
Ehemalige US-Diplomaten fordern Washington zur Überprüfung des Visums des rumänischen AUR-Führers George Simion auf
Vier ehemalige US-Beamte veröffentlichten einen Gastbeitrag in der Jerusalem Post, in dem sie Washington aufforderten, das Einreisevisum des rumänischen Nationalistenführers George Simion zu überprüfen, unter Verweis auf prorussische Positionen und innenpolitische Kontroversen.
Diplomatischer Aufruf zur Überprüfung des Visumsstatus
Eine Gruppe ehemaliger US-Beamter veröffentlichte einen Meinungsartikel in der Jerusalem Post, in dem sie Washington aufforderte, zu prüfen, ob George Simion, Vorsitzender der Allianz für die Union der Rumänen (AUR), ein US-Einreisevisum besitzen sollte. Der Text wurde von den ehemaligen Botschaftern in Rumänien, Adrian Zuckerman und Mark Gitenstein, dem ehemaligen Botschafter in Belgien und Interimsvertreter bei der Europäischen Union, Ronald Gidwitz, dem ehemaligen Gouverneur von Virginia, James S. Gilmore III, und dem Journalisten Sabin Gherman unterzeichnet. Die Autoren stellten in Frage, ob Simions politisches Handeln mit den von den Vereinigten Staaten verteidigten demokratischen Werten vereinbar sei, und verwiesen auf Bedenken von Historikern und jüdischen Organisationen.
Simion hat sich stets bemüht, sich als proamerikanisch und mit der MAGA-Bewegung verbunden darzustellen. Viele seiner Positionen deuten jedoch auf das Gegenteil hin.
Vorwürfe der Anbindung an den Kreml
Der Gastbeitrag führte mehrere Fälle auf, in denen Simion und seine Partei Moskau gegenüber wohlwollende Haltungen einnahmen. Im März 2026 lehnte die AUR die vorübergehende Stationierung von US-Militärgütern in Rumänien ab. Die Partei widersetzte sich auch Maßnahmen zum Abfangen und Abschießen russischer Militärdrohnen, die den rumänischen Luftraum verletzten. Darüber hinaus verwiesen die Unterzeichner auf Simions anhaltendes Versäumnis, die russische Militäraggression in der Ukraine und die dokumentierte Verschleppung ukrainischer Kinder eindeutig zu verurteilen. Simion unterliegt weiterhin aktiven Einreiseverboten sowohl in der Ukraine als auch in der Republik Moldau. Die Autoren äußerten zudem große Besorgnis über Simions bedingungslose Unterstützung für Călin Georgescu, eine rumänische politische Figur, die beschuldigt wird, Ion Antonescu zu verherrlichen und die legionäre Ideologie zu fördern.
- Die AUR lehnt die vorübergehende Stationierung von US-Militärgütern in Rumänien ab.
- Ehemalige US-Diplomaten veröffentlichen einen Gastbeitrag in der Jerusalem Post, in dem sie den Entzug von Simions US-Visum fordern.
- Die AUR weist die Vorwürfe als Hexenjagd zurück, während rumänische Politiker reagieren.
Innenpolitische Reibungen in Bukarest
In Bukarest löste der Gastbeitrag sofortige innenpolitische Reaktionen aus. Alexandru Muraru, ein Abgeordneter des rumänischen Parlaments für die Nationalliberale Partei (PNL) und Bruder des rumänischen Botschafters in den USA, Andrei Muraru, erklärte am 17. August 2026, dass Simions Werbeaktion in den Vereinigten Staaten gescheitert sei. Muraru behauptete, Simions proamerikanische Rhetorik sei nur eine Fassade, die Feindseligkeit gegenüber westlichen Sicherheitspartnerschaften verberge.
Simions Abenteuer in den USA haben sich gegen ihn gewendet. Die Tour des Extremisten an der Spitze der AUR endete mit einer formellen Aufforderung wichtiger amerikanischer Diplomaten, die Annullierung seines Visums zu beantragen.
AUR weist Vorwürfe als politisches Manöver zurück
Die AUR wies die Vorwürfe am 17. August 2026 zurück und charakterisierte den Gastbeitrag als politische Hexenjagd, die darauf abziele, rivalisierenden rumänischen Parteien zu helfen. Die Partei richtete ihre Kritik hauptsächlich gegen Adrian Zuckerman und wies darauf hin, dass er unter Donald Trump als US-Botschafter gedient habe, als Trump selbst mit unbewiesenen Vorwürfen russischer Einflussnahme konfrontiert war. Die AUR beschuldigte die ehemaligen Diplomaten außerdem, Geschäfte mit dem rumänischen Staat zu tätigen, während sie sich in die Innenpolitik einmischten. Petrișor Peiu, der Vorsitzende der AUR-Senatoren, sagte gegenüber B1 TV, die Unterzeichner hätten einen politischen Weg gewählt, anstatt formelle Verwaltungskanäle zu nutzen.
Wenn sie so etwas beantragen wollten, hätten sie es institutionell tun können, indem sie sich an die US-Behörden wenden, die befugt sind, ein Visum zu erteilen, abzulehnen oder seine Gültigkeit zu beenden.
Analytische Bewertung der MAGA-Beziehungen
Der Politik- und Kommunikationsanalyst Cristian Roșu erklärte, dass die Episode eine spezifische Schwachstelle in Simions außenpolitischer Strategie offenbare. Simion habe versucht, die Beziehungen zur Make America Great Again (MAGA)-Bewegung als gleichwertig mit einer Beziehung zum gesamten institutionellen System der USA zu behandeln. Roșu merkte an, dass der Gastbeitrag zwar keine offizielle Weisung des US-Außenministeriums darstelle, die politische Landschaft der USA jedoch unterschiedliche Sicherheits-, Diplomatie- und Parteifraktionen umfasse, die nicht im Gleichschritt handelten.
