
US-Masernfälle nahe 4.000 – CDC stellt 100 Millionen Dollar für die Bundesstaaten bereit
In den USA wurden im Jahr 2026 bis zum 1. Oktober 3.887 bestätigte Masernfälle registriert – mehr als die 2.289 Fälle im gesamten Jahr 2025. New York erklärte am Montag den landesweiten Gesundheitsnotstand.
Ein nationaler Zählerstand nahe 4.000
In den Vereinigten Staaten waren nach Angaben der CDC, die El País zitiert, bis zum 1. Oktober 2026 3.887 bestätigte Masernfälle registriert, verglichen mit 2.289 Fällen im gesamten Jahr 2025. Die AP beschreibt dies als das schlimmste Masernjahr des Landes seit 1991, wobei die Fälle in Wellen auftraten – eine früher in diesem Jahr, eine weitere, als der Sommer in den Herbst überging. Die CDC zählt in diesem Jahr 42 neue Ausbrüche, und 95 % der Infektionen stehen im Zusammenhang mit aktiven Übertragungsherden. Fälle wurden in 47 Verwaltungsgebieten gemeldet, darunter der District of Columbia und New York City. Im Jahr 2000 galten die Masern in den Vereinigten Staaten als eliminiert, doch Inseln ungeimpfter Einwohner ermöglichen heute die Ausbreitung von Ausbrüchen, die als drei oder mehr zusammenhängende Fälle definiert sind. Kinder und Jugendliche machen den Großteil der bestätigten Fälle aus, und die meisten Erkrankten waren ungeimpft oder ihr Impfstatus war unbekannt.
- Gesamtes Jahr 2025
- 2289 Fälle
- 2026 bis 1. Oktober
- 3887 Fälle
Pennsylvania im Zentrum
Pennsylvania verzeichnet die meisten Fälle, allerdings unterscheiden sich die Zahlen je nach Quelle. Die Washington Post zählt nach Berichten von AGI und Adnkronos seit April mehr als 970 bestätigte Fälle in 39 Counties, fast 200 Krankenhausaufenthalte und fünf Todesfälle, darunter drei ungeimpfte Erwachsene und zwei Säuglinge. El País nennt unter Berufung auf das Gesundheitsministerium des Bundesstaates vom Montag 1.004 Fälle, 198 Krankenhausaufenthalte und fünf Todesfälle, während Blick von mehr als 1.000 Fällen berichtet. Die NYT verortet Pennsylvania bei etwa einem Viertel der fast 4.000 landesweiten Fälle und schreibt, zwei der Todesfälle seien vermutlich auf Infektionen bei der Geburt zurückzuführen. Das Penn State Health Golisano Children's Hospital, das an das Lancaster County grenzt, behandelte in diesem Jahr zwischen 15 und 20 Masernpatienten, die meisten davon im vergangenen Monat. Patrick Gavigan, Spezialist für pädiatrische Infektionskrankheiten am Krankenhaus, sagte gegenüber AGI, alle dort wegen Masern hospitalisierten Patienten seien ungeimpft gewesen. Mögliche Expositionen wurden an Autobahnraststätten, Supermärkten, einem Gerichtsgebäude und einem Sommer-Fußballcamp gemeldet.
Finanzierung und Notstandsbefugnisse
Die CDC zahlte im August und September 100 Millionen Dollar in zwei Tranchen von je 50 Millionen Dollar an die Bundesstaaten aus, was die NYT als überraschende Finanzspritze beschreibt. Dr. Scott Harris, staatlicher Gesundheitsbeamter des Alabama Department of Public Health, sagte, Alabama habe 300.000 Dollar für Impfprogramme und 600.000 Dollar für Überwachung und Diagnosen erhalten. Er sagte:
Unser Bundesstaat hat noch keinen großen Ausbruch erlebt wie einige andere Bundesstaaten, etwa Pennsylvania oder South Carolina, aber wir rechnen fest damit, hier mehr Fälle zu sehen.
Die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, erklärte am Montag den landesweiten Gesundheitsnotstand. Blick berichtet von 108 Maserninfektionen im Bundesstaat New York bis Anfang Oktober, sieben in New York City und 101 im übrigen Bundesstaat. Die Erklärung ermöglicht es den Behörden, schneller auf neue Ausbrüche zu reagieren, und erweitert die Impf- und Testbefugnisse, auch für Apotheker und Rettungskräfte. Hochul sagte:
Niemand sollte an einer Krankheit schwer erkranken oder sterben, die durch Impfung verhindert werden kann.
Claire Hannan, Geschäftsführerin der Association of Immunization Managers, sagte, die CDC-Mittel kämen zu einem Zeitpunkt, an dem die Finanzierung und das Personal im öffentlichen Gesundheitswesen gekürzt worden seien. Sie fügte hinzu:
Es ist sehr schwierig, spezielle Impfsprechstunden abzuhalten, die Öffentlichkeit zu warnen, die Übertragung zu stoppen und andere Maßnahmen zur Bekämpfung durchzuführen, wenn es keine Vorbereitung gibt.
Impflücken
El País berichtet, dass der Anteil der mit MMR geimpften Kindergartenkinder von 95,2 % im Schuljahr 2019/2020 auf 92,5 % im Schuljahr 2024/2025 gesunken ist, sodass etwa 286.000 Kinder ohne den Gemeinschaftsschutz bleiben, der nötig ist, um eine Ausbreitung zu stoppen. Für die Ausbreitung der Masern müssen laut NYT mindestens 95 % einer Gemeinschaft geimpft sein. Das Gesundheitsministerium von Pennsylvania meldete mehr als 49.000 im August verabreichte MMR-Dosen – fast doppelt so viele wie in einem typischen Monat – und mehr als 38.000 in den ersten drei Septemberwochen. Die NYT merkt an, dass die CDC nicht die Aufklärungskampagnen gestartet hat, die sie bei Ausbrüchen üblicherweise durchführt. El País beschreibt Robert F. Kennedy Jr., der das Gesundheitsministerium leitet, als bekannt für impfgegnerischen Aktivismus. Blick berichtet, dass Kanada, das lange als masernfrei galt, nun Infektionen verzeichnet.
- Schuljahr 2019/2020
- 95.2 %
- Schuljahr 2024/2025
- 92.5 %

