Konflikte · Jerusalem
UN-Untersuchung beschuldigt Israel der Ausrottung und Folter im Westjordanland und bestätigt Völkermord-Feststellung für Gaza
Die von den Vereinten Nationen mandatierte Kommission erklärte zudem, Israel setze in Gaza weiterhin völkermörderische Handlungen fort, und veröffentlichte den Bericht einen Tag vor den israelischen Parlamentswahlen am Dienstag, 27. Oktober.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Le Monde.fr, 7sur7, RTBF und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Die Kommission erklärt, Israel setze trotz der im Oktober 2025 unterzeichneten Waffenruhe völkermörderische Handlungen in Gaza fort, und zählt mindestens 196 seitdem getötete Palästinenser, darunter 18 Frauen, 32 Jungen und 11 Mädchen.
Die Kommission beschuldigt israelische Behörden und Streitkräfte der Ausrottung, Folter, Vergewaltigung und Verfolgung im Westjordanland und meldet 254 zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 30. September 2026 getötete Palästinenser.
Nach Angaben der Kommission kontrollieren israelische Streitkräfte inzwischen mindestens 60 Prozent des Gazastreifens, nach 53 Prozent bei der Unterzeichnung der Waffenruhe im Oktober 2025.
Die Kommission dokumentierte sechs Fälle, in denen Wächter im Militärgefängnis Sde Teiman männliche Häftlinge aus Gaza sexuell missbrauchten; die Schilderungen konnten nicht unabhängig bestätigt werden.
Israels Botschafter in Genf nannte den Bericht einen Versuch, den jüdischen Staat zu zerstören; der Bericht erschien kurz vor den israelischen Parlamentswahlen am Dienstag, 27. Oktober.
Befunde zu Gaza
Die von den Vereinten Nationen mandatierte Untersuchungskommission für das besetzte palästinensische Gebiet, die 2021 vom UN-Menschenrechtsrat eingesetzt wurde und von Navi Pillay geleitet wird, erklärte in einem am Montag, 26. Oktober, veröffentlichten Bericht, eine im Oktober 2025 unterzeichnete Waffenruhe habe nicht beendet, was sie als Völkermord Israels in Gaza beschreibt. Seit dieser Vereinbarung hätten israelische Streitkräfte ihre Kontrolle von 53 Prozent des Gebiets auf mindestens 60 Prozent ausgedehnt, so die Kommission. Israelisches Feuer entlang der vorrückenden Front habe in diesem Zeitraum mindestens 196 Palästinenser getötet, darunter 18 Frauen, 32 Jungen und 11 Mädchen.
- Oktober 2025 (Waffenruhe unterzeichnet)
- 53 %
- Bericht der Kommission, 26. Oktober 2026 (mindestens)
- 60 %
Daten aus dem Artikeltext
Die Kommission hatte Israel erstmals im vergangenen Jahr des Völkermords in Gaza beschuldigt, und ihr neuer Bericht erklärt, Israel verübe dort weiterhin völkermörderische Handlungen mit der Absicht, Palästinenser ganz oder teilweise zu vernichten. Die Aufschlüsselung nach Gruppen zeigt, dass Frauen, Jungen und Mädchen nach den Zahlen der Kommission einen erheblichen Anteil der seit der Waffenruhe Getöteten ausmachen.
- Frauen
- 18 Menschen
- Jungen
- 32 Menschen
- Mädchen
- 11 Menschen
Daten aus dem Artikeltext
Vorwürfe zum Westjordanland
Derselbe Bericht beschuldigt israelische Behörden und Streitkräfte von Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Westjordanland, namentlich Ausrottung, Folter, Vergewaltigung und andere Formen sexueller Gewalt sowie Verfolgung. Die Kommission erklärt, diese Taten seien auf sich überschneidenden diskriminierenden Gründen begangen worden, die sich auf Staatsangehörigkeit, Rasse und ethnische Zugehörigkeit konzentrierten. Sie dokumentiert zudem eine drastische Verschlechterung seit dem 7. Oktober 2023: Zwischen 2008 und dem 6. Oktober 2023 seien sechs Palästinenser durch Luftangriffe getötet worden, zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 30. September 2026 hingegen 254.
