
Russische Drohnen treffen Standorte von US-Firmen in der Ukraine – das Weiße Haus schweigt
Russische Drohnen und Raketen haben seit Ende August Standorte von Coca-Cola, PepsiCo, McDonald's und Mondelez in der Ukraine beschädigt. Die Trump-Regierung hat die Angriffe bislang nicht öffentlich verurteilt.
Angriffe auf US-Marken in der Ukraine
Seit Ende August haben russische Drohnen und Raketen Einrichtungen mehrerer amerikanischer Konsummarken in der Ukraine beschädigt, wie Andy Hunder, Präsident der American Chamber of Commerce in der Ukraine (AmCham), berichtet. Er nannte Coca-Cola, PepsiCo und McDonald's; CNN berichtete, dass auch Standorte von Mondelez, dem Eigentümer der Marke Oreo, betroffen waren. Hunder sagte, es handele sich um direkte Treffer mit Drohnen und Raketen, die Angriffe dauerten an und zeigten, dass Russland gezielt amerikanische Unternehmen ins Visier nehme. Intensität und Häufigkeit überstiegen alles, was es zuvor gegeben habe. Die Abfolge der Vorfälle und offiziellen Stellungnahmen ist im Folgenden dargestellt.
- PepsiCo bestätigt Schäden an einer Produktionsstätte in der Region Mykolajiw, keine Verletzten gemeldet
- Eine russische Drohne trifft eine Coca-Cola-Fabrik bei Kiew
- Selenskyj nennt den Angriff ein klares Signal Russlands an die Vereinigten Staaten
- Ein Drohnenangriff beschädigt ein Lager eines Logistikpartners von McDonald's in der Region Kiew
- Trump kündigt eine Diesel-Liefervereinbarung mit Russland an und lockert dafür Sanktionen
Was die Unternehmen bestätigt haben
PepsiCo bestätigte Ende August Schäden an einer Produktionsstätte in der Region Mykolajiw und erklärte, niemand sei verletzt worden. Anfang September traf eine russische Drohne eine Coca-Cola-Fabrik bei Kiew. Am 3. September sagte Wolodymyr Selenskyj in einem Video, Russland betrachte Coca-Cola inzwischen als einen Hauptfeind, und verwies auf die ursprünglich im Iran entwickelten Shahed-Drohnen. Selenskyj nannte den Angriff ein klares Signal Russlands an die Vereinigten Staaten und argumentierte, Moskau könne nicht nicht gewusst haben, dass das Ziel amerikanisch sei. McDonald's bestätigte für den 25. September einen Drohnenangriff auf ein Lager, das von seinem Logistikpartner in der Region Kiew betrieben wird. Weil die Bestände in dem Lager zerstört wurden, schränkte die Kette ihr Menü in ihren ukrainischen Restaurants vorübergehend ein. Selenskyj schrieb zudem auf X, die Russen hätten später im September mit einer Drohne ein Lager zerstört, das McDonald's beliefert.
Die Reaktion Washingtons
CNN berichtet, die Trump-Regierung habe die Angriffe nicht ausdrücklich verurteilt, und Hunder sagte, das Weiße Haus habe keine Reaktion gezeigt. AmCham bat im September um ein Treffen mit den Sondergesandten des Weißen Hauses, Steve Witkoff und Jared Kushner; die Anfrage blieb unbeantwortet. Das Schweigen steht im Kontrast zu Trumps wiederholten Forderungen, die Ukraine solle aufhören, russische Ölraffinerien anzugreifen, die er mit höheren Kraftstoffpreisen auf den Weltmärkten in Verbindung bringt. Nach von CNN zitierten Quellen hat Washington Kiew damit gedroht, die Weitergabe von Geheimdienstinformationen einzuschränken und Munitionslieferungen zu stoppen, falls die Raffinerieangriffe nicht aufhörten. Auf eine Anfrage zu der Angelegenheit gab ein Vertreter des Weißen Hauses nur eine kurze Erklärung ab.
Gespaltene Wirtschaft und eine offene Frage
Nach den Kontakten von CNN sind die amerikanischen Unternehmen in der Ukraine gespalten, was die Frage betrifft, ob die Schäden öffentlich gemacht werden sollen. Einige fürchten weitere Angriffe oder politische Folgen, andere wollen, dass Washington entschieden reagiert. Am Freitag, dem 9. Oktober, kündigte Trump eine Vereinbarung über Diesel-Lieferungen aus Russland an und lockerte Sanktionen, um sie zu ermöglichen. Ob Russland diese Standorte wegen ihrer Verbindungen zu US-Unternehmen ins Visier nimmt, ist nicht bewiesen, wenngleich Hunder das Muster für gezielt hält.
