
AfD gewinnt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 44,4 %, CDU fällt auf 18,4 %
Hochrechnungen der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF zeigen die Alternative für Deutschland mit 44,1 bis 44,5 Prozent der Stimmen in Sachsen-Anhalt, während die regierende Christlich Demokratische Union mit 18,4 Prozent auf den zweiten Platz zurückfällt.
Wahlergebnisse und Wahlbeteiligung
Die Alternative für Deutschland (AfD) hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 den ersten Platz belegt und laut Prognosen der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF und von Infratest Dimap für die ARD zwischen 44,1 und 44,5 Prozent der Stimmen erhalten. Die Christlich Demokratische Union (CDU), die das Land seit 2002 ununterbrochen regiert, fiel in der ARD-Prognose mit 18,4 Prozent auf den zweiten Platz zurück. Die Linke wurde mit 9,3 Prozent Dritte, gefolgt von den Grünen mit 8,7 Prozent und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) mit 8,4 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erreichte mit 5,0 Prozent die Fünf-Prozent-Hürde, während die Freie Demokratische Partei (FDP) mit 2,2 Prozent den Einzug in den Landtag verpasste. Die Wahlbeteiligung lag laut ARD bei 78,1 Prozent, ein Anstieg gegenüber 60,3 Prozent bei der Landtagswahl 2021, was einem Anstieg der Wahlbeteiligung unter knapp 1,7 Millionen Wahlberechtigten entspricht.
- AfD
- 44.4 %
- CDU
- 18.4 %
- Die Linke
- 9.3 %
- Grüne
- 8.7 %
- SPD
- 8.4 %
- BSW
- 5 %
- FDP
- 2.2 %
Sitzverteilung und Regierungsbildung
Trotz des bislang höchsten Stimmenanteils bei einer Landtagswahl deuten erste Simulationen darauf hin, dass die AfD im Landtag in Magdeburg möglicherweise keine absolute Mehrheit erreicht. Eine von der ARD gemeldete Hochrechnung sah die Partei bei 39 von 83 Sitzen, was bedeutet, dass ihr zwischen einem und drei Sitze zur Alleinregierung fehlen. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund erklärte, die Partei habe einen direkten Regierungsauftrag von den Wählern erhalten, lehnte jedoch die Möglichkeit einer Minderheitsregierung ab.
Wir haben Geschichte geschrieben.
Die Bundesvorsitzende Alice Weidel bekräftigte diese Position und stellte fest, dass die stärkste Partei den Auftrag zur Regierungsbildung habe.
Unsere Hand ist immer ausgestreckt.
Die traditionellen Parteien bekräftigten ihre Weigerung, eine formelle Regierungskoalition mit der AfD einzugehen, die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft wird. Die BSW-Landesvorsitzende Claudia Wittig signalisierte Offenheit für eine themenbezogene Zusammenarbeit in ausgewählten Bereichen wie der Energiepolitik, während die Linke-Landesvorsitzende Eva von Angern ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der CDU bekundete.
Politische Folgen für die regierende CDU
Das Ergebnis ist der niedrigste Stimmenanteil für die CDU in der Geschichte Sachsen-Anhalts und bedeutet einen Rückgang um 18,7 Prozentpunkte gegenüber den 37,1 Prozent aus dem Jahr 2021. Der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze räumte die Niederlage am Wahlabend in Magdeburg ein.
Manche sagen, es ist ein schwarzer Tag für Sachsen-Anhalt. Ich sage: Das ist Demokratie. Und die Menschen sind heute zur Wahl gegangen.
Schulze führte die Schwierigkeiten im Wahlkampf unter anderem auf die Bundespolitik von Bundeskanzler Friedrich Merz zurück. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, bezeichnete das Ergebnis als Zäsur für das Land, während die Chefin des Bundeskanzleramts, Nina Warken, von einer Zeitenwende sprach. Der stellvertretende Bundeskanzler Lars Klingbeil (SPD) bezeichnete das Ergebnis als Warnung für die Bundesregierung in Berlin.
- CDU (2021)
- 37.1 %
- CDU (2026)
- 18.4 %
- AfD (2021)
- 20.8 %
- AfD (2026)
- 44.4 %
Wählerwanderungen und externe Reaktionen
Analysen der Wählerwanderungen durch die ARD ergaben, dass die AfD rund 157.000 Stimmen von bisherigen Nichtwählern gewann und 83.000 Stimmen direkt von der CDU übernahm. Eine im Rahmen der Berichterstattung zitierte Umfrage von Infratest Dimap ergab, dass 59 Prozent der Wähler die Wahl als Denkzettel für die Bundesregierung betrachteten, während 30 Prozent die geplanten Sozialreformen unterstützten. Kommentatoren und ausländische Amtsträger wiesen auf mögliche weitreichende wirtschaftliche und geopolitische Auswirkungen hin. Der polnische EU-Abgeordnete Robert Biedroń merkte an, dass die politischen Positionen der AfD zur Wiederinbetriebnahme der Nord-Stream-Pipeline, zur Neuausrichtung des Handels mit Russland und zur Änderung der Euro-Währungspolitik den regionalen Handel beeinflussen könnten, und wies darauf hin, dass 28 Prozent der polnischen Exporte nach Deutschland gehen.


