
Anthony Vaccarello verlässt Saint Laurent nach einem Jahrzehnt als Kreativdirektor
Kering teilte am Freitag mit, dass der Kreativdirektor von Saint Laurent das Pariser Haus verlässt; ein Nachfolger soll bald bekannt gegeben werden. Der Bruttoumsatz der Marke sank 2024 um 9 % und 2025 um 6 %, bevor er sich in diesem Jahr weitgehend stabilisierte.
Der Abschied
Kering teilte am Freitag, dem 9. Oktober, mit, dass Anthony Vaccarello Saint Laurent nach einem Jahrzehnt als Kreativdirektor der Marke verlässt. Der belgische Designer war 2016 als Nachfolger von Hedi Slimane berufen worden. Gerüchte über seinen Ausstieg hatten sich während der Paris Fashion Week Ende September verdichtet; über den Abschied war erstmals Mitte September berichtet worden. Kering erklärte, ein neuer Kreativdirektor werde bald bekannt gegeben, doch der Name seines Nachfolgers ist noch nicht bekannt.
In der Erklärung von Saint Laurent wurde Vaccarello eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Marke zugeschrieben:
In den vergangenen zehn Jahren hat Anthony Vaccarello eine Schlüsselrolle in der Entwicklung von Saint Laurent gespielt und dazu beigetragen, die Identität und den Einfluss des Hauses in der Welt der Mode und der Kultur zu stärken.
- Anthony Vaccarello übernimmt als Kreativdirektor und tritt die Nachfolge von Hedi Slimane an
- Vaccarello präsentiert seine Kollektion für Frühjahr/Sommer 2027 in Paris unter dem Eiffelturm
- Kering gibt Vaccarellos Abschied von Saint Laurent bekannt
- Kering will die Umsatzzahlen für das dritte Quartal vorlegen
Die letzte Show
Vaccarellos letzte Kollektion wurde am 29. September in Paris vor dem Eiffelturm gezeigt. Die Präsentation für Frühjahr/Sommer 2027 umfasste 59 Looks und griff einige der repräsentativsten Stücke des Hauses auf, von Safarijacken über Bleistiftröcke bis hin zu Abendkleidern. Gold war die dominierende Farbe der Show. Charlotte Gainsbourg, eine von Vaccarellos Musen, trat während der Präsentation auf, und der Designer übergab auf dem Laufsteg einen Gegenstand an seinen Sohn. Rund um die Show gab er keine Interviews und begleitete die Kollektion mit einem persönlichen Brief. Wie der Corriere della Sera berichtete, sprach er – anders als sonst – weder vor noch nach der Show mit Journalisten.
Markenentwicklung und Kerings Talfahrt
Unter Vaccarello überschritt Saint Laurent 2023 deutlich die Marke von 3 Milliarden Euro Jahresumsatz, nachdem eine starke chinesische Nachfrage die Marke zu globaler Bekanntheit geführt hatte. Kering teilte mit, dass der Bruttoumsatz 2024 um 9 % und 2025 um 6 % zurückging, bevor er sich in diesem Jahr weitgehend stabilisierte. Die Marke expandierte zudem in die Filmproduktion, unter anderem mit dem in Cannes ausgezeichneten Emilia Pérez. Saint Laurent war die letzte Kering-Marke, die ihren Kreativdirektor behielt, nach Wechseln bei Gucci, Balenciaga und Bottega Veneta im Zuge der Luxusflaute. Die Kering-Aktie hat in diesem Jahr 31 % verloren; der Konzern legt am 22. Oktober seine Umsatzzahlen für das dritte Quartal vor.
- 2024
- -9 %
- 2025
- -6 %
Luca de Meos Umbau
Kering-Chef Luca de Meo will den Konzern nach Jahren des Niedergangs grundlegend umbauen; die Rückgewinnung von Boden in China hat oberste Priorität. Der Abschied ebnet den Weg für die neue Strategie, die de Meo verfolgt. Vaccarellos Ausstieg wurde von der Konzernführung in zurückhaltenden Worten gewürdigt. Luca de Meo sagte:
Dank seiner kreativen Vision und seines hohen Anspruchs hat er dazu beigetragen, den Einfluss eines der prestigeträchtigsten französischen Haute-Couture-Häuser zu stärken.
Cédric Charbit, Präsident und Generaldirektor von Saint Laurent, dankte Vaccarello für zehn Jahre Hingabe und dafür, dass er dazu beigetragen habe, die Begehrlichkeit und das Image des Hauses zu festigen.
Wie es weitergeht
Kering hat noch keinen Nachfolger benannt; der neue Kreativdirektor soll bald bekannt gegeben werden. Vaccarellos Stationen in der Zeitleiste reichen von seiner Berufung im April 2016 bis zur Ankündigung am 9. Oktober 2026. Die Umsatzzahlen des Konzerns für das dritte Quartal werden am 22. Oktober veröffentlicht; wann der neue Kreativdirektor seine Rolle antritt, geht aus den Artikeln nicht hervor. Die kreative Leitung von Saint Laurent geht nun an einen noch zu benennenden Nachfolger über.


