
Ukraine sichert sich Verträge über 1.000 Patriot-Raketen, während EU 3,2 Milliarden Euro-Tranche freigibt
Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben eine Ausnahmegenehmigung erteilt, die es der Ukraine erlaubt, US-amerikanische Patriot-Raketen mit einer bevorstehenden Kreditauszahlung in Höhe von 3,2 Milliarden Euro zu kaufen, während Deutschland sofortige Abfangraketen aus Militärbeständen zusagte.
Patriot-Beschaffung und die EU-Finanzierungsausnahme
Die Ukraine schließt mit Hilfe der Verbündeten und über Finanzierungsmechanismen der Europäischen Union Verträge über rund 1.000 Raketen für Patriot-Luftabwehrsysteme ab. Der ukrainische Verteidigungsminister Jewhen Chmara gab die Vereinbarungen während einer Videokonferenz der Ukraine-Kontaktgruppe am 8. September bekannt. Da der Großteil der neu bestellten Abfangraketen erst in den kommenden Jahren eintreffen wird, fordert Kiew weiterhin direkte Lieferungen einsatzbereiter Raketen aus den Beständen der Partnerländer. Die EU-Mitgliedstaaten genehmigten eine Ausnahme von den Regeln für den 90 Milliarden Euro schweren EU-Unterstützungskredit, der bis 2027 läuft. Nach den Standardbedingungen schreibt der Kredit vor, dass mindestens 65 % der beschafften Verteidigungsgüter aus der EU, der Ukraine oder Norwegen stammen müssen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, dass eine bevorstehende Tranche von 3,2 Milliarden Euro für US-amerikanische PAC-3-Komponenten verwendet wird; die formelle schriftliche Genehmigung ist für den 11. September vorgesehen.
- Bisher ausgezahlt
- 8.4 Mrd. €
- Bevorstehende Tranche
- 3.2 Mrd. €
- Gesamtkreditfazilität bis 2027
- 90 Mrd. €
Sofortige deutsche Abfangraketen und Industrieaufträge
Um den akuten Munitionsmangel zu beheben, kündigte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius die Übergabe von PAC-2-Abfangraketen und AIM-9-Luft-Luft-Raketen direkt aus den Beständen der Bundeswehr an. Das Paket umfasst ukrainische Bestellungen von Tausenden zusätzlicher IRIS-T-Lenkwaffen, die über den EU-Verteidigungskredit finanziert werden, der eine neue Produktionslinie finanzieren wird. Deutschland wird sich auch am ukrainischen Stadtverteidigungsprojekt „City Dome“ beteiligen und über ein britisches Konsortium Zehntausende von Langstreckenartilleriegeschossen finanzieren. Die virtuelle Sitzung war die erste Kontaktgruppensitzung sowohl für Chmara als auch für den britischen Verteidigungsminister Wes Streeting. Pistorius wies den russischen Druck zurück und erklärte, dass die Unterstützung der Verbündeten fest bleibe.
Russlands rücksichtsloses und verantwortungsloses Verhalten stärkt unsere Entschlossenheit, Frieden und Freiheit in Europa zu verteidigen.
Deutsche Industrieforderungen und Sicherheitsspannungen
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul forderte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf, mehr militärische Beschaffungsaufträge an deutsche Rüstungsunternehmen zu vergeben. Wadephul argumentierte, dass Deutschland als führender Geldgeber erwarte, dass einheimische Hersteller von ukrainischen Waffenkäufen profitieren. Er unterstützte auch Vorschläge, Kiew dabei zu helfen, wehrpflichtige ukrainische Männer in Deutschland zu kontaktieren, um eine freiwillige Rückkehr zu fördern. Die Spannungen mit Moskau verschärften sich nach einem Vorfall Anfang August, als Behörden eine mit Sprengstoff beladene Drohne in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge am Flughafen Leipzig/Halle entdeckten. Wadephul wies Behauptungen des russischen Außenministers Sergej Lawrow zurück, der erklärte, die deutschen Anschuldigungen bezüglich des Drohnenvorfalls stellten den Beginn eines tatsächlichen Krieges dar.
Wir sind jetzt der stärkste Unterstützer der Ukraine in Bezug auf finanzielle und militärische Hilfe. Und es muss selbstverständlich sein, dass die deutsche Verteidigungsindustrie davon profitiert.
Luftangriffe und Versorgungsengpässe
Die Zusagen der Verbündeten kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die russischen Streitkräfte ihre Lufttaktik gegen ukrainische Bevölkerungszentren ändern. Drohnenangriffe auf Kiew finden nun ununterbrochen Tag und Nacht statt, wobei schnelle, düsengetriebene unbemannte Flugzeuge anstelle älterer Propellermodelle eingesetzt werden. Gleichzeitig treffen ballistische Raketensalven die Grenzregionen und die Hauptstadt, wobei am 8. September fünf Menschen bei Angriffen auf Kiew getötet wurden. Die ukrainischen Abfangraketenbestände sind erschöpft, sodass die Verteidigungseinheiten nicht in der Lage sind, alle ankommenden ballistischen Waffen zu stoppen. Chmara berichtete von keinen strategischen russischen Geländegewinnen entlang der 1.200 Kilometer langen Frontlinie, betonte jedoch ein Finanzierungsdefizit von 27 Milliarden Dollar für die Drohnenbeschaffung.
- Sprengstoffbeladene Drohne am Flughafen Leipzig/Halle in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge entdeckt
- UDCG tritt zusammen, während EU Patriot-Beschaffungsausnahme genehmigt und Deutschland PAC-2-Raketen zusagt
- Europäische Kommission soll formelle schriftliche Entscheidung über Patriot-Raketenausnahme erlassen

