
Visegrad-Vier-Staatschefs treffen irischen Taoiseach, um EU-Budgetsicherung zu fordern und mit Vetos gegen Energieregeln zu drohen
Die Ministerpräsidenten Polens, der Slowakei, Tschechiens und Ungarns versammelten sich am 10. September 2026 auf der Burg Bratislava mit dem irischen Regierungschef Micheal Martin und gelobten, europäische Klimaregeln zu vetoieren, die die Strompreise erhöhen.
Gipfeltreffen in Bratislava und energiepolitische Warnungen
Die Ministerpräsidenten der Visegrad-Vier (Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn) kamen am 10. September 2026 auf der Burg Bratislava zusammen, gemeinsam mit dem irischen Premierminister Micheal Martin, dessen Regierung im Juli 2026 die rotierende Ratspräsidentschaft der Europäischen Union übernommen hatte. Die Slowakei, die ebenfalls im Juli 2026 die V4-Präsidentschaft übernommen hatte, war Gastgeber der Gespräche zwischen dem slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico, dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk, dem tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babis und dem ungarischen Ministerpräsidenten Peter Magyar. Hohe Stromkosten bildeten das zentrale Gesprächsthema, wobei Donald Tusk warnte, dass die mitteleuropäischen Volkswirtschaften mit einigen der höchsten Strompreise der Welt konfrontiert seien. Tusk erklärte, dass Polen und die V4-Koalition aktiv alle EU-Maßnahmen vetoieren würden, die die regionalen Energiekosten in die Höhe treiben könnten, und nannte dabei ausdrücklich die Emissionshandelssysteme ETS-1 und ETS-2.
Ob wir über ETS-1, ETS-2 oder bestimmte andere Vorschläge sprechen – alles, was das Risiko teurerer Energie für uns mit sich bringt, wird von uns blockiert.
Industrielle Wettbewerbsfähigkeit und Klimaregulierungen
Donald Tusk verband die Energiekosten direkt mit der industriellen Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union auf der globalen Bühne. Er betonte, dass die Europäische Union nicht realistisch mit den Vereinigten Staaten oder China konkurrieren könne, solange in den Mitgliedstaaten erhöhte Energiepreise bestehen. Der polnische Ministerpräsident forderte die Brüsseler Institutionen auf, naive Ansätze bei ehrgeizigen Klimapolitiken zu beenden, die die heimische Industrie und Haushalte gefährden. Tusk betonte zudem, dass jede erweiterte europäische Finanzierung keine zusätzlichen Belastungen für die arbeitenden Bürger mit sich bringen dürfe. Stattdessen forderte er die europäischen Beamten auf, Vorschläge des Europäischen Parlaments ernst zu nehmen, die Einnahmen durch Besteuerung von Kryptowährungshandel, Glücksspiel und großen Unternehmensgiganten, die Geld aus den Mitgliedstaaten abziehen, erhöhen sollen.
Verhandlungen über den EU-Haushalt 2028–2034
Die Staatschefs bewerteten die Vorbereitungen für den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union für den Zeitraum 2028–2034 und legten Micheal Martin ihre gemeinsamen Prioritäten dar. Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico bestand darauf, dass die Kohäsionsfonds und die Gemeinsame Agrarpolitik ohne Kürzungen erhalten bleiben müssen. Der ungarische Ministerpräsident Peter Magyar schloss sich der Forderung nach Agrarunterstützung und Kohäsionsfinanzierung an und erklärte, der neue Haushalt müsse für alle Mitgliedstaaten fair sein. Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis verwies auf das Gesundheitswesen als Prags wichtigstes Finanzierungsanliegen in den bevorstehenden EU-Haushaltsverhandlungen. Tusk betonte, dass die künftigen Ausgabenpläne der Europäischen Union die erheblichen finanziellen und logistischen Anstrengungen der Frontstaaten zur Sicherung der Außengrenze und zur direkten Unterstützung der Ukraine anerkennen müssten.
- Irland übernimmt die EU-Ratspräsidentschaft, während die Slowakei die V4-Führung übernimmt
- V4-Ministerpräsidenten treffen den irischen Taoiseach Micheal Martin auf der Burg Bratislava
- Zielzeitfenster für geplante V4-Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz und dem französischen Präsidenten
- Beginn des vorgeschlagenen mehrjährigen Finanzrahmens der EU 2028–2034
Wiederbelebung der Visegrad-Allianz und künftige Kontaktaufnahme
Robert Fico kündigte an, dass die regionale Partnerschaft nach früheren internen Spaltungen ihre operative Stärke wiederhergestellt habe, und stellte fest, dass die vier souveränen Regierungen gemeinsame europäische Werte und Interessen teilen. Fico erläuterte, dass die Slowakei, die bis Mitte 2027 die rotierende V4-Präsidentschaft innehat, sich auf Themen konzentriere, die die Gruppe einen, und nicht auf Fragen, die Spaltung verursachen. Der slowakische Gastgeber enthüllte Pläne zur Ausweitung der diplomatischen Kontakte: Er beabsichtige, den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz zu einem späteren V4-Treffen einzuladen und vor Ende 2026 ein Treffen mit dem französischen Präsidenten anzustreben. Donald Tusk hielt daran fest, dass die künftige Entwicklung der Europäischen Union maßgeblich von Entscheidungen in Warschau, Budapest, Prag und Bratislava geprägt werde.
Die Visegrad-Gruppe lebt wieder. Und sie ist wieder in der Lage, gemeinsame Positionen zu vertreten und die Probleme zu lösen, die vor uns stehen.


