
Hegseth startet 'NATO 3.0'-Überprüfung der US-Stützpunkte in Europa, knüpft Beiträge an Verteidigungsausgaben der Alliierten
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte eine sechsmonatige Pentagon-Überprüfung der amerikanischen Stützpunkte und Truppenpräsenz in Europa an, die als 'NATO 3.0' bezeichnet wird, und warnte die Alliierten, dass künftige US-Beiträge davon abhängen, ob das auf dem Gipfel in Den Haag vereinbarte Ziel von 5 % des BIP für Verteidigungsausgaben erreicht werde.
Die NATO-3.0-Überprüfung
Hegseth kündigte die Überprüfung am Donnerstag auf einer Tagung der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel an und bezeichnete sie als Schritt hin zu einer 'ausgewogenen Allianz, in der Europa die Führung bei seiner eigenen Verteidigung übernimmt'. Die Überprüfung wird die US-Truppenstärke, den Zugang zu Stützpunkten und Überflugrechte untersuchen und die Zusammenarbeit mit dem US European Command sowie Konsultationen mit dem Kongress und den Alliierten umfassen. Er sagte, der Prozess könne bis zu sechs Monate dauern und werde eine 'echte Überprüfung' sein, bei der einige Länder 'durchfallen und andere mit Bravour bestehen'.
Wir verdoppeln unsere Anstrengungen, um die NATO zu dem zu machen, was sie immer hätte sein sollen: eine ausgewogene Allianz, in der Europa die Führung bei seiner eigenen Verteidigung übernimmt, 'NATO 3.0'. Und um dieses Ziel Wirklichkeit werden zu lassen, kündige ich heute eine sechsmonatige Überprüfung des Kriegsministeriums an, die die Truppenpräsenz und Stützpunkte der Vereinigten Staaten in Europa untersuchen wird.
Heftige Reaktion auf Einschränkungen der Alliierten bei Iran-Operationen
Hegseth kritisierte direkt die europäischen Alliierten, die den USA die Nutzung von Stützpunkten und Luftraum während des Militärfeldzugs gegen den Iran verweigerten. Er bezeichnete ihr Vorgehen als 'beschämend' und sagte, es habe amerikanische Soldaten in Gefahr gebracht und es gebe dafür keine Entschuldigung. Spanien schloss seinen Luftraum und blockierte die Nutzung der Stützpunkte Rota und Morón für die Operation Epic Fury; ähnliche Einschränkungen kamen aus Großbritannien, Frankreich und Italien. Die Überprüfung zielt darauf ab, sicherzustellen, dass der US-Zugang zu Stützpunkten und Überflügen 'klar abgegrenzt und gesichert' ist.
Es war beschämend. Diese Alliierten haben die Söhne und Töchter der Vereinigten Staaten, unsere Söhne und Töchter, in Gefahr gebracht. Dafür gibt es keine Entschuldigung.
Bedingungen für Verteidigungsausgaben
Hegseth knüpfte künftige US-Beiträge an die NATO direkt daran, dass die Alliierten das auf dem Gipfel in Den Haag im letzten Jahr vereinbarte Ziel von 5 % des BIP für Verteidigungsausgaben bis 2035 erreichen. Die USA zahlen derzeit rund 790 Millionen Dollar jährlich für die Betriebskosten der NATO. Er erklärte, wenn die Alliierten nicht dringend Geld ausgäben, würden Washingtons Beiträge proportional sinken. Alle 32 Mitglieder erreichten 2024 das vorherige 2-Prozent-Ziel, aber nur eine Handvoll ist auf dem Weg zum 5-Prozent-Ziel, wobei Spanien es offen ablehnt.
Wo immer andere Alliierte nicht mit Dringlichkeit ausgeben, werden unsere Beiträge schrumpfen.
Europäische Alliierte bereiten sich auf die US-Verlagerung vor
Europäische Alliierte arbeiten bereits daran, die US-Konventionellenkräfte zu ersetzen, die in andere Regionen wie den Indopazifik umverlegt werden. NATO-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnete die US-Anpassung als 'Zeichen des Erfolgs' und sagte, es sei logisch, dass Europa mehr von seiner eigenen Verteidigungslast schultert. Die Umverteilung wird schrittweise erfolgen und wird die US-Atomfähigkeiten in Europa nicht beeinträchtigen, die weiterhin unter Washingtons Kontrolle bleiben.
Es ist völlig logisch, dass die Europäer einen größeren Teil der Last übernehmen. Es ist etwas Besonderes, dass wir immer noch so viel Hilfe von einem anderen Land brauchen, das acht Flugstunden entfernt ist, mit 350 Millionen Menschen, um uns gegen 140 Millionen zu verteidigen.
Zeitleiste der entscheidenden Daten
- Hegseth kündigt sechsmonatige Überprüfung der US-Stützpunkte in Europa an
- NATO-Gipfel der Staats- und Regierungschefs beginnt in Ankara, um Lastenteilung zu thematisieren


