Diplomatie · Washington, D.C., Berlin und Brüssel

USA leiten Handelsuntersuchung zu deutscher Arzneimittelpreisgestaltung ein, drohen mit neuen Zöllen

Der US-Handelsbeauftragte hat eine Section-301-Untersuchung eingeleitet, ob Deutschland für innovative Arzneimittel zu wenig zahlt, was zu Strafzöllen führen könnte. Kanzler Merz besteht darauf, dass die Angelegenheit rein innerstaatlich ist, und erwartet, dass die USA den frisch ratifizierten EU-US-Handelsvertrag einhalten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Frankfurter Allgemeine, LesEchos.fr, Handelsblatt und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

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Kurz gefasst

Washington, D.C., Berlin, Brüssel · Vereinigte Staaten, Deutschland, Belgien
Wie es dazu kam
  1. 19.06.US-Handelsbeauftragter leitet Section-301-Untersuchung zu deutschen Arzneimittelpreisen ein.
  2. 25.06.Öffentliche Kommentierungsfrist für die Untersuchung beginnt.
  3. 1.09.Section-301-Ausschuss hält eine öffentliche Anhörung ab.

US-Handelsuntersuchung zielt auf deutsche Arzneimittelpreise

Der US-Handelsbeauftragte (USTR) leitete am 19. Juni 2026 eine Section-301-Untersuchung zu den deutschen Arzneimittelvergütungspraktiken ein. Der USTR, Jamieson Greer, erklärte, die Untersuchung werde prüfen, ob „die anhaltende Unterbezahlung innovativer Arzneimittel durch Deutschland unangemessen oder diskriminierend ist und den US-Handel belastet oder einschränkt.“ Die Untersuchung folgt auf monatelange Gespräche mit deutschen Beamten, die die Bedenken Washingtons nicht ausräumen konnten.

„Präsident Trump hat klargestellt, dass amerikanische Patienten keinen unverhältnismäßigen Anteil der globalen F&E-Kosten für Arzneimittel tragen sollten.“

Jamieson Greer, US-Handelsbeauftragter

Washington argumentiert, dass US-Verbraucher viel höhere Preise für verschreibungspflichtige Medikamente zahlen als ihre deutschen Pendants und damit effektiv die globale Innovation subventionieren. Laut OECD-Daten, zitiert vom Handelsblatt, lagen die Pro-Kopf-Arzneimittelausgaben in Deutschland 2023 bei 1.158 US-Dollar, verglichen mit 1.713 US-Dollar in den Vereinigten Staaten.

Deutsche Gesundheitsreform schürt den Streit

Die Untersuchung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Berlin ein Gesetz zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen vorantreibt, bekannt als GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz. Das von Gesundheitsministerin Nina Warken vorangetriebene Gesetz sollte ursprünglich Einsparungen in Höhe von 16,3 Milliarden Euro erzielen, indem die Kürzungen auf Krankenhäuser, Ärzte, Patienten und Pharmaunternehmen verteilt werden. Greer zeigte sich besonders alarmiert über Berichte, wonach Deutschland das Gesetz beschleunigt, und nannte es „einen ernsthaften Rückschritt zu einer Zeit, in der unsere Handelspartner mehr tun und ihren fairen Anteil zahlen müssen.“

Pro-Kopf-Arzneimittelausgaben$
Vereinigte Staaten
1713 $
Deutschland
1158 $

Daten aus dem Artikeltext

Merz wehrt sich und besteht auf innerstaatlicher Angelegenheit

Nach einem EU-Gipfel in Brüssel am 19. Juni wies Bundeskanzler Friedrich Merz die Vorwürfe zurück. „Ich gehe davon aus, dass die Vereinigten Staaten sich an die Vereinbarung halten, die wir haben“, sagte Merz. Er betonte, dass „die Erstattung moderner, innovativer Arzneimittel durch unsere Krankenkassen eine nationale Verantwortung“ und eine „rein interne Angelegenheit“ sei. Er bot an, US-Beamten Informationen zur Verfügung zu stellen, beharrte jedoch darauf, dass das Preissystem im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung liege.

„Wenn Amerika Informationen darüber wünscht, geben wir diese selbstverständlich gerne. Aber dies ist eine Frage unseres Erstattungssystems im rechtlichen Rahmen der Krankenversicherung und als solche eine rein innerstaatliche Angelegenheit.“

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Spannungen belasten frisch ratifizierten Handelsvertrag

Die Eskalation erfolgt nur wenige Tage nachdem das Europäische Parlament am 16. Juni für die Ratifizierung eines Wirtschaftsabkommens mit den USA gestimmt hat, das die US-Zölle auf die meisten EU-Waren auf 15 % begrenzt. Im Gegenzug verpflichtete sich Brüssel, Zölle auf Industrieimporte einschließlich Autos und Maschinen abzuschaffen. Der EU-Rat muss noch endgültig zustimmen, und das Parlament fügte Notfallklauseln ein, die Vergeltungsmaßnahmen erlauben, falls Washington wieder höhere Zölle verhängt.

Was als Nächstes kommt

Der Section-301-Ausschuss wird am 25. Juni eine öffentliche Kommentierungsfrist eröffnen, gefolgt von einer öffentlichen Anhörung im September 2026. Sollte die Untersuchung die deutschen Maßnahmen als unfair einstufen, könnten die USA Strafzölle verhängen, die den transatlantischen Handel stören. Greer verwies auf eine kürzlich getroffene US-UK-Vereinbarung als Modell zur Lösung des Ungleichgewichts und forderte Berlin zu konstruktiven Verhandlungen auf.

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