
Pentagon setzt Alibaba, Baidu und BYD auf schwarze Liste chinesischer Militärunternehmen – scharfe Kritik aus Peking
Das US-Verteidigungsministerium hat seine Liste von Unternehmen aktualisiert, die angeblich das chinesische Militär unterstützen. Neu hinzugekommen sind der E-Commerce-Konzern Alibaba, der Suchmaschinenbetreiber Baidu und der Automobilhersteller BYD. Peking bezeichnete den Schritt umgehend als diskriminierend und forderte Washington auf, die Unterdrückung chinesischer Firmen zu unterlassen.
Die aktualisierte Liste
Das Pentagon veröffentlichte am Montag eine aktualisierte Version seiner sogenannten 1260H-Liste und bezeichnete Dutzende Unternehmen als „chinesische Militärunternehmen“, die direkt oder indirekt in den Vereinigten Staaten tätig sind. Zu den prominentesten Neuzugängen zählen Alibaba, Baidu und BYD, sowie das Biotech-Unternehmen WuXi AppTec, die Robotikfirmen RoboSense und Unitree und die Speicherchip-Hersteller CXMT und YMTC. Die erstmals 2021 erstellte Liste enthielt bereits den Drohnenhersteller DJI.
Die Unternehmen erfüllten die Kriterien für die Einstufung als chinesische Militärunternehmen und sind in den Vereinigten Staaten aktiv.
Die neue Version ersetzt eine Liste aus dem Jahr 2025. Im Februar hatte das Pentagon kurzzeitig ein Update veröffentlicht, es aber ohne nähere Erklärung zurückgezogen. Diese frühere Version hatte bereits Alibaba, Baidu, BYD und WuXi AppTec enthalten. Einige Tochtergesellschaften des staatlichen Ölkonzerns CNOOC wurden gestrichen, da sie nicht mehr in den USA aktiv sind oder umstrukturiert wurden, während eine andere CNOOC-Einheit hinzugefügt wurde.
Pekings Reaktion
Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lin Jian, forderte die Vereinigten Staaten am Dienstag auf, ihre „fehlerhaften Praktiken“ zu korrigieren und die ungerechtfertigte Unterdrückung chinesischer Unternehmen zu unterlassen. Er bekräftigte Pekings Ablehnung der Nutzung des Konzepts der nationalen Sicherheit durch Washington und der Erstellung „diskriminierender Listen unter verschiedenen Namen“.
China wird notwendige Maßnahmen ergreifen, um die legitimen Rechte und Interessen chinesischer Unternehmen energisch zu verteidigen.
Die Veröffentlichung erfolgt weniger als einen Monat nach dem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem chinesischen Führer Xi Jinping in Peking, bei dem beide Seiten einer fragilen Pause in ihrem Handelsstreit zustimmten. Xi ist für diesen Herbst zu einem offiziellen Besuch in den Vereinigten Staaten auf Einladung Trumps vorgesehen.
Reaktionen der Unternehmen
Mehrere betroffene Firmen wiesen die Einstufung durch das Pentagon zurück. Baidu bezeichnete die Behauptung, ein Militärunternehmen zu sein, als „völlig unbegründet“ und kündigte an, alle Mittel zur Streichung von der Liste zu nutzen. Alibaba erklärte, weder ein chinesisches Militärunternehmen zu sein noch an einer zivil-militärischen Fusionsstrategie beteiligt zu sein, und kündigte an, alle möglichen rechtlichen Schritte gegen das, was es als Desinformation bezeichnete, einzuleiten.
Alibaba ist weder ein chinesisches Militärunternehmen noch an einer zivil-militärischen Fusionsstrategie beteiligt. Wir werden alle möglichen rechtlichen Schritte gegen jeden Versuch unternehmen, Desinformation über uns zu verbreiten.
WuXi AppTec bezeichnete seine Aufnahme als „eindeutig fehlerhaft“ und kündigte an, umgehend Schritte dagegen einzuleiten.
Praktische Auswirkungen
Die Einstufung hat keine direkten Sanktionen zur Folge. Ein neues Gesetz wird es dem Verteidigungsministerium jedoch in den kommenden Jahren verbieten, Verträge mit den gelisteten Unternehmen abzuschließen oder von ihnen zu beschaffen, wobei die Beschränkungen ab 2027 auf indirekte Akquisitionen ausgeweitet werden. Die Liste dient auch als Warnung für Pentagon-Zulieferer und andere US-Regierungsbehörden. Nigel Peh, Portfoliomanager bei Timefolio Asset Management, sagte gegenüber Bloomberg, der Schritt sei in erster Linie geopolitischer Natur und die Auswirkungen auf das Geschäft der Unternehmen seien begrenzt.
Ich denke, das ist einfach ein geopolitischer Schachzug. Grundsätzlich sind die Auswirkungen auf das Geschäft dieser Unternehmen begrenzt.
Einige chinesische Unternehmen haben in der Vergangenheit bereits gegen ihre Aufnahme in die Liste geklagt.
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