US-Inflation steigt im September auf 3,7 Prozent – Benzin- und Heizölpreise treiben Teuerung
Die Verbraucherpreise lagen im September 3,7 Prozent über dem Vorjahr, mehr als die von Ökonomen erwarteten 3,6 Prozent und mehr als die 3,4 Prozent im August. Die durch den Iran-Krieg getriebenen Energiekosten trieben die Teuerung nur wenige Wochen vor den Midterm-Wahlen am 3. November nach oben.
Inflation beschleunigt sich stärker als erwartet
Das Arbeitsministerium teilte am Mittwoch, dem 14. Oktober, mit, dass die Verbraucherpreise im September um 3,7 Prozent über dem Vorjahr lagen, verglichen mit 3,4 Prozent im August. Von FactSet befragte Ökonomen hatten 3,6 Prozent erwartet, während die Preise von August bis September um 0,6 Prozent stiegen, der größte monatliche Anstieg seit April. Die Kernpreise ohne Nahrungsmittel und Energie stiegen um 2,6 Prozent im Jahresvergleich, ein stärkerer jährlicher Anstieg als im August.
- Jahresvergleich, September
- 3.7 %
- Jahresvergleich, August
- 3.4 %
- Kernrate, Jahresvergleich, September
- 2.6 %
- Energie, Jahresvergleich, September
- 20.4 %
- Benzin, Jahresvergleich, September
- 34 %
Energiekosten treiben den Anstieg
Die Energiepreise lagen 20,4 Prozent über dem Vorjahr und stiegen gegenüber August um 5,2 Prozent, wie aus dem von der New York Times zitierten Bericht zum Verbraucherpreisindex hervorgeht. Benzin verteuerte sich um 34 Prozent im Jahresvergleich, Heizöl um etwa 74 Prozent. Der American Automobile Association zufolge lag der Durchschnittspreis für eine Gallone Normalbenzin am Mittwoch bei 4,33 Dollar, mehr als 40 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Diesel kostete 6,30 Dollar, 72 Prozent mehr als vor einem Jahr, und die Flugpreise stiegen im gleichen Zeitraum um 22,4 Prozent.
Politischer Druck vor den Midterms
Der Anstieg der Treibstoffpreise bringt die Republikaner vor den Midterm-Wahlen am 3. November unter Druck. Trump hatte versprochen, die Inflation einzudämmen, und hat wiederholt die Federal Reserve angegriffen und ohne Erfolg Zinssenkungen gefordert. Eine Umfrage von AP-NORC ergab, dass nur 17 Prozent der erwachsenen US-Bürger seine Handhabung der Lebenshaltungskosten billigen und 26 Prozent seine Handhabung der Wirtschaft insgesamt. Eine von der griechischen Wirtschaftszeitung Naftemporiki zitierte Umfrage von Reuters/Ipsos ergab, dass 78 Prozent der Amerikaner Trumps Politik, einschließlich Zölle und Iran-Krieg, für die steigenden Preise verantwortlich machen.
Nach unserer Prognose wird die US-Notenbank auf ihrer nächsten Sitzung im Oktober ihre Leitzinsen unverändert lassen, aber eine Zinserhöhung im Dezember erscheint gesetzt.
Dirk Chlench, Ökonom bei der Landesbank LBBW, erwartet, dass die Inflation in den kommenden Monaten 4 Prozent erreichen oder überschreiten wird. Die Federal Reserve hat ihre Sitzung am 27. und 28. Oktober, und die meisten Wall-Street-Investoren erwarten, dass sie die Zinsen dann unverändert lässt.
Fed und Haushaltskosten
Fed-Chef Kevin Warsh sagte letzten Monat, die Inflation bewege sich nicht schnell genug zurück zum Ziel der Notenbank, eine Einschätzung, die die Fed dazu veranlasste, die Zinsen zum ersten Mal seit drei Jahren auf etwa 3,9 Prozent anzuheben. Warsh fügte hinzu, die Inflationsberichte des Sommers hätten nicht gezeigt, dass sich die zugrunde liegenden Trends wesentlich verbessert hätten.
Die Löhne stiegen im September nur um 3 Prozent, sodass die Kaufkraft der Arbeitnehmer im vergangenen Jahr gesunken ist. Die Sozialversicherungsleistungen werden im Januar um 3,6 Prozent steigen, eine Erhöhung von etwa 75 Dollar pro Monat für den durchschnittlichen Empfänger, die die Sozialversicherungsbehörde kurz nach dem Inflationsbericht bekannt gab. Befürworter begrüßten die Erhöhung, aber Kritiker sagten, sie spiegle nicht die höheren Gesundheitskosten für viele Senioren wider.
Kriegskosten für die Haushalte
CNN bezifferte unter Berufung auf eine Schätzung von Mark Zandi, Chefökonom bei Moody's Analytics, die Kosten des Iran-Kriegs für US-Verbraucher seit seinem Beginn Ende Februar auf etwa 265 Milliarden Dollar. Zandi schätzte, dass die Ausgaben eines durchschnittlichen Haushalts um etwa 2.000 Dollar gestiegen sind, wovon rund 1.100 Dollar auf Energie- und Transportkosten entfielen, etwa 540 Dollar auf höhere Zinsen und 360 Dollar auf die Militäroperationen selbst.
- Energie und Transport
- 1100 USD
- Höhere Zinsen
- 540 USD
- Militäroperationen
- 360 USD