
US-Militär deaktiviert unter palauischer Flagge fahrenden Tanker im Golf von Oman – Blockade-Durchsetzung eskaliert; Indien protestiert nach Besatzungsopfern
US-Streitkräfte haben am 9. Juni den Maschinenraum des unter palauischer Flagge fahrenden Tankers M/T Settebello im Golf von Oman beschossen, nachdem dieser angeblich versucht hatte, iranisches Öl unter Verstoß gegen eine von den USA verhängte Blockade zu transportieren. Mindestens ein Besatzungsmitglied kam ums Leben, zwei bis drei werden vermisst, was einen scharfen Protest Indiens auslöste, dessen Staatsangehörige zu den Geretteten gehörten.
Der Angriff
Am 9. Juni um 23:14 Uhr Ortszeit beschossen US-Streitkräfte den Maschinenraum des unter palauischer Flagge fahrenden Chemie- und Öltankers M/T Settebello im Golf von Oman, 20 Seemeilen nordöstlich von Sohar, Oman. Die Flugzeuge setzten Präzisionsmunition ein, nachdem die Besatzung wiederholt Anweisungen nicht befolgt hatte, so das US-Zentralkommando (CENTCOM). Der Angriff legte das Navigationssystem des Schiffes lahm. Es war der zweite derartige Deaktivierungseinsatz innerhalb von zwei Tagen.
Blockade-Durchsetzung
Der Angriff ist Teil einer US-Marineblockade gegen iranische Ölexporte, die am 13. April begann. CENTCOM-Daten zufolge haben US-Streitkräfte seit Beginn acht nicht konforme Schiffe deaktiviert, 134 Schiffe, die sich Inspektionen unterzogen, umgeleitet und 42 humanitäre Hilfslieferungen passieren lassen. Die Settebello soll angeblich versucht haben, Öl aus dem Iran zu transportieren.
- USA verhängen Seeblockade gegen iranische Ölexporte.
- Erster einer Reihe von Deaktivierungsangriffen auf nicht konforme Tanker (genaue Details nicht bekannt gegeben).
- US-Flugzeuge greifen M/T Settebello an und deaktivieren es wegen Nichtbefolgung.
- Deaktivierte nicht konforme Schiffe
- 8 Schiffe
- Umgeleitete konforme Schiffe
- 134 Schiffe
- Humanitäre Durchfahrten erlaubt
- 42 Schiffe
Opfer und diplomatische Folgen
Erste Berichte des UK Maritime Trade Operations (UKMTO) deuteten auf ein Feuer im Maschinenraum hin, wobei eine Person getötet und zwei Besatzungsmitglieder vermisst wurden. Indische Behörden bestätigten später, dass 21 der 24 indischen Staatsangehörigen an Bord (von insgesamt 28 Besatzungsmitgliedern) gerettet wurden, während zwei bis drei weiterhin vermisst werden. Das indische Außenministerium bestellte den US-Geschäftsträger Jason Mix ein, um scharfen Protest gegen den Angriff auf ein Handelsschiff einzulegen.
Wir haben den amerikanischen Geschäftsträger einbestellt und scharfen Protest gegen den Angriff auf das Handelsschiff eingelegt.
Die maritime Sicherheitsfirma Ambrey bewertete den Vorfall als wahrscheinliche Folge der US-Blockadeoperationen und wies darauf hin, dass Besatzungen zuvor gewarnt worden seien, sich vor solchen Angriffen am Bug zu versammeln.
Dies war wahrscheinlich eine Folge von US-Operationen zur Blockade iranischer Häfen. In der Vergangenheit waren Besatzungen gewarnt worden, sich vor einem Angriff auf das Heck am Bug des Schiffes zu versammeln.
Weitere regionale Spannungen
Die Straße von Hormus und die umliegenden Gewässer sind seit einem Waffenstillstand im April 2026 Schauplatz erhöhter Spannungen. Sowohl US- als auch iranische Streitkräfte haben Handelsschiffe angegriffen, und Tausende von Schiffen liegen in der strategischen Wasserstraße still, während beide Seiten rivalisierende Blockaden durchsetzen.


