
Amerikanischer Wanderer aus Kansas durch Blitzschlag auf dem Ätna getötet, während er in einem Sperrgebiet unterwegs war
Ein 29-jähriger amerikanischer Wanderer aus Kansas starb am Sonntagabend, nachdem er auf dem Ätna vom Blitz getroffen wurde, während er ein für die Öffentlichkeit gesperrtes Gebiet durchquerte, als Italiens fünfte Hitzewelle heftigen Stürmen im ganzen Land wich.
Blitzschlag auf dem Vulkan
Ein 29-jähriger amerikanischer Mann aus Kansas starb am Sonntagabend, nachdem er beim Wandern auf dem Ätna, dem größten aktiven Vulkan Europas auf der italienischen Insel Sizilien, vom Blitz getroffen worden war. Laut der örtlichen Feuerwehr fanden Retter den Mann in ernstem Zustand auf der Ostseite des Vulkans in einem als Valle del Bove bekannten Gebiet, das für die Öffentlichkeit gesperrt war. Das Tal war in den letzten Tagen von ungewöhnlich starker vulkanischer Aktivität erschüttert worden, was die lokalen Behörden dazu veranlasste, Teile des Gebiets zu schließen. Feuerwehrleute transportierten ihn per Hubschrauber ins Krankenhaus Cannizzaro in Catania, der nächstgelegenen Großstadt. Er kam im Zustand eines Herzstillstands an und wurde etwa eine Stunde später für tot erklärt, teilten Krankenhausvertreter in einer Erklärung mit. Das Krankenhaus lehnte es ab, den Mann zu identifizieren, bis seine Angehörigen benachrichtigt worden seien.
- Starke vulkanische Aktivität im Valle del Bove veranlasst die örtlichen Behörden, Teile des Gebiets zu schließen
- Amerikanischer Wanderer nach Blitzschlag während eines Gewitters im gesperrten Valle del Bove in ernstem Zustand aufgefunden
- Wanderer per Hubschrauber ins Krankenhaus Cannizzaro in Catania gebracht, kommt im Herzstillstand an
- Wanderer etwa eine Stunde nach Ankunft im Krankenhaus für tot erklärt
- Nationales Institut für Geophysik und Vulkanologie meldet neuen Schlot im Valle del Bove, neuer Lavastrom über Nacht
- Flughafen Catania verhängt Beschränkungen für ankommende Flüge bis Dienstagnachmittag aufgrund von Asche
Anhaltende vulkanische Aktivität und Flughafenbeeinträchtigungen
Der Ätna bricht seit Tagen aus, spuckt Lava und Asche und zieht eine große Anzahl von Schaulustigen in die Region. Der Vulkan ist bereits eine Touristenattraktion, und die vulkanische Aktivität hat den Zustrom über das normale Maß hinaus erhöht. Bergführer können die Menge der Anfragen kaum bewältigen, wie Medienberichte zeigen. Am Montag berichtete das italienische Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie, dass sich im Valle del Bove ein weiterer Vulkanschlot geöffnet habe, der über Nacht zu einem neuen Lavastrom geführt habe. Der internationale Flughafen in Catania teilte am frühen Montag mit, dass er die Anzahl der ankommenden Flüge bis Dienstagnachmittag begrenze, da die Menge der in die Atmosphäre abgegebenen Asche groß sei. Die seismische Aktivität am Vulkan, der etwa 48 Kilometer vom Flughafen entfernt ist, hatte bereits seit mehr als zehn Tagen Hunderte von Annullierungen und Verspätungen verursacht.
Blitzschlag tödlicher als Eruptionen auf dem Ätna
Beamte sagten, dass in den letzten Jahrzehnten auf dem Ätna mehr Menschen durch Blitzschläge als durch vulkanische Aktivität ums Leben gekommen seien. Die letzten eruptionsbedingten Todesfälle auf Europas aktivstem Vulkan ereigneten sich 1987. Laut italienischen Gesundheitsbehörden sind Blitzschläge im Land besonders häufig im Juli und August. Eine aktuelle Studie ergab, dass in Italien von 2001 bis 2020 etwa 89 Menschen durch Blitzschläge getötet wurden. Bei Gewittern sind Menschen in erhöhten Gebieten wie Bergkämmen und Gipfeln besonders Blitzeinwirkungen ausgesetzt, so der Nationale Wetterdienst. Das US-Konsulat in Neapel, das für die Region Sizilien zuständig ist, reagierte nicht sofort auf eine Anfrage nach einem Kommentar.
Stürme in ganz Italien führen zu weiteren Vorfällen
Italiens fünfte brutale Hitzewelle weicht Stürmen in weiten Teilen des Landes und schafft gefährliche Bedingungen für Touristen und Wanderer. In Südtirol, auf dem Piz Starlex nahe der Grenze zwischen Italien und der Schweiz, wurde ein weiterer Wanderer tot von einer Bergrettungsmannschaft aufgefunden. Es wird angenommen, dass auch er beim Abstieg vom Blitz getroffen wurde. Vier spanische Touristen, die am Sonntag aufgrund eines heftigen Gewitters auf dem Monte Colmegnone im Gebiet Laglio bei Como gestrandet waren, konnten gerettet werden. Die Rettungsaktionen waren aufgrund starker Winde und Regenfälle besonders schwierig.


