
Uruguay scheitert in der WM 2026 nach Gruppenphase-Desaster und Kabinenkrise
Uruguay konnte bei der FIFA-WM 2026 kein einziges Spiel gewinnen und landete in Gruppe H hinter Spanien und der Überraschungsmannschaft Kap Verde. Dem Aus ging ein offener Konflikt zwischen Spielern und Trainer Marcelo Bielsa sowie ein fehlerhaftes Finale gegen Spanien voraus.
Das Gruppenphase-Desaster
Uruguay startete in Gruppe H neben Europameister Spanien, Debütant Kap Verde und Saudi-Arabien und wurde allgemein als Favorit auf den Einzug in die nächste Runde gehandelt. Die Kampagne zündete nie. Ein 1:1-Unentschieden gegen Saudi-Arabien im Auftaktspiel brachte sie nach einer leblosen ersten Halbzeit in Rücklage, nur gerettet durch ein Tor von Maxi Araújo. Torhüter Mohammed Al Owais vereitelte immer wieder die Angriffe der Celeste.
Kap Verde-Schock und taktische Zwietracht
Im zweiten Spiel erkämpfte sich Uruguay ein 2:2 gegen Kap Verde, ein Ergebnis, das die Anhänger schockierte. Kevin Pina eröffnete den Torreigen mit einem Freistoß aus der Distanz, Hélio Varela glich aus, nachdem Maxi Araújo erneut der uruguayische Funke mit einem Tor und einer Vorlage gewesen war. Das Unentschieden brachte Uruguay vor dem letzten Gruppenspiel gegen Spanien in eine prekäre Lage. Die Spannungen im Lager kochten in den Stunden vor diesem Spiel über: Die erfahrenen Spieler Federico Valverde, Sergio Rochet, Manuel Ugarte und Rodrigo Bentancur stellten Bielsa wegen zu anspruchsvoller Trainingseinheiten, die Verletzungen verursacht hatten, und wegen seines Beharrens auf einer ballbesitzorientierten Taktik zur Rede. Die Gruppe bevorzugte stattdessen eine tiefe Verteidigung.
Muslera-Patzer und Spaniens Sieg
Spanien eliminierte Uruguay mit einem 1:0-Sieg im Estadio de Guadalajara. Der entscheidende Moment kam kurz vor der Halbzeit, als Torhüter Fernando Muslera einen weichen Schuss von Álex Baena durchrutschen ließ und der Ball über die Linie trudelte. Muslera bat in der Halbzeit um Auswechslung und entschuldigte sich später öffentlich.
Ich hätte nie gedacht, dass ich für diesen Sport so viel leiden würde, besonders nach all der Arbeit, die ich geleistet habe, und der Art, wie ich mich vorbereitet habe.
Bielsa übernimmt die Schuld
Nach der Niederlage zeigte sich Marcelo Bielsa emotional und direkt. In einem Flash-Interview schrie er aufgrund einer Produktionsverzögerung und übernahm auf der Pressekonferenz die volle Verantwortung.
Verteidiger Mathías Olivera bezeichnete das Ergebnis als Enttäuschung, und José María Giménez entschuldigte sich bei den Fans.Was ich dem uruguayischen Fußball hinterlasse, ist nichts. Ein Trainer, der drei Jahre in einem Land verbringt und keine Ergebnisse erzielt, kann nicht sagen, er habe etwas beigetragen.
Verbandsstrafen und Heimreise
Der uruguayische Fußballverband (AUF) hat den Privatflug der Mannschaft aus den Vereinigten Staaten gestrichen, wie Journalist Martin Charquero berichtete. Jeder der 26 Spieler muss sein eigenes kommerzielles Ticket nach Hause oder zum Vereinsdienst buchen und bezahlen, was möglicherweise die Ankunft zur Saisonvorbereitung verzögert. Dieser Schritt erfolgte unmittelbar nach dem Aus und verstärkte das Gefühl einer Mannschaft im Chaos.


