UniCredit-Anteil an Commerzbank erreicht 47,6 % nach Übernahmeangebot – kurz vor Mehrheitskontrolle
Der Anteil der UniCredit an der Commerzbank ist auf 47,6 % gestiegen, nachdem Aktionäre 17,6 % des Kapitals der deutschen Bank im Rahmen des Übernahmeangebots des italienischen Kreditinstituts angedient hatten. Damit rückt CEO Andrea Orcel der Mehrheitskontrolle näher.
Ergebnisse des Übernahmeangebots
Die UniCredit gab am Mittwoch bekannt, dass Aktionäre, die 17,6 % des Kapitals der Commerzbank vertreten, ihr Übernahmeangebot angenommen haben. Damit steigt der Gesamtanteil des italienischen Kreditinstituts auf 47,6 %. Die Annahmequote lag
, so eine Erklärung der Bank. Die Angebotsfrist war im Juni abgelaufen, wobei die UniCredit einen direkten Anteil von 42,5 % hielt.deutlich über den ursprünglichen Prognosen
- Der direkte Anteil der UniCredit erreicht 42,5 % nach Ende der ersten Angebotsfrist im Juni.
- Der Anteil steigt auf 47,6 %, da Aktionäre 17,6 % des Kapitals der Commerzbank andienen.
Weg zur Mehrheitskontrolle
CEO Andrea Orcel verfolgt die Commerzbank seit Monaten mit dem Ziel, ein europäisches Banken-Imperium zu schaffen. Die zusätzlichen Aktien bringen die UniCredit an die Schwelle der Mehrheitseigentümerschaft, was ihr die volle Kontrolle über das in Frankfurt ansässige Kreditinstitut verschaffen würde. Regulatorische Genehmigungen stehen noch aus, aber das starke Angebotsergebnis stärkt Orcels Verhandlungsposition.
Deutscher Widerstand
Die Commerzbank hat sich gegen den unaufgeforderten Ansatz gewehrt. Am Dienstag veröffentlichte die Bank eine Umfrage unter den wichtigsten Finanzentscheidern deutscher Unternehmen, die ergab, dass 71 % eine feindliche Übernahme negativ bewerten. Die Umfrage ist Teil der Verteidigungsstrategie der Commerzbank und hebt Bedenken hinsichtlich Arbeitsplatzverlusten und reduzierter Kreditvergabe an deutsche Unternehmen hervor. Die Bank bezeichnete die Ergebnisse als „eindeutig".
Marktreaktion
Die Aktien der Commerzbank fielen am Mittwoch um 1,33 %, während die UniCredit um 3,03 % nachgab. Dies spiegelt die Vorsicht der Anleger angesichts der Komplexität des Deals und möglicher politischer Gegenwehr wider. Die Transaktion wäre, falls sie abgeschlossen wird, einer der größten grenzüberschreitenden Bankendeals in Europa der letzten Jahre.

