushalt 2027.
- 20.000–30.000 €
- 600 €
- 30.000–40.000 €
- 650 €
Strengere Kontrolle von Sozialwohnungen
Das Gesetz schreibt die Regeln für die Zuweisung von VPP-Wohnungen (viviendas de protección pública) neu. Bauträger müssen nun einen transparenten Auswahlplan vorlegen, ein Bewerbungsfenster von mindestens 30 Tagen öffnen, jedes Projekt online veröffentlichen und ein elektronisches Bewerberregister führen. Eine kollegiale Kommission in der Wohnungsabteilung wird jede Zuweisung doppelt prüfen, Einkommen und Vermögen überprüfen, bevor sie einen Verkauf oder eine Vermietung genehmigt. Camarero nannte es 'einen bedeutenden Schritt nach vorne, weil es die administrative Kontrolle über die Einhaltung der Zugangsvoraussetzungen stärkt'.
'Verwurzelung' und der Verfassungskonflikt
Ein neues optionales Kriterium erlaubt es Gemeinden, bei der Zuweisung von VPP-Wohnungen die 'fortgesetzte territoriale Bindung' – im Wesentlichen die lokale Verwurzelung – zu gewichten. Die Zentralregierung erhob Einwände und argumentierte, das Konzept komme einem 'versteckten nationalen Vorrang' gleich, der 'eine klare Bedrohung für die spanische Verfassung und ihren Artikel 14 darstelle'. Das Ministerium von Isabel Rodríguez kündigte an, die endgültige Formulierung zu 'überwachen', um die Grundrechte zu schützen.
Camarero wies jede ideologische Einordnung zurück. 'Dies ist keine ideologische Neuerung', sagte sie, 'es ist ein Verwaltungsmechanismus, der von Behörden genutzt wird, um Beihilfen und Wohnungszugang zu gewähren.' Sie betonte, dass die Maßnahme nichts mit Nationalität zu tun habe und lediglich Forderungen von Bürgermeistern aufgreife, die Grundstücke für den Vive-Plan bereitgestellt hatten.
Wir nehmen die Herausforderung der Bewohner und Bürgermeister an, die seit langem fordern, dass bei der Zuweisung von VPP-Wohnungen Menschen aus der Gemeinde Vorrang haben, so wie es einige Städte bereits in Grundstücksabtretungsverträgen mit der Generalitat festgelegt haben.
Politischer Hintergrund
Der Gesetzesentwurf kommt drei Tage, nachdem Vox einen Dreisäulenpakt mit dem Consell angekündigt hatte: 'nationaler Vorrang', Steuersenkung und Wohnungszugang. Der Haushalt selbst, der sich auf insgesamt 33.305 Millionen Euro beläuft (3,1 Prozent mehr als 2025), wurde am 29. Mai verabschiedet. Rovira rechnet damit, das Gesetz nächste Woche in Les Corts einzubringen, und hofft auf eine endgültige Verabschiedung vor der Sommerpause, möglicherweise bis zur Plenarsitzung am 21./22. Juli, auch wenn der Kalender möglicherweise verlängert werden muss.
- Vox kündigt Dreisäulenpakt mit dem Consell an: nationaler Vorrang, Steuersenkung, Wohnungszugang.
- Consell verabschiedet Haushalt 2026 (33.305 Millionen Euro, 3,1 % mehr als 2025).
- Außerordentliche Plenarsitzung verabschiedet den Entwurf des Ley de acompañamiento.
Wie es weitergeht
Der Entwurf benötigt nun obligatorische Stellungnahmen des Wirtschafts- und Sozialrates und des Consell Jurídic Consultiu, wonach die Regierung ihn als formellen Gesetzentwurf einbringen wird. Die Fraktionen haben dann die Möglichkeit, Änderungen einzubringen, wobei die Zentralregierung genau beobachtet, ob der endgültige Text nicht gegen die verfassungsrechtlichen Gleichheitsgarantien verstößt.


