
Gewitter über der Schweiz: Tausende gestrandet, 70 Flüge gestrichen, Straßen gesperrt
Schwere Gewitter haben am Dienstagabend in der Schweiz zu über 700 Notfalleinsätzen in Zürich geführt, 70 Flüge gestrichen und ein Linkin-Park-Konzert unterbrochen, bevor sie in den Bergregionen Straßen- und Bahnsperrungen verursachten.
Gewitter treffen die Schweiz
Eine Gewitterlinie fegte am Dienstagabend und Mittwochmorgen über die Schweiz und brachte sintflutartige Regenfälle und Hunderttausende von Blitzen. SRF Meteo meldete über 25.000 Einschläge, andere Quellen zählten rund 250.000. Laut MeteoSchweiz verzeichnete die Gemeinde Flühli (Luzern) mit 100 Millimetern die höchste Niederschlagsmenge, gefolgt von Opfikon (Zürich) mit 91 mm und dem Flughafen Zürich mit 66 mm. Allein in Zürich rückte die Feuerwehr zu über 700 Einsätzen wegen überfluteter Unterführungen, vollgelaufener Keller und überlaufender Bäche aus.
- Flühli
- 100 mm
- Opfikon
- 91 mm
- Flughafen Zürich
- 66 mm
Flughafen Zürich lahmgelegt
Der Sturm traf den Flughafen Zürich am härtesten. Über 30 ankommende Flugzeuge wurden am Dienstagabend nach Stuttgart, Genf und Basel umgeleitet, während die Abflüge eingestellt wurden. Der Schweizer COO Oliver Buchhofer sagte, das Gewitter sei länger, heftiger und stationärer gewesen als vorhergesagt und habe sich direkt über dem Flughafen festgesetzt. Bis Mittwochmorgen um 7 Uhr waren 70 Flüge gestrichen, was über 10.000 Passagiere betraf. Viele Reisende strandeten über Nacht, erhielten Notfallpakete und schliefen im Terminal. Der Flughafen erhielt eine Sondergenehmigung für 14 Ankünfte und 15 Abflüge nach der üblichen Ausgangssperre um 23:30 Uhr, doch der Rückstau blieb bestehen. Der Flugbetrieb wurde am Mittwochmorgen weitgehend normal wieder aufgenommen.
Das Gewitter war länger, heftiger und stationärer als vorhergesagt und setzte sich direkt über dem Flughafen fest.
- Zürcher Rettungsdienste schalten auf Unwettermodus
- Über 30 Flüge vom Flughafen Zürich umgeleitet
- Linkin-Park-Konzert für 50 Minuten unterbrochen
- Sondergenehmigungen für verspätete Flüge erteilt
- Murgang blockiert Straße im Wallis
- Bahnstrecke im Obwalden nach siebenstündiger Sperrung wieder geöffnet
- 70 Flüge gestrichen; Betrieb am Flughafen Zürich wieder aufgenommen
Zentralschweiz abgeschnitten
In den Bergkantonen lösten die starken Regenfälle Erdrutsche und Überschwemmungen aus. Im Kanton Uri führte ein Murgang auf dem Sustenpass zu Straßensperrungen, während ein Erdrutsch die Seestraße in Seedorf bis zum frühen Morgen blockierte. Im Kanton Obwalden war der Bahnverkehr auf der Strecke zwischen Alpnach Dorf und Alpnachstad für sieben Stunden unterbrochen. Weiter westlich, im Wallis, bedeckte ein Murgang mit bis zu 1.500 Kubikmetern Schlamm und Gestein die Kantonsstraße bei Le Bouveret; ein Wiedereröffnungstermin wurde nicht genannt.
Konzert unterbrochen und regionale Schäden
Die Unwetter unterbrachen auch das Linkin-Park-Konzert im Zürcher Letzigrund-Stadion. Die Aufführung wurde für etwa 50 Minuten unterbrochen, bevor sie fortgesetzt wurde. In der Region Bern führten die starken Regenfälle zu 12 Meldungen über umgestürzte Bäume und Wassereinbrüche in Gebäuden, Verletzte wurden jedoch nicht gemeldet.
Berichte von Passagieren über lange Reisen
Reisende, die von den Behinderungen betroffen waren, berichteten von Frustration. Eine Edelweiss-Passagierin aus Kreta sagte der 20 Minuten, ihr Flugzeug sei eine Stunde lang gekreist, bevor es nach 23 Uhr nach Stuttgart auswich. „Wir haben weder während des Fluges noch danach Informationen erhalten“, sagte sie. Sie teilte sich schließlich ein Taxi nach Zürich, das rund 550 Euro kostete. Ein anderer Passagier auf einem Flug von Berlin nach Zürich sagte, er sei ohne Hotel geblieben und habe nur eine entschuldigende E-Mail erhalten. Solche Berichte waren weit verbreitet, als Tausende am Flughafen festsaßen oder verzweifelt versuchten, ihr Ziel zu erreichen.


