Sicherheit · Fleurance, Nanterre und Alexandria
US-Behörde zum Schutz von Kindern warnte Frankreich bereits 2023 vor Lyhanna-Mordverdächtigem – französische Polizei unternahm nichts
Jahre vor dem Mord an der elfjährigen Lyhanna sandte das National Center for Missing and Exploited Children mehrere Hinweise an die französischen Behörden über Jérôme Barella, doch die Warnungen blieben aufgrund chronischer Unterbesetzung und einer Flut von Meldungen unbeachtet.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von La Libre.be, Franceinfo, SudOuest.fr und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Das US-amerikanische National Center for Missing and Exploited Children sandte mehrere Signale an Frankreichs Ofmin über Jérôme Barella Online-Kontakte mit einer Minderjährigen, doch die Warnungen enthielten nur eine Telefonnummer und wurden nicht beachtet.
Frankreichs Kinderschutzbehörde erhält bis zu 318.000 Meldungen pro Jahr, die meisten aus den USA, aber mit rund 53 Ermittlern kann sie nur etwa 5 % der Fälle bearbeiten, was dazu führt, dass Tausende von weniger dringenden Warnungen abgelegt werden.
Seit 2017 sah sich Barella mehrfachen Anschuldigungen ausgesetzt – einer Beziehung mit einer 17-Jährigen, sexuellen Nachrichten an eine Schülerin und formellen Vergewaltigungsanzeigen –, doch vor Lyhannas Verschwinden wurde keine gerichtliche Maßnahme ergriffen.
Die Gendarmerie, die frühere Beschwerden gegen Barella bearbeitete, beantragte nie einen technischen Abgleich mit der nationalen Datenbank, der ihn möglicherweise mit den NCMEC-Warnungen in Verbindung gebracht hätte.
Ein Regierungsbericht, der mögliche Versäumnisse bei der Bearbeitung des Falls Barella untersucht, wird veröffentlicht, während landesweit Wut über die justiziellen Fehler herrscht.
- 29.05.Lyhanna, 11, in Fleurance (Gers) als vermisst gemeldet.
- 4.06.Lyhanna tot aufgefunden. Barella wegen Entführung und Freiheitsberaubung angeklagt.
- 19.06.Inspektionsbericht über mögliche justizielle Versäumnisse soll veröffentlicht werden.
Eine Kaskade von Warnsignalen
Im Jahr 2023 leitete das in den USA ansässige National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC) an das französische Amt für Minderjährige (Ofmin) mindestens eine Warnung zu Jérôme Barella weiter, dem Mann, der nun beschuldigt wird, Lyhanna im Département Gers entführt und getötet zu haben. Die Warnung, ein Austausch mit einer Minderjährigen über eine Messaging-App, enthielt weder Bilder noch gewalttätige Sprache. Sie trug nur eine Telefonnummer, keinen Namen, und wurde als „schwaches Signal“ eingestuft. Französische Ermittler entdeckten die NCMEC-Berichte erst nach Lyhannas Tod, als sie die Akten durchforsteten. Die örtliche Gendarmerie-Einheit, die zuvor Beschwerden gegen Barella erhalten hatte, beantragte nie einen technischen Abgleich, der ihn hätte identifizieren können.
Ein Tatverdächtiger mit langer Vorgeschichte
Barella, ein 41-jähriger Zeitarbeiter und Vater von zwei Kindern, war bereits vor 2023 aufgefallen. 2017 zeigte ihn eine Mutter wegen einer Beziehung zu ihrer 17-jährigen Tochter an, doch das Verfahren wurde eingestellt, da die Tochter über dem Schutzalter lag und die Beziehung einvernehmlich schien. 2020 wurde er an einer Schule in Lectoure (Gers) disziplinarisch belangt, weil er einer Schülerin sexuelle Nachrichten geschickt hatte, was im Februar 2021 zu seiner Entlassung führte – ein Vorfall, der nach Angaben von Justizminister Gérald Darmanin nie den Gerichten gemeldet wurde. Im August 2025 wurde eine Anzeige wegen wiederholter Vergewaltigung eines zehnjährigen Mädchens erstattet; medizinische Untersuchungen im September und Oktober ergaben Verletzungen, die mit einer Vergewaltigung vereinbar waren. Dennoch war Barella noch nicht vernommen worden, als Lyhanna am 29. Mai 2025 verschwand. Im Februar 2026 meldete ein weiteres Kind, dass es bei einer Pyjama-Party in Barella Haus berührt worden sei.
