
USA greifen iranische Drohnenstellung nahe Bandar Abbas trotz Waffenruhe und Verhandlungen an
Das US-Militär hat eine iranische Stellung nahe Bandar Abbas angegriffen und vier Drohnen abgeschossen. Die USA bezeichnen die Aktionen als defensiv und zielen darauf ab, die fragile Waffenruhe zu erhalten.
Die Angriffe
US-Streitkräfte haben nach Angaben eines US-Vertretungsbeamten, die von mehreren Medien zitiert wurden, eine iranische Militäranlage nahe Bandar Abbas an der Straße von Hormus angegriffen. Ziel war eine Stellung, die zur Kontrolle von Drohnen genutzt wurde, die eine Bedrohung für US-Streitkräfte und die Handelsschifffahrt darstellten. Zusätzlich zum Bodenangriff fing das US-Militär vier iranische Drohnen ab und schoss sie ab. Der Beamte erklärte, die angegriffene Stellung habe gerade eine fünfte Drohne starten wollen, als sie getroffen wurde.
Diese Aktionen waren zurückhaltend, rein defensiv und zielten darauf ab, die Waffenruhe zu erhalten.
Iranische Berichte
Kurz vor den US-Medienberichten meldete die iranische staatliche Nachrichtenagentur Fars auf Telegram, dass östlich von Bandar Abbas drei Explosionen zu hören gewesen seien. Die Agentur berichtete, dass die Luftabwehr in dem Gebiet aktiviert worden sei. Bandar Abbas, die Hauptstadt der Provinz Hormozgan, gilt als eines der wichtigsten militärischen Zentren Irans in der Golfregion und entlang der Straße von Hormus. Der genaue Ort und das volle Ausmaß der Vorfälle blieben zunächst unklar.
Waffenruhe unter Druck
Seit Anfang April gilt eine Waffenruhe, die jedoch wiederholt auf die Probe gestellt wurde. Erst wenige Tage zuvor hatten beide Seiten in derselben strategischen Wasserstraße aufeinander geschossen. Der von CBS News zitierte US-Vertretungsbeamte betonte, dass der Waffenstillstand weiterhin in Kraft sei. Der Krieg selbst begann am 28. Februar, als die USA gemeinsam mit Israel Militäroperationen gegen Iran starteten.
- USA und Israel beginnen Militäroperationen gegen Iran
- Waffenruhe tritt in Kraft
- Gegenseitige Angriffe nahe der Straße von Hormus gemeldet
- USA greifen iranische Drohnenstellung nahe Bandar Abbas an und schießen vier Drohnen ab
Trumps Frustration
Präsident Donald Trump zeigte sich unzufrieden mit dem Tempo der Verhandlungen zur Beendigung des drei Monate andauernden Konflikts. Während einer Kabinettssitzung im Weißen Haus räumte er ein, dass Iran einen Deal erreichen wolle, sagte aber, die USA seien mit dem jüngsten Angebot Teherans noch nicht zufrieden. Trump wiederholte sein Ultimatum: Entweder werde ein Abkommen geschlossen, oder die USA würden die Sache „einfach zu Ende bringen".
Sie wollen unbedingt einen Deal machen.
Er wies auch die Vorstellung zurück, dass die anstehenden Halbzeitwahlen im November ihn zu einer raschen Einigung drängen würden. Er verspüre keinen Zeitdruck, und die iranische Führung habe sich geirrt, falls sie das Gegenteil glaube. Trump hatte ursprünglich vorhergesagt, der Krieg werde etwa vier Wochen dauern; inzwischen hat er sich auf drei Monate ausgedehnt.
Strategischer Engpass
Die Straße von Hormus bleibt der Brennpunkt der militärischen Spannungen. Die USA begründeten die Angriffe damit, sowohl ihre eigenen Streitkräfte als auch die Handelsschifffahrt durch die enge Wasserstraße zu schützen, durch die ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels fließt. Die wiederholten Gefechte rund um Bandar Abbas unterstreichen die Volatilität der Waffenruhe und die hohen Risiken für die maritime Sicherheit im Golf.


