US-Beschäftigungswachstum verlangsamt sich im September auf 29.000 – Wetten auf Fed-Zinserhöhung sinken
Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft stieg im September um 29.000 Stellen, während die Arbeitslosenquote auf 4,2% kletterte; dies beflügelte europäische Aktien und drückte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 5,2350%.
Verlangsamung am Arbeitsmarkt dämpft die Zinserwartungen an die Federal Reserve
Das US-Arbeitsministerium meldete am Freitag, dem 2. Oktober 2026, dass die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft im September um 29.000 Stellen zunahm und damit deutlich unter den Marktprognosen von 89.000 bis 98.000 blieb. Neben der Verlangsamung des Hauptindikators wurden die Beschäftigungszahlen der beiden Vormonate nach unten revidiert, darunter der Zuwachs von 162.000 im August. Die nationale Arbeitslosenquote stieg von 4,1% auf 4,2%. Diese Zahlen veränderten die Markterwartungen an die Politik der Federal Reserve und senkten die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der Sitzung Ende Oktober auf 24% bis 28%, nach über 70% eine Woche zuvor. Anleger messen einer möglichen Anpassung bei der Dezember-Sitzung nun höhere Chancen bei.
Aktien legen zu, während Renditen und Dollar nachgeben
Die schwachen Arbeitsmarktdaten lösten Gewinne an den internationalen Aktienmärkten aus, während die Renditen von Staatsanleihen zurückgingen. Der US-Dollar-Index fiel um 0,22% auf 101,83 Punkte, während die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um 11 Basispunkte von den Höchstständen am Donnerstag auf 5,2350% sank. US-Aktien-Futures legten zu: Nasdaq-Composite-Kontrakte gewannen 1,15%, Dow-Jones-Industrial-Futures stiegen um 0,92% und S&P-500-Futures um 0,88%. Der Volatilitätsindex VIX fiel auf 15,55 Punkte. In Europa stieg der Leitindex Stoxx Europe 600 um 0,72%, der deutsche DAX gewann 1,11%, der französische CAC 40 legte um 0,61% zu und der britische FTSE 100 um 0,34%.
- Nasdaq-Composite-Futures
- 1.15 %
- DAX
- 1.11 %
- Dow-Jones-Futures
- 0.92 %
- S&P-500-Futures
- 0.88 %
- Stoxx Europe 600
- 0.72 %
- CAC 40
- 0.61 %
- FTSE 100
- 0.34 %
Technologiewerte führen den europäischen Handel an, Rohstoffe verschieben sich
Die Nachfrage an den europäischen Märkten konzentrierte sich stark auf Technologie, wo die Branchenaktien um 2,0% zulegten, gefolgt von Telekommunikation mit 1,5% und Industrie mit 1,4%. Im Handel mit einzelnen Unternehmen gewannen Infineon Technologies und AT&S jeweils 6,2%, während ASM International um 4,9% stieg. Ein Rückgang der Brent-Rohölpreise um 3,0% gab Transportunternehmen Auftrieb: Ryanair stieg um 2,6%, IAG gewann 1,4% und Lufthansa legte 0,9% zu. Der schwächere Rohölpreis ging mit Berichten über 10.000 zusätzliche US-Soldaten und einen Flugzeugträger einher, die in den Nahen Osten verlegt wurden, während WTI-Rohöl nahe 92 US-Dollar je Barrel gehandelt wurde. Im Gegensatz dazu gaben europäische Bankaktien um 0,2% nach, womit der Finanzsektor auf dem Weg zur schwächsten Wochenrendite seit April ist.
- Technologie
- 2 %
- Telekommunikation
- 1.5 %
- Industrie
- 1.4 %
- Gesundheitswesen
- -0.1 %
- Banken
- -0.2 %
Warschauer Börse koppelt sich unter hausgemachtem Banken- und Energiedruck ab
Die Warschauer Börse entfernte sich von den breiteren europäischen Gewinnen, als der WIG20-Index unter 4.100 Punkte fiel und die technische Unterstützung bei rund 4.050 Punkten testete, bei einem Gesamtumsatz von 2,44 Mrd. PLN. Polnische Bankaktien verzeichneten erneute Verkäufe, wodurch der WIG-banki-Index um 1,5% auf den tiefsten Stand seit Mitte September fiel. Der polnische Mineralölkonzern Orlen verlor im frühen Handel mehr als 3%, nachdem der Präsident ein Gesetz zur Einführung einer Steuer auf Übergewinne von Kraftstoffunternehmen unterzeichnet hatte; Käufer holten später einen Teil des Tagesverlusts auf.
Kommentare der Zentralbank vertraten unterschiedliche Standpunkte zur Geldpolitik. Die Fed-Vertreter Bowman und Jefferson befürworteten, weitere Erhöhungen bis Dezember aufzuschieben, während Neel Kashkari anmerkte, dass der Kurs der Kreditkosten offen bleibe.
Es ist noch nicht bekannt, wie hoch die Zinsen steigen müssen, um die Inflation wirksam abzukühlen.
Kashkari erklärte, die Zentralbank müsse nach mehreren Jahren angebotsseitiger Störungen die Kontrolle über den Preisdruck behalten, während die Märkte weiterhin geldpolitische Pfade bis 2027 einpreisen.