- 2008 bis 6. Oktober 2023 (Luftangriffe)
- 6 Menschen
- 7. Oktober 2023 bis 30. September 2026
- 254 Menschen
Daten aus dem Artikeltext
Die Dokumentation der Kommission soll die Rechenschaftspflicht stützen; Staatsanwälte am Internationalen Strafgerichtshof oder in anderen Jurisdiktionen könnten darauf zurückgreifen, um Täter zu verfolgen.
Siedlungen und Vertreibung
Israel besetzt das Westjordanland seit 1967, und dort leben mehr als drei Millionen Palästinenser neben etwa 500.000 Israelis in Siedlungen, die das Völkerrecht als illegal betrachtet. Seit den Angriffen vom 7. Oktober 2023 ist die Zahl der Siedlungsaußenposten rasch gestiegen. Am 4. September beschuldigte das UN-Menschenrechtsbüro Israel, zu Beginn des Jahres 2025 mehr als 33.000 Palästinenser aus drei Lagern im Westjordanland gewaltsam vertrieben zu haben, was die Möglichkeit eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit und einer ethnischen Säuberung aufwirft.
Vorwürfe zur Haft
Der Bericht enthält drastische Schilderungen sexueller Übergriffe von Gefängniswächtern und Soldaten auf palästinensische Häftlinge seit Oktober 2023. Eine Schilderung beschreibt, wie weibliche Wächter eine schwangere Palästinenserin einer Leibesvisitation unterzogen. Eine andere beschreibt, wie Wächter eine weibliche Häftling schlugen und sexistische Beschimpfungen äußerten, während sie ihr den Zugang zu einer Toilette und zu Damenbinden verwehrten. Die Schilderungen konnten nicht unabhängig bestätigt werden. Die Kommission dokumentierte sechs aktuelle Fälle, in denen Wächter im Militärgefängnis Sde Teiman männliche Häftlinge aus Gaza sexuell missbrauchten, darunter ein Fall, den der Bericht als Vergewaltigung beschreibt.
Israels Reaktion und der Zeitpunkt
Israel hat die Ergebnisse zurückgewiesen; sein Botschafter in Genf nannte den Bericht einen Versuch, den jüdischen Staat zu zerstören und ihm das Existenzrecht abzusprechen. Israelische Behörden haben die Völkermord-Feststellung der Kommission bereits früher als falsch und antisemitisch zurückgewiesen. Der Bericht wurde kurz vor den israelischen Parlamentswahlen veröffentlicht, die für Dienstag, 27. Oktober, angesetzt sind. Israel bestreitet sowohl den Völkermord als auch die Vorwürfe sexueller Übergriffe in dem Bericht.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Le Monde.frIsrael von einer UN-Untersuchungskommission beschuldigt, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, einschließlich der Ausrottung, im Westjordanland begangen zu habenIsraël accusé par une commission d'enquête de l'ONU de commettre des crimes contre l'humanité, dont celui d'extermination, en Cisjordanie · Original auf Französisch
- 7sur7Eine UN-Kommission beschuldigt Israel der „Ausrottung“ im WestjordanlandUne commission de l'Onu accuse Israël d'"extermination" en Cisjordanie · Original auf Französisch
- RTBFEine UN-Kommission beschuldigt Israel der „Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch Ausrottung“Une commission de l'Onu accuse Israël de 'crimes contre l'humanité d'extermination' - RTBF Actus · Original auf Französisch
- newsORF.atUNO-Ermittler werfen Israel Verbrechen im Westjordanland vor
- Navi Pillay
- Leitet die von den Vereinten Nationen mandatierte Untersuchungskommission für das besetzte palästinensische Gebiet
- Orte
- Jerusalem, Israel, Westjordanland, Gazastreifen, Genf
- Organisationen
- Vereinte Nationen
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen