
Polens Sicherheitschef: Ausgesetzte US-Truppenrotation wird abgeschlossen, ständiger Stützpunkt und nukleare Teilhabe in Diskussion
Nach Gesprächen in Washington erklärte der Chef des polnischen Nationalen Sicherheitsbüros, Bartosz Grodecki, dass die gestoppte Rotation einer US-Panzerbrigade nach Polen nicht infrage stehe und abgeschlossen werde, während sowohl ein ständiger Stützpunkt als auch die nukleare Teilhabe weiterhin auf dem Tisch liegen.
Gespräche in Washington
Am Donnerstag, den 2. Juli, traf sich der Chef des polnischen Nationalen Sicherheitsbüros, Bartosz Grodecki, in Washington mit dem US-Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik, Elbridge Colby, dem für die US-Truppenpräsenz in Europa zuständigen Beamten. Das Treffen folgte auf ein Gespräch vom 1. Juli zwischen Marcin Przydacz, Leiter des Büros für Internationale Politik des Präsidenten, und US-Außenminister Marco Rubio.
- Rotation einer US-Panzerbrigade aus Texas nach Polen wird ausgesetzt.
- Marcin Przydacz trifft Außenminister Marco Rubio; Rubio unterstützt dauerhafte Stationierung, aber keine Pentagon-Entscheidung zur ausgesetzten Brigade.
- Bartosz Grodecki trifft Unterstaatssekretär Elbridge Colby; bestätigt, dass die Rotation abgeschlossen wird, ständiger Stützpunkt auf der Agenda, USA offen für nukleare Teilhabe.
Rotation wird abgeschlossen
Grodecki stellte klar, dass die Planer noch an den Details arbeiten und weder ein Zeitplan noch eine bestimmte Einheit genannt wurden, die Kernentscheidung jedoch gefallen ist.
Was den Abschluss der Rotation betrifft, warten wir noch auf den Abschluss der Planungsarbeiten. Es wurde weder eine Frist gesetzt noch mitgeteilt, welche konkrete Einheit wir auf polnischem Gebiet erwarten können, aber – was bedeutsam ist – die Frage, ob diese Einheit eintreffen wird, wird überhaupt nicht infrage gestellt.
Er fügte hinzu, dass die Militärplaner die Einzelheiten „so bald wie möglich“ klären werden.
Ständiger Stützpunkt auf der Agenda
Indem er die Rotationsfrage von der Idee einer ständigen US-Einrichtung trennte, betonte Grodecki, dass Washington aufgeschlossen sei. Polen müsse nun schnell mit einem formellen Angebot vorankommen, das durch ein spezielles Gesetz zur Beschleunigung des Baus untermauert wird.
Der ständige Stützpunkt steht auf der Agenda, es gibt großen Willen, dieses Projekt zu starten. Die direkten und sehr guten, oder ausgezeichneten, Beziehungen zwischen den Präsidenten, dem polnischen Präsidenten und Präsident Trump, haben offensichtlich einen großen Einfluss auf diese Entscheidung.
Polen muss ein erstes Angebot mit einem Zeitplan und einem Finanzierungspaket vorlegen. Grodecki schätzte, dass der Bau der Infrastruktur mindestens zwei bis drei Jahre dauern und mehrere Milliarden Zloty kosten würde, eine Summe, die er angesichts der derzeitigen Verteidigungsausgaben für tragbar hielt.
Offenheit für nukleare Teilhabe
Grodecki stellte fest, dass die US-Seite eine „enorme Offenheit“ gegenüber der Aufnahme Polens in das NATO-Programm zur nuklearen Teilhabe gezeigt habe, obwohl keine formellen Schritte angekündigt wurden.
Frühere Signale aus dem Rubio-Treffen
Einen Tag zuvor hatte Przydacz gewarnt, dass die ausgesetzte 4.000 Mann starke Brigade aus Texas möglicherweise nicht rotieren werde. Er bestätigte jedoch, dass die US-Zusage für zusätzliche 5.000 Soldaten aufrechterhalten worden sei. Rubio sprach sich nachdrücklich dafür aus, die amerikanische Präsenz von einem Rotationsmodell auf eine dauerhafte umzustellen. Grodeckis anschließende Äußerungen machten jedoch klar, dass die gestoppte Rotation selbst fortgesetzt wird, sobald die Planung abgeschlossen ist. Er bezifferte die derzeitige US-Truppenstärke in Polen auf rund 10.000 Soldaten.

