
US-Repräsentantenhaus verabschiedet Gesetz über 100% Zölle auf Käufer von russischem Öl, während Indien Importe verteidigt
Das US-Repräsentantenhaus hat ein Gesetz verabschiedet, das 100% Zölle auf Käufer von russischem Öl ermöglicht. Neu-Delhi warnte, dass die Strafen die bilateralen Beziehungen und die globale Energiesicherheit beeinträchtigen würden.
Repräsentantenhaus verabschiedet Gesetz über Sekundärsanktionen
Das US-Repräsentantenhaus verabschiedete am Mittwoch mit 262 zu 150 Stimmen den Lindsey O. Graham Sanctioning Russia and Iran Act of 2026. Die Demokraten im Repräsentantenhaus brachen mit der Parteiführung und schlossen sich bis auf sieben Republikaner der Zustimmung zu dem Gesetz an. Das Gesetz ermächtigt Präsident Donald Trump, Zölle von bis zu 100% auf Länder zu erheben, die russisches Öl und Gas importieren, mit Schwerpunkt auf China und Indien. Es weitet auch die Sanktionen gegen den Iran aus, zielt auf russische Verteidigungssektoren und hochrangige Beamte, darunter Wladimir Putin, und bestraft Moskaus Schattenflotte von Tankern. Eine Ausnahme gilt für Länder, die weniger als 15% der russischen Erdgasexporte importieren. Das Gesetz geht nun an Donald Trump zur Unterzeichnung.
- Dafür
- 262 Stimmen
- Dagegen
- 150 Stimmen
Zollfristen und Warnungen aus dem Kongress
Nach den gesetzlichen Bestimmungen erhalten die betroffenen Länder normalerweise 180 Tage Zeit, um Bedingungen auszuhandeln oder die russischen Energieimporte zu reduzieren, bevor die Strafen in Kraft treten. Das Gesetz erlaubt dem Präsidenten, diese Frist nach eigenem Ermessen zu verkürzen. Die Sanktionsbestimmungen zielen auch ausdrücklich auf ältere Schiffe in Russlands maritimem Logistiknetzwerk ab, die die westlichen Preisobergrenzen umgehen. Nach der Abstimmung im Plenum richtete der demokratische Senator Richard Blumenthal eine direkte Warnung an die Käufer in Asien.
China und Indien, ihr solltet euer Öl und Gas besser woanders kaufen.
Indien verteidigt Energiesicherheit und souveränen Handel
Das indische Außenministerium reagierte am Donnerstag und erklärte, Neu-Delhi habe bereits in den Vormonaten direkt bei US-Beamten Einwände erhoben. Indische Beamte betonten, dass Strafzölle die bilateralen Beziehungen zwischen Washington und Neu-Delhi schädigen und die globalen Energiemärkte destabilisieren würden. Das Ministerium bekräftigte, dass Indien weiterhin Energie aus diversifizierten Quellen auf der Grundlage der Marktdynamik beschaffen werde, um seine Bevölkerung zu versorgen.
Indien bleibt fest entschlossen, die Energiesicherheit für seine 1,4 Milliarden Menschen zu gewährleisten. Es wird dies weiterhin durch diversifizierte Beschaffung und auf der Grundlage sich entwickelnder Marktdynamiken tun.
Das Ministerium erklärte, die indische Regierung werde mit inländischen Handels- und Industrieverbänden zusammenarbeiten, um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Gesetzes zu bewältigen.
Russlands Dominanz bei indischen Rohöllieferungen
Daten des Centre for Research on Energy and Clean Air zeigen, dass China und Indien zusammen 87% der russischen Rohölexporte zwischen Dezember 2022 und August 2026 ausmachten. Zahlen der Global Trade Research Initiative deuten darauf hin, dass Russland im Geschäftsjahr 2026 30,3% der indischen Rohölimporte lieferte, was 40,8 Milliarden US-Dollar von insgesamt 134,7 Milliarden US-Dollar Rohölimportrechnung entspricht. Im Juli machte russisches Rohöl über 50% der gesamten indischen Importe aus und übertraf damit die kombinierten Lieferungen der Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabiens, Venezuelas, Brasiliens, Omans und der Vereinigten Staaten. Indische Raffinerien hatten zuvor im März 2,25 Millionen Barrel pro Tag an russischen Rohölimporten erreicht.
- China
- 50 %
- Indien
- 37 %
- Türkei
- 5 %
- Europäische Union
- 5 %
Ajay Srivastava, ein ehemaliger indischer Handelsbeamter und Leiter der Global Trade Research Initiative, bewertete die diplomatischen und wirtschaftlichen Spannungen.
Das Gesetz ist ein plumper und gefährlicher Versuch, Indien unter Druck zu setzen, das bilaterale Handelsabkommen zu einseitigen Bedingungen zu unterzeichnen. Indien kauft russisches Öl, um bezahlbare Energie für 1,4 Milliarden Menschen zu sichern, nicht um Krieg zu finanzieren, und diese Käufe haben zur Stabilisierung der globalen Versorgung und Preise beigetragen.

