
US-amerikanische und kanadische Handelsverbände fordern neue Gespräche nach Inkrafttreten der Zölle
Amerikanische und kanadische Wirtschaftsverbände forderten erneute Verhandlungen, nachdem am Samstag neue US-Zölle in Kraft getreten waren, woraufhin der kanadische Premierminister Mark Carney Vergeltungsmaßnahmen ankündigte.
Scheitern der Verhandlungen und Inkrafttreten der Zölle
Mehrtägige bilaterale Handelsgespräche zwischen amerikanischen und kanadischen Beamten endeten ohne Einigung, nachdem die Diskussionen bis nach Mitternacht in die Nacht zum Samstag, den 22. August 2026, andauerten. Nach dem Scheitern der Gespräche traten am Samstag neue US-Zölle auf kanadische Produkte formell in Kraft. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer machte für das Scheitern die Behörden in Ottawa verantwortlich. Der kanadische Premierminister Mark Carney bezeichnete die US-Maßnahmen als wirtschaftlichen Angriff auf Kanada und bestätigte, dass seine Regierung Vergeltungsmaßnahmen gegen amerikanische Importe ergreifen werde, um die heimische Industrie zu schützen.
- Die bilateralen Handelsverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada scheitern ohne Einigung.
- Neue US-Zölle auf kanadische Produkte treten in Kraft, während der kanadische Premierminister Mark Carney Vergeltungszölle ankündigt.
- Business Roundtable und kanadische Industrievertreter fordern eine sofortige Rückkehr zu den Verhandlungen.
Wirtschaftsverbände warnen vor Unterbrechungen der Lieferketten
Führungsorganisationen von Unternehmen und Industrieverbände auf beiden Seiten der Grenze zeigten sich alarmiert über die Zolleskalation und forderten eine sofortige Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen den beiden Hauptstädten. Joshua Bolten, der Leiter des US-Wirtschaftsverbands Business Roundtable, warnte, dass die neu verabschiedeten Zölle die Betriebskosten für amerikanische Unternehmen erhöhen und die Alltagspreise für Verbraucher steigen lassen würden. Bolten forderte beide Regierungen auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und die schädlichen Handelszölle zu beseitigen, und betonte, dass die Maßnahmen kritische grenzüberschreitende Lieferketten gefährden und die Wirtschaftsbeziehungen belasten. Dennis Darby, der Leiter des kanadischen Industrieverbands, äußerte in einem Interview mit der Zeitung Globe and Mail am Samstag einen ähnlichen Wunsch nach Gesprächen.
Unser Wunsch wäre, dass sie schnell an den Verhandlungstisch zurückkehren. Aber ich glaube nicht, dass das so bald geschehen wird.
Investitionsrisiken und strategische Verhandlungspositionen
Darby, der im Beratungsgremium von Premierminister Mark Carney für die Wirtschaftsbeziehungen mit den Vereinigten Staaten sitzt, warnte, dass anhaltende Handelskonflikte das Vertrauen der Unternehmen in Investitionsentscheidungen untergraben. Er beobachtete, dass der grenzüberschreitende Markt bereits Instabilität erfahre, und erklärte, dass die Bedingungen noch volatiler werden könnten, wenn das politische Hin und Her zwischen den beiden Regierungen anhalte. Analysten untersuchten auch die politischen Entscheidungen, die Ottawas Reaktion auf US-Präsident Donald Trump prägten. Richard Fontaine, der Leiter des Center for a New American Security, stellte fest, dass die kanadischen Führungskräfte nach Auswertung früherer Handelsverhandlungen zu dem Schluss gekommen seien, dass eine harte Haltung notwendig sei, und verwies auf europäische Zugeständnisse als negatives Beispiel.
Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass ein Nachgeben gegenüber der Trump-Administration nur zu weiteren Forderungen führen würde.
Eskalationswarnungen und innenpolitischer Widerstand
Fontaine bewertete auf der Social-Media-Plattform X, dass die Vereinigten Staaten und Kanada in einen aktiven Handelskrieg eingetreten seien, und warnte, dass gleiche Zölle aus Ottawa, gefolgt von einer weiteren Eskalation der USA, beide Länder in eine kostspielige Spirale der Vergeltung stürzen würden. Der politische Widerstand gegen die Zollpolitik weitete sich auch innerhalb der Vereinigten Staaten aus. Demokratische Abgeordnete und die Gouverneure der nördlichen Grenzstaaten, darunter Minnesota, Washington und New York, verurteilten öffentlich die Zollentscheidungen der Regierung gegenüber einem verbündeten Nachbarn. Die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, erklärte auf der Plattform X, der Handelsstreit sei unnötig, und warnte, dass höhere Importkosten direkt amerikanische Verbraucher und Unternehmen bestrafen würden.


