
Gericht in Orléans verurteilt vier Mitglieder eines Online-Missbrauchsnetzwerks zu 6 bis 16 Jahren Haft
Ein Strafgericht in Orléans, Frankreich, verhängte gegen vier Mitglieder eines Online-Netzwerks zur sexuellen Ausbeutung von Kindern, das 120 Opfer missbraucht hatte, Haftstrafen von 6 bis 16 Jahren. Drei von ihnen wurden auch der Vergewaltigung Minderjähriger für schuldig befunden.
Urteil
Am 11. Juni 2026 verurteilte das Strafgericht von Loiret in Orléans vier Männer zu Haftstrafen zwischen 6 und 16 Jahren wegen ihrer Beteiligung an einem großen Online-Pädophilenring. Drei Angeklagte – Hervé D., Manuel C. und Noé R. – wurden zudem wegen Vergewaltigung Minderjähriger verurteilt und erhielten 11, 15 bzw. 16 Jahre Haft. Der Vierte, Jérémie P., bekam sechs Jahre und wurde zusätzlich wegen Verführung Minderjähriger verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte Strafen zwischen 10 und 20 Jahren gefordert. Alle vier müssen mindestens zwei Drittel ihrer Strafen verbüßen und müssen nach der Entlassung mit bis zu 15 Jahren richterlicher Aufsicht rechnen.
- Hervé D.
- 11 Jahre
- Manuel C.
- 15 Jahre
- Noé R.
- 16 Jahre
- Jérémie P.
- 6 Jahre
Ausmaß des Missbrauchs
Die Ermittler beschlagnahmten 930.000 Dateien mit Kindesmissbrauch aus dem Netzwerk. Die Ermittlungen identifizierten 120 Opfer, darunter 21 französische Staatsangehörige, alle zwischen 3 und 15 Jahren alt. Eines der Opfer, ein Mädchen, wurde von Manuel C., einem IT-Fachmann aus dem familiären Umfeld, zwischen 2019 und 2021 im Alter von 3 bis 6 Jahren wiederholt sexuell missbraucht und vergewaltigt.
Verbrechen, abscheuliche Taten und monströse Handlungen.
Grooming-Taktiken
Die Gruppe operierte über verschlüsselte Messaging-Apps wie ICQ, Snapchat und Telegram und nutzte Fake-Profile, um Kinder an sich zu binden und zu manipulieren – eine Praxis, die als Grooming bekannt ist. Die Ermittlungen begannen 2022, nachdem Gendarmen in soziale Medienplattformen eingeschleust worden waren. Sechs Mitglieder des Netzwerks wurden 2023 festgenommen; eines beging später vor dem Prozess Suizid.
- Gendarmerie beginnt Infiltration von Social-Media-Gruppen
- Sechs Netzwerkmitglieder festgenommen; eines begeht später Suizid
- Prozess beginnt in Orléans
- Strafen von 6 bis 16 Jahren verhängt
Der Fall Manuel C.
Das schwerste Urteil, 15 Jahre, wurde gegen Manuel C. verhängt, der fast ein Drittel der 930.000 Dateien angehäuft hatte. Er gab zu, elf separate Übergriffe – überwiegend an korsischen Stränden – gefilmt und 91 Videodateien gespeichert zu haben. Vor Gericht behauptete er, einen obsessiven Zwang gehabt zu haben, alles aufzuzeichnen, bestritt jedoch, sich zu Kindern hingezogen zu fühlen.
Ich musste alles filmen. Die Videos blieben auf meinem Computer, weil ich nichts gelöscht habe, es ist krankhaft.
Die Anwältin des Opfers, Me Elena Campario, sagte, seine Manipulation und Grausamkeit hätten bei dem Kind und seinen Eltern ein unauslöschliches Zeichen hinterlassen.
Er hat den Verbrechen Manipulation hinzugefügt und eine leichte und extrem junge Beute angegriffen.
Nachwirkungen
Alle vier Angeklagten entschuldigten sich vor Abschluss des Prozesses bei den Opfern. Das Gericht verhängte neben den Haftstrafen sozial-gerichtliche Nachsorgemaßnahmen von bis zu 15 Jahren. Der Fall zeigte auf, wie pädophile Netzwerke verschlüsselte Plattformen und die Verletzlichkeit Minderjähriger im Internet ausnutzen.

