
UniCredit nähert sich Mehrheit bei Commerzbank mit 49,65% Stimmrechtsanteil, Commerzbank signalisiert Dialogbereitschaft
Das Übernahmeangebot der UniCredit für die Commerzbank ist mit Annahmen für 17,6% der Aktien ausgelaufen, wodurch ihr direkter Anteil auf 44,37% und mit Optionen auf 47,59% des Kapitals gestiegen ist, was 49,65% der Stimmrechte entspricht. Die Commerzbank erklärt, sie sei weiterhin offen für einen konstruktiven Dialog, wirft der italienischen Bank jedoch Intransparenz vor.
Angebotsergebnis
Das Umtauschangebot der UniCredit für die Commerzbank, das Anfang Mai 2026 gestartet wurde, lief am 3. Juli mit Annahmen für 17,6 Prozent der Aktien der Frankfurter Bank aus. Der italienische Kreditgeber bot 0,485 eigene Aktien für jede Commerzbank-Aktie. Zusammen mit dem Anteil von 26,77 Prozent, den die UniCredit seit ihrem ersten Einstieg im September 2024 aufgebaut hatte, beträgt ihr direkter Anteil nun 44,37 Prozent. Einschließlich Call-Optionen auf weitere 3,22 Prozent der Aktien kontrolliert die UniCredit 47,59 Prozent des Commerzbank-Kapitals, was 49,65 Prozent der Stimmrechte entspricht, da die eigenen Aktien der Commerzbank keine Stimmrechte tragen. Die UniCredit erklärte, das Ergebnis habe die eigenen Erwartungen deutlich übertroffen und die Stimmrechte würden auf das gleiche Niveau steigen, sobald die Commerzbank eigene Aktien zurückkauft.
Reaktion der Commerzbank
Die Commerzbank erklärte, sie bleibe offen für einen konstruktiven Dialog mit der UniCredit, erneuerte jedoch ihre Kritik am Vorgehen der italienischen Bank. Der Kreditgeber behauptete, die eingereichten Aktien stammten überwiegend von Banken und mit der UniCredit verbundenen Parteien, und die Annahmequote unter unabhängigen Aktionären sei gering.
Die eingereichten Aktien stammen überwiegend von Banken und mit der UniCredit verbundenen Parteien. Die geringe Annahmequote unter unabhängigen Aktionären ist ein Beleg für die mangelnde Attraktivität des Angebots.
Aufsichtsratschef Jens Weidmann betonte die Notwendigkeit, Stabilität und Verlässlichkeit zu bewahren, während Vorstandsvorsitzende Bettina Orlopp sagte, der Fokus der Bank werde weiterhin auf Kunden, Mitarbeitern und Aktionären liegen.
Der Aufsichtsrat und der Vorstand der Commerzbank bleiben den Interessen des Unternehmens und dem Schutz der Interessen aller Stakeholder, Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre verpflichtet.
Auch in Zukunft wird der Fokus unseres Handelns auf den Interessen unserer Kunden, unserer Mitarbeiter und unserer Aktionäre liegen.
Regulatorische und politische Hürden
Eine vollständige Übernahme bedarf noch der Zustimmung der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank und der Wettbewerbsbehörden der Europäischen Kommission. Die deutsche Bundesregierung, die als zweitgrößter Aktionär einen Anteil von 12 Prozent hält, lehnt das feindliche Angebot ab und hat das Recht, zwei Kandidaten für den Aufsichtsrat der Commerzbank zu nominieren. Die Commerzbank besteht darauf, dass jeder realistische Weg zu Synergien das Management, die Mitarbeiter und die Bundesregierung einbeziehen muss.
Nächste Schritte und HV-Drohung
Die UniCredit kann nun weitere Aktien auf dem freien Markt kaufen, steht aber weiterhin unter Beobachtung der Finanzaufsicht. Die Bank hat zuvor signalisiert, dass sie bei der nächsten Hauptversammlung im Frühjahr 2027 versuchen könnte, das Management der Commerzbank auszutauschen, wenn sie ausreichende Unterstützung der Aktionäre erhält. Das Angebot, das ursprünglich unter dem Marktwert der Commerzbank lag, wurde in den letzten Wochen attraktiver, da der Aktienkurs der UniCredit selbst gestiegen ist.
- UniCredit erwirbt ersten Anteil an der Commerzbank
- UniCredit startet Umtauschangebot von 0,485 Aktien pro Commerzbank-Aktie
- Angebot läuft aus; Annahmen für 17,6% der Commerzbank-Aktien
- UniCredit gibt Stimmrechtsanteil von 49,65% bekannt
- Nächste Hauptversammlung; mögliche Abstimmung über Managementwechsel

