Untertage-Kohlebrand in Meuselwitz schwelt seit einem Monat, Löschversuche gestalten sich schwierig
Ein seit einem Monat unterirdisch brennender Braunkohlebrand auf einem ehemaligen ostdeutschen Tagebaugelände hat Löschversuche aus der Luft und mit Sprinklern getrotzt; die Behörden planen nun, das Gebiet aus einem nahegelegenen See zu fluten.
Brandursprung und Erstmaßnahmen
Der Brand brach am letzten Juni-Wochenende im stillgelegten Tagebaugebiet Rusendorf bei Meuselwitz (Thüringen) in der Nähe der Grenzen zu Sachsen-Anhalt und Sachsen aus. Es wird angenommen, dass ein durchhängendes Hochspannungskabel einen Baum entzündete und einen oberirdischen Brand auslöste, der innerhalb weniger Tage gelöscht wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren die Flammen jedoch bereits unterirdisch in Kohlerückstände eingedrungen. Das Gelände wurde der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) übergeben, der das Land gehört und die für die Sanierung ehemaliger ostdeutscher Braunkohlebetriebe zuständig ist, einschließlich der Wiederherstellung von Land und Gewässern.
Das Becken wurde bis 2013 vom Bergbauunternehmen Mibrag zur Ascheentsorgung genutzt, wobei Braunkohlereste im Boden verblieben. Tobias Rudolph, Professor für Geo- und Umweltmonitoring an der Technischen Hochschule Georg Agricola in Bochum, bezeichnete den Brand als Paradebeispiel für den Klimawandel. Anhaltende Trockenperioden hatten den Boden tief unter der Oberfläche ausgetrocknet, und der Grundwasserspiegel im Bergbaugebiet war abgesenkt. Ein einziger Funke reichte aus, um den Staub zu entzünden und den Brand auszulösen.
- Brand bricht im stillgelegten Tagebaugebiet Rusendorf am letzten Juni-Wochenende aus.
- Oberirdische Flammen werden gelöscht, das Gelände wird an die LMBV übergeben, während der Brand unterirdisch weiter schwelen.
- An zwei Tagen werden Helikopter-Wasserabwürfe getestet, erreichen aber die tieferen Brandschichten nicht. Eine Sprinkleranlage und eine Brandschneise werden eingerichtet.
- LMBV kündigt Plan an, Wasser aus einem 4 km entfernten Tagebaurestsee zu pumpen; kein Starttermin für die Flutung wird genannt.
Warum der unterirdische Brand so schwer zu löschen ist
Der Brand glimmt in einem ehemaligen Kohleabsetzbecken, in dem laut Martin Kreßner, Professor für Tagebau und Rekultivierung an der TU Bergakademie Freiberg, Kohlestaub aus einem ehemaligen Kraftwerk in Absetzbecken gespült wurde und sich entzündete, wobei er tiefe Bodenschichten durchdrang.
Dort gab es ein ehemaliges Kraftwerk, wovon der Kohlestaub in die Absetzbecken gespült wurde.
Die dünne Deckschicht verhindert, dass Löschwasser direkt an den Brandherd gelangt.
Das Problem ist, dass die relativ geringe Deckschicht den unmittelbaren Zutritt des Löschwassers verhindert.
Die LMBV weist darauf hin, dass der brennende Bereich nicht betreten werden kann und dass sich der Brand ständig verlagert und an verschiedenen Stellen aufflackert. Nur eine Kühlung der heißen Stellen oder eine Unterbrechung der Luftzufuhr könnte ihn löschen, aber der Zugang ist stark eingeschränkt.
## Löschversuche
Ein Löschhubschrauber warf an zwei Testtagen Wasser über ein abgegrenztes Gebiet ab, doch die LMBV erklärte, der Versuch habe nicht den gewünschten Effekt erzielt, da das Wasser lediglich die Oberfläche aufwühlte, ohne die tieferen Schichten zu erreichen. Anschließend wurde eine Sprinkleranlage installiert, um die Brandherde zu bekämpfen, und um das betroffene Gebiet wurde eine Brandschneise gezogen, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Der aktuelle Plan besteht darin, das gesamte Gebiet mit Wasser aus einem vier Kilometer entfernten Tagebaurestsee zu benetzen. Dafür sollen zwei Rohrleitungen verlegt werden, aber der Zeitplan für den Start der Flutung ist noch unklar.
Klima- und Altbergbaukontext
Rudolph betonte, dass die anhaltende Dürre und der abgesenkte Grundwasserspiegel, eine Folge der Bergbaugeschichte, ideale Bedingungen für die unterirdische Entzündung geschaffen hätten. Die LMBV, die auf die Rekultivierung ehemaliger DDR-Braunkohletagebaue spezialisiert ist, leitet die Löschmaßnahmen. Behördenvertreter haben erklärt, dass es in der Region in jüngster Zeit keinen vergleichbaren Kohlebrand gegeben habe.