Ein Amt, das von Warnungen überflutet wird
Ofmin erhält zwischen 200.000 und 318.000 Meldungen pro Jahr, die überwiegende Mehrheit aus den USA. Mit rund 53 Ermittlern im Jahr 2025 kann die Einheit nur einen Bruchteil der Fälle bearbeiten. Die Beamten müssen die dringendsten Signale priorisieren, wie etwa live gestreamten sexuellen Missbrauch von Kindern, sodass Tausende von weniger dringenden Warnungen unbearbeitet bleiben.
„200.000 Warnungen, 95 % davon aus den USA. Wir schaffen es, 5 % zu bearbeiten. Wir sind nicht in der Lage, mehr zu tun.“
„2023 erhielten wir 318.000 Warnungen – 870 pro Tag.“
Das 1984 gegründete NCMEC bündelt Hinweise von Internetdienstanbietern und Technologieplattformen nach US-Recht und leitet sie an nationale Polizeibehörden weiter. Im Fall Barella landeten die Berichte bei der französischen Kriminalpolizei in Nanterre, wurden aber nie an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Eine mit den Ermittlungen vertraute Quelle sagte Le Parisien, die Akte habe „eine unbekannte Telefonnummer“ enthalten und hätte ein formelles Identifizierungsverfahren erfordert, das nie eingeleitet wurde.
Nachwirkungen und offizielle Prüfung
Lyhanna wurde am 29. Mai als vermisst gemeldet und am 4. Juni tot aufgefunden. Barella wurde wegen Entführung und Freiheitsberaubung angeklagt. Ein formeller Inspektionsbericht über mögliche Versäumnisse in dem Fall soll am 19. Juni veröffentlicht werden. Die Enthüllungen haben landesweite Wut ausgelöst, und es wird gefragt, warum mehrere Warnsignale – innerstaatliche Beschwerden, eine internationale Warnung – einen Wiederholungstäter nicht stoppen konnten.
„Das US-Recht verlangt von Internetanbietern oder Online-Unternehmen, verdächtige Inhalte wie Kinderpornografie, Menschenhandel oder Gewalt gegen Kinder zu melden.“
Der Fall hat die Forderungen nach mehr Ressourcen für Frankreichs überlastete Kinderschutzeinheiten verstärkt. Wie ein Polizeigewerkschaftsdelegierter es ausdrückte: „Wir sind nicht in der Lage, mehr zu bearbeiten.“
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- La Libre.beAffaire Lyhanna : le suspect principal avait été signalé par les États-Unis pour son comportement en ligne
- FranceinfoMort de Lyhanna : des comportements en ligne de Jérôme Barella avaient été signalés par une ONG américaine dès 2023
- FranceinfoAffaire Lyhanna : le comportement en ligne de Jérôme Barella avait été signalé à la police française depuis les Etats-Unis
- SudOuest.frAffaire Lyhanna : Jérôme, son frère et son père... trois membre de la famille Barella visés par différentes procédures judiciaires
- Jérôme Barella
- 41-jähriger Zeitarbeiter, Vater von zwei Kindern, Hauptverdächtiger im Fall der Entführung und Ermordung der elfjährigen Lyhanna; Gegenstand mehrerer früherer Beschwerden und NCMEC-Warnungen.
- Lyhanna
- Elfjähriges Mädchen aus Fleurance (Gers), am 29. Mai 2026 als vermisst gemeldet und am 4. Juni 2026 tot aufgefunden.
- Gérald Darmanin
- Französischer Justizminister; erklärte, dass Barellas Entlassung 2021 wegen unangemessenen Verhaltens an einer Schule nie den Gerichten gemeldet wurde.
- Cyril Mancone
- Nationaler Ermittlungskoordinator der Gewerkschaft Alliance Police Nationale; beschrieb das überwältigende Volumen der NCMEC-Meldungen und die Unfähigkeit, alle zu bearbeiten.
- Gabrielle Hazan
- Ehemalige Leiterin des Ofmin; enthüllte, dass das Amt 2023 318.000 Warnungen oder 870 pro Tag erhielt.
- David Benowitz
- US-amerikanischer Anwalt, spezialisiert auf die Bekämpfung von Pädokriminalität; erläuterte die gesetzliche Verpflichtung von US-Internetunternehmen, verdächtige Inhalte zu melden.
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