
Ungarisches Gericht nimmt polnischen Busfahrer nach Unfall mit 12 Toten für 30 Tage in Untersuchungshaft
Ein Gericht in Miskolc hat einen 62-jährigen polnischen Busfahrer nach einem nächtlichen Unfall auf der Autobahn M3, bei dem 12 Pilger auf der Rückreise von Medjugorje ums Leben kamen, für 30 Tage in Untersuchungshaft genommen.
Gerichtsentscheidung in Miskolc
Das Bezirksgericht Miskolc ordnete am Dienstag eine 30-tägige Untersuchungshaft für den polnischen Fahrer an, der in einen tödlichen Busunfall in Ostungarn verwickelt war. Die Gerichtsverhandlung begann am 18. August 2026 um 13:00 Uhr, das Gericht erließ die Haftentscheidung kurz nach 15:00 Uhr. Nach ungarischem Verfahrensrecht darf die Polizei einen Tatverdächtigen maximal 72 Stunden ohne richterlichen Haftbefehl festhalten. Die Regionalstaatsanwaltschaft beantragte vor Ablauf dieser Frist die Untersuchungshaft mit der Begründung, der 62-jährige Tatverdächtige stelle eine Fluchtgefahr dar, könne sich verstecken oder Beweismittel beeinträchtigen.
Umstände des Unfalls auf der M3
Der Zusammenstoß ereignete sich in der Nacht vom 15. auf den 16. August 2026 gegen 01:00 Uhr Ortszeit nahe der Stadt Mezőkeresztes auf der Autobahn M3. Der von der Transportfirma Michael betriebene Bus beförderte 57 Fahrgäste auf der Rückreise nach Polen von einer religiösen Pilgerfahrt zum katholischen Heiligtum Medjugorje im Südwesten Bosnien und Herzegowinas. Zwölf Menschen starben noch an der Unfallstelle, nachdem das Fahrzeug nach rechts von der Fahrbahn abkam, den Seitenstreifen überquerte und auf der Böschung auf der Seite zum Liegen kam. Rettungskräfte versorgten mehrere Überlebende; erste Einschätzungen ergaben drei Personen mit lebensbedrohlichen Verletzungen und zwischen 7 und 20 Fahrgästen mit schweren Verletzungen.
- Polnischer Pilgerbus fährt auf der M3 bei Mezőkeresztes von der Fahrbahn ab und überschlägt sich
- Ungarische Polizei verhört den Fahrer unter dem Verdacht der fahrlässigen Gefährdung
- Bezirksgericht Miskolc beginnt Anhörung zur Untersuchungshaft des Fahrers
- Gericht ordnet 30 Tage Untersuchungshaft für den 62-jährigen Tatverdächtigen an
Fahreraussage und Reaktion der Verteidigung
Ungarische Ermittler vermuten, dass der Fahrer aufgrund körperlicher Erschöpfung am Steuer eingeschlafen ist, was direkt zum Kontrollverlust führte. Tamás Barkó, Sprecher der Staatsanwaltschaft des Komitats Borsod-Abaúj-Zemplén, erläuterte die ersten Erkenntnisse nach der vorläufigen Vernehmung am Montag, dem 17. August.
Der Tatverdächtige hat noch keine Erklärungen abgegeben. Nach den bisher im Verfahren gewonnenen Informationen ist der Unfall wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass der Fahrer am Steuer eingeschlafen ist.
Der 62-jährige Fahrer machte von seinem gesetzlichen Recht Gebrauch, die Aussage bei der Vernehmung durch die ungarische Polizei zu verweigern. Sein Verteidiger Béla Beregszászi sagte der ungarischen Zeitung Blikk, sein Mandant befinde sich nach der Kenntnisnahme der Todeszahl und des Gesamtausmaßes der Katastrophe in einem Zustand tiefen Schocks.
Parallelermittlungen in Ungarn und Polen
Die Regionalstaatsanwaltschaft beschrieb den mechanischen Ablauf des Unfalls in Stellungnahmen, die den Kontrollverlust auf der Autobahn detailliert darlegten.
Der Fahrer befand sich nicht in einem Zustand, der den sicheren Betrieb des Fahrzeugs gewährleistete; er schlief aufgrund von Müdigkeit ein, wodurch der Bus nach rechts von der Fahrbahn über den Seitenstreifen abkam und auf der Böschung neben der Autobahn auf der Seite zum Liegen kam.
Die rechtlichen Folgen reichen über Ungarn hinaus, da die polnischen Behörden ein paralleles Strafverfahren zu der Tragödie einleiteten. Die Staatsanwaltschaft Krosno eröffnete ein offizielles Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Landverkehrskatastrophe mit Todesfolge. Der polnische Fahrer bleibt zunächst für einen Monat in einer ungarischen Haftanstalt, während die forensische Rekonstruktion des Unfalls fortgesetzt wird.


