Oktoberfest-Polizei verhaftet 36-Jährigen wegen Filmens unter dem Dirndl einer Frau
Die Münchner Polizei hat einen 36-jährigen italienischen Besucher auf dem Oktoberfest festgenommen, nachdem Begleiterinnen einer 26-jährigen Frau ihn dabei erwischt hatten, wie er in einem Festzelt unter ihr Kleid filmte.
Konfrontation im Zelt und Eingreifen des Sicherheitsdienstes
Am Mittwoch, dem 30. September 2026, bemerkten Besucher in einem Münchner Oktoberfest-Bierzelt einen Mann, der sein Mobiltelefon unter dem traditionellen Dirndl einer Frau positionierte. Eine 25-jährige Frau beobachtete, wie der 36-jährige Verdächtige sein Gerät direkt unter den Rock ihrer 26-jährigen Begleiterin hielt. Eine zweite Begleiterin der Gruppe griff sofort ein, nahm dem Mann das Mobiltelefon aus der Hand und bestätigte, dass auf dem Gerät eine unerlaubte Videoaufnahme gespeichert worden war. Als Sicherheitskräfte des Festes eintrafen, um den Verdächtigen und seinen männlichen Bekannten des Geländes zu verweisen, zeigten beide Männer aggressives Verhalten gegenüber dem Personal. Die Sicherheitsmitarbeiter überwältigten den Verdächtigen daraufhin und setzten ihn in Handschellen an die Außenwand des Zeltes, während sie auf Unterstützung durch die Polizei warteten.
Reaktion der Polizei und rechtlicher Rahmen
Eine Streife der eigens eingerichteten Oktoberfest-Polizeiwache traf kurz nach der Auseinandersetzung mit dem Sicherheitsdienst am Ort ein. Unter der Leitung von Polizeioberkommissar Max Brunner befragten die Beamten das Sicherheitspersonal und nahmen beide Männer in Gewahrsam. Brunner beschrieb den Verdächtigen als stark alkoholisiert und unkooperativ während des ersten Austauschs und fügte hinzu, die Strafverfolgungsbehörden verfolgten solche Handlungen mit Nulltoleranz.
Wir haben die Situation inzwischen so weit geklärt, dass wir sagen können, wir haben einen Verdächtigen, der definitiv unter den Rock der Dame gefilmt hat.
Die Beamten beschlagnahmten das Smartphone, um digitale Beweise zu sichern. Nach deutschem Strafrecht, das 2021 in Kraft trat, können unbefugte Bildaufnahmen intimer Körperbereiche mit Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Die Behörden wiesen darauf hin, dass dem Täter zusätzliche Straftatbestände drohten, falls bereits aufgenommenes Material ins Internet hochgeladen oder verbreitet worden wäre.
Polizeiliche Bearbeitung und Kaution
Die Beamten brachten den 36-jährigen Verdächtigen und seinen Begleiter zur formellen Aufnahme zur Wiesnwache vor Ort. Der zweite Mann wurde zunächst in der Eigenschaft eines Zeugen des Vorfalls befragt. Auch das 26-jährige Opfer und ihre weibliche Zeugin meldeten sich auf der Wache, um ausführliche Zeugenaussagen zum Geschehen abzugeben. Da der Verdächtige italienischer Staatsangehöriger ist und keinen gemeldeten Wohnsitz in Deutschland hat, verlangten die Staatsanwälte vor seiner vorläufigen Freilassung die Hinterlegung einer finanziellen Sicherheit. Der im niedrigen vierstelligen Eurobereich festgesetzte Kautionsbetrag entsprach etwa zwei Monatsgehältern des Verdächtigen. Anschließend wurde der Verdächtige bis zum förmlichen Gerichtsverfahren aus der Wache entlassen.
- Eine 25-jährige Frau entdeckt einen Verdächtigen, der sein Telefon unter das Dirndl ihrer Freundin hält.
- Eine weibliche Begleiterin nimmt das Telefon an sich und entdeckt unerlaubte Aufnahmen.
- Das Sicherheitspersonal des Zeltes entfernt und überwältigt den Verdächtigen, nachdem er aggressiv wird.
- Die Einheit von Polizeioberkommissar Max Brunner sichert das Telefon und nimmt die Verdächtigen in Gewahrsam.
- Der italienische Verdächtige hinterlegt eine niedrige vierstellige Sicherheitssumme bis zum Strafverfahren.
Sicherheit auf dem Fest und Präventionskampagne
Der Einsatz ist einer von mehreren jüngsten Upskirting-Fällen auf dem Festgelände, nachdem die Münchner Polizei in den Tagen zuvor einen früheren Fall gemeldet hatte. Opfer bemerken unerlaubte Filmaufnahmen häufig nicht im Moment des Geschehens, weil Täter ihre Geräte gezielt verbergen und die Aufnahmen oft erst später im Internet auftauchen. Als Reaktion darauf startete die Münchner Polizei vor Beginn der Veranstaltung eine gezielte Präventionskampagne unter dem Motto „No Upskirting“, die Opfer und Zeugen dazu ermutigt, bei verdächtigen Beobachtungen sofort das Sicherheitspersonal zu alarmieren. Polizeisprecherin Franziska Romig berichtete, dass die Zahl der eingesetzten Beamten zwar höher liege als im Vorjahr, das Gesamtaufkommen an Straftaten und Ordnungswidrigkeiten aber weitgehend mit den 784 im Jahr 2025 registrierten Fällen übereinstimme.


