UNAIDS warnt: HIV-Epidemie könnte wieder aufflammen, da globale Finanzierung um 18 % auf 7,3 Milliarden Dollar sinkt – niedrigster Stand seit zwei Jahrzehnten
Die globale HIV-Finanzierung ist 2025 um 18 % auf 7,3 Milliarden Dollar gefallen – der niedrigste Stand seit fast zwei Jahrzehnten, hauptsächlich verursacht durch Kürzungen der USA, teilte UNAIDS auf der Internationalen AIDS-Konferenz in Brasilien mit. Die Organisation warnte, dass die Epidemie ohne erneutes Engagement wieder aufflammen könnte, da es im vergangenen Jahr 1,2 Millionen Neuinfektionen gab und Präventionsprogramme in Subsahara-Afrika zusammenbrechen.
Finanzierungskollaps
Die internationale HIV-Finanzierung ist 2025 um 18 % auf 7,3 Milliarden Dollar gefallen – der niedrigste Stand seit fast zwei Jahrzehnten, wie aus einem 60-seitigen UNAIDS-Bericht hervorgeht, der am Montag auf der Internationalen AIDS-Konferenz in Brasilien veröffentlicht wurde. Der Rückgang um mehr als 1,5 Milliarden Dollar wurde hauptsächlich durch Kürzungen der USA verursacht, die zuvor 75 % der gesamten internationalen HIV-Hilfe bereitgestellt hatten. Der Bericht beschrieb eine „Zeit tiefgreifender politischer und finanzieller Umwälzungen“, die nun jahrzehntelange Fortschritte gegen das Virus bedroht.
Die internationale Gemeinschaft ist in eine Zeit tiefgreifender politischer und finanzieller Umwälzungen eingetreten, die jahrzehntelange hart erkämpfte Fortschritte gegen HIV bedroht.
US-Politikwechsel
Präsident Donald Trump ordnete nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 eine vorübergehende Einstellung aller HIV-bezogenen Finanzierungen an. Lebensrettende Behandlungsprogramme wurden Tage später wieder aufgenommen, aber die meisten Präventionsbemühungen blieben eingeschränkt. Der Stopp und die anschließenden Beschränkungen reduzierten direkt den Geldfluss in Länder, die auf US-Unterstützung angewiesen sind, wobei UNAIDS feststellte, dass die Kürzungen der größte Einzelfaktor für den gesamten Finanzierungsrückgang waren. Einige Regierungen erhöhten die inländischen Ausgaben, um den Verlust teilweise auszugleichen, wodurch der Gesamtrückgang der globalen HIV-Ressourcen auf 6 % begrenzt wurde, statt der 18 % bei der internationalen Finanzierung allein.
Präventionsprogramme am härtesten getroffen
Die Finanzierungsunterbrechungen trafen die Prävention am härtesten. In Subsahara-Afrika, wo etwa die Hälfte aller weltweiten HIV-Neuinfektionen auftritt, kamen viele Präventionsaktivitäten nahezu zum Stillstand. Nationale Daten aus Kamerun, Nigeria und Sambia zeigten, dass die Zahl der Menschen, die eine Präexpositionsprophylaxe (PrEP) erhielten, um mehr als 50 % zurückging. Auch gemeindenahe Dienste, die die am stärksten von HIV betroffenen Bevölkerungsgruppen erreichen, waren schwer betroffen.
Die Unterbrechungen der HIV-Finanzierung haben die HIV-Prävention, -Tests und Schlüsselkomponenten von Behandlungsprogrammen schwer beeinträchtigt, wie etwa die Palette gemeindenaher Dienste, die die am stärksten von HIV betroffenen Menschen erreichen.
Neuinfektionen und das Ziel für 2030
Trotz der Finanzierungskrise sind HIV-Neuinfektionen und AIDS-bedingte Todesfälle auf den niedrigsten Stand seit mehr als 30 Jahren gefallen. Allerdings haben sich 2025 immer noch 1,2 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert, und UNAIDS erklärte, dass das globale Ziel, AIDS bis 2030 als Bedrohung für die öffentliche Gesundheit zu beenden, nicht erreicht wird. Der Bericht nannte reduzierte Finanzmittel sowie konkurrierende Krisen wie Ebola-Ausbrüche als Faktoren, die die Bekämpfung untergraben.
Ohne erneutes Engagement und Handeln riskiert die Welt ein Wiederaufflammen der HIV-Epidemie.
Ausblick
UNAIDS forderte eine Wiederherstellung der globalen Solidarität und Maßnahmen zur Bekämpfung von Ungleichheiten. Der Bericht warnte, dass die derzeitige Fragilität der HIV-Bekämpfung hart erkämpfte Erfolge gefährde und dass die Epidemie ohne eine Umkehr der Finanzierungstrends wieder aufflammen könnte. Die Konferenz in Brasilien wird sich voraussichtlich auf die Mobilisierung neuer Zusagen konzentrieren.
- Trump ordnet vorübergehende Einstellung aller HIV-bezogenen Finanzierungen an.
- Lebensrettende HIV-Programme werden wieder aufgenommen; die meisten Präventionsbemühungen bleiben eingeschränkt.
- Weltweit werden 1,2 Millionen HIV-Neuinfektionen registriert.
- UNAIDS veröffentlicht Bericht auf der Internationalen AIDS-Konferenz in Brasilien und warnt vor Wiederaufflammen.


