US-Gesandte Witkoff und Kushner führen Gespräche in Kiew nach Treffen mit Putin in Moskau
Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner haben am Sonntag in Kiew drei Gesprächsrunden mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geführt, nachdem sie zuvor mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau gesprochen hatten.
Gesandte reisen zwischen Moskau und Kiew
Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner trafen am Sonntag per Zug aus Polen in Kiew ein – ihr erster offizieller Besuch in der Ukraine. Witkoff, ein Geschäftspartner des US-Präsidenten Donald Trump, und Kushner, Trumps Schwiegersohn, reisten in die ukrainische Hauptstadt, nachdem sie am Samstag den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau getroffen hatten. Um den Besuch bei weiterhin geschlossenem ukrainischem Luftraum zu ermöglichen, verhängte Putin eine dreitägige Waffenruhe, um die Sicherheit der Gesandten während der Durchreise zu gewährleisten. Der staatliche ukrainische Eisenbahnbetreiber bestätigte, dass die Delegation Kiew am frühen Montag verlassen habe, und veröffentlichte ein Bild der Gesandten unter einem Bahnhofsschild mit der Aufschrift „Friedensexpress“.
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Gespräche in Kiew und europäische Beteiligung
Während ihres Aufenthalts in Kiew führten die amerikanischen Gesandten drei Verhandlungsrunden mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. An der dritten Runde nahmen auch die nationalen Sicherheitsberater des Vereinigten Königreichs, Frankreichs und Deutschlands teil. Ein hochrangiger ukrainischer Präsidentenbeamter erklärte gegenüber AFP, die USA hätten wirksamere Vorschläge als in früheren Runden vorgelegt, und betonte, dass der kontinuierliche Dialog das wichtigste Element der Gespräche bleibe. Witkoff deutete an, dass die Unterhändler daran arbeiteten, notwendige Kompromisse zwischen den Kriegsparteien zu identifizieren.
Wir glauben, dass wir die Zutaten haben, um dorthin zu gelangen.
Kushner merkte an, dass die amerikanische Delegation hinter den Kulissen daran arbeite, die Bedingungen für eine Einigung zu schaffen, und fügte hinzu, dass die Mission darauf abziele, neue Wege für Fortschritte zu finden.
Es ist ein sehr, sehr schwieriges Problem, aber wir werden es versuchen.
Militärhilfe und territoriale Teilungen
Trotz des von den Teilnehmern beschriebenen konstruktiven Tons brachten die Treffen keinen formellen Durchbruch zur Beendigung des viereinhalb Jahre dauernden Konflikts. Moskau besetzt Gebiete in der Ost- und Südukraine und verlangt von Kiew die Anerkennung sowohl der besetzten Zonen als auch der beanspruchten Gebiete als russisch. Während der Samstagsgespräche in Moskau erklärten russische Beamte den amerikanischen Gesandten, dass sich die russischen Streitkräfte zuversichtlich fühlten, weitere Vorstöße zu machen. Als Reaktion auf die Lage an der Front betonte Selenskyj, dass die Feindseligkeiten voraussichtlich bis in die kalten Monate andauern würden, und nannte spezifische militärische Anforderungen.
Wenn der Krieg bis zum Winter andauert – und so sieht es derzeit aus – werden wir ein „Winterpaket“ brauchen.
Selenskyj sagte, die Gespräche hätten sich stark auf die Beschaffung von Patriot-Raketensystemen und anderen Waffen konzentriert, und betonte, dass Kiew erhebliche Mengen amerikanischer und europäischer Militärhilfe benötige, um die Verteidigung aufrechtzuerhalten.
Diplomatischer Kontext und anschließende Gespräche
Der diplomatische Vorstoß folgte auf frühere Verhandlungen, die ins Stocken geraten waren, nachdem Gespräche mit Putin im Januar im Kreml keine Ergebnisse gebracht hatten. In Moskau beschrieb Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow die Samstagsgespräche als konstruktiv und offen und merkte an, dass die Diskussionen neben dem Konflikt auch wirtschaftliche Fragen und mögliche Projekte zwischen Russland und den USA umfassten. Nach den Treffen in Kiew dankte Selenskyj der europäischen Teilnahme und erklärte, dass die Ukraine und ihre westlichen Partner auf derselben Seite stünden. Er bekräftigte, dass die Lösung territorialer Fragen ein direktes Treffen zwischen den Staatschefs erfordern werde, und bestätigte, dass die Ukraine weitere Konsultationen mit den USA, Frankreich und Deutschland plane.


