
Ukraine weitet Logistikangriffe auf Ozon-Lager aus, nachdem 15 Wildberries-Standorte getroffen wurden
Ukrainische Drohnen trafen zwei Tage in Folge Ozon-Logistikzentren in Orenburg und Samara und erzwangen mehr als 300 Evakuierungen, im Anschluss an frühere Angriffe auf 15 Wildberries-Standorte.
Aufeinanderfolgende Angriffe auf das Ozon-Logistiknetzwerk
Ukrainische Drohnenangriffe zielten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen auf Logistikeinrichtungen des russischen E-Commerce-Unternehmens Ozon und weiteten die Operationen gegen die heimische Frachtinfrastruktur aus. Am 23. August 2026 traf ein unbemanntes Luftfahrzeug ein Ozon-Logistikzentrum in der Oblast Orenburg im Zentrum Russlands. Der Angriff entfachte ein Feuer innerhalb des Komplexes und zwang Rettungskräfte, mehr als 300 Mitarbeiter aus dem Gebäude zu evakuieren, wie aus einer offiziellen Stellungnahme des Unternehmens hervorgeht. Einen Tag zuvor, am 22. August 2026, hatten ukrainische Streitkräfte ein weiteres Ozon-Lager in der benachbarten Oblast Samara angegriffen. Ozon bestätigte, dass bei dem Angriff auf Samara mehrere Personen verletzt wurden, der den Frachtumschlag in der Region beschädigte. Ozon ist der zweitgrößte Online-Marktplatz in Russland und wickelt neben dem Branchenführer Wildberries erhebliche regionale Paketvolumen ab.
Schwere Schäden in regionalen Verteilzentren
Der Angriff auf russische Logistikanlagen weitete sich am 23. August 2026 auch auf den Nordwesten Russlands aus. Am Rande von Sankt Petersburg berichteten Rettungsdienste und der Logistikbetreiber Logistera, dass ein Drohnenangriff ein Feuer auf 82.000 Quadratmetern in einem Verteilzentrum in der Nähe von Ozon-Betrieben entfacht habe. Kommerzielle Logistikknotenpunkte im ganzen Land genießen im Vergleich zu militärischen Einrichtungen ein deutlich geringeres Schutzniveau, wodurch ausgedehnte Lagerhallen Feueranfällig sind. Berichten zufolge haben aufeinanderfolgende Drohnentreffer strukturelle und lagerschäden in Milliardenhöhe verursacht, wobei mehrere Logistikzentren vollständig niedergebrannt sind. Sowohl Wildberries als auch Ozon dominieren den inländischen Einzelhandelsliefermarkt in Russland und werden häufig mit Amazon verglichen, was ihre umfangreiche Infrastruktur betrifft.
- Russlands Präsident Wladimir Putin kündigt staatliche Maßnahmen zum Wiederaufbau zerstörter Wildberries-Lager an
- Ein Drohnenangriff beschädigt ein Ozon-Lager in der Oblast Samara und verletzt mehrere Personen
- Drohnenangriffe lösen die Evakuierung von 300 Mitarbeitern in Orenburg und einen 82.000 Quadratmeter großen Brand nahe Sankt Petersburg aus
Ausweitung von Wildberries auf Ozon-Betriebe
Die gezielte Attacke auf Ozon folgt auf eine Kampagne ukrainischer Streitkräfte, die sich zuvor über mehrere Monate auf Wildberries-Einrichtungen konzentrierte. Ukrainische Behörden rechtfertigten die Kampagne mit der Begründung, dass kommerzielle Liefernetzwerke Lieferketten und Komponenten für das russische Militär bereitstellen. Am 22. August 2026 veröffentlichte das ukrainische Verteidigungsministerium auf Telegram ein offizielles Update, das den strategischen Wechsel zwischen den Zielen nach Angriffen auf Versorgungseinrichtungen erläuterte.
Nachdem ukrainische Einheiten die 15 größten Logistikknotenpunkte von Wildberries getroffen haben, ist nun Ozon an der Reihe.
Ukrainische Einheiten verlagerten ihren Fokus unmittelbar nach den Angriffen auf Wildberries-Standorte auf Ozon und übten systematisch Druck auf alternative Frachtkorridore aus. Die Operationen zielen darauf ab, kommerzielle Netzwerke zu stören, die nach Angaben ukrainischer Verteidigungsbeamter in die breitere staatliche Logistik integriert sind.
Reaktion des Kremls und wirtschaftliche Maßnahmen
Die wiederholten Angriffe auf inländische Lieferketten lösten politische Reaktionen auf höchster Ebene in Russland aus. Am Mittwoch äußerte Russlands Präsident Wladimir Putin öffentlich seine Unterstützung für Wildberries und wies die russische Regierung an, Maßnahmen zum Wiederaufbau der durch ukrainische Drohnenangriffe zerstörten Lager zu entwerfen. Die Moskauer Behörden verurteilten die Angriffe offiziell als gezielte Angriffe auf zivile Infrastruktur. Die Drohnenkampagne findet mehr als vier Jahre nach Beginn der russischen groß angelegten Invasion der Ukraine statt, einem Konflikt, der Zehntausende Todesopfer gefordert und ganze Städte in der Region dem Erdboden gleichgemacht hat. Die russischen Behörden stehen nun vor der finanziellen Last, beschädigte Transit-Zentren zu reparieren und gleichzeitig Schwachstellen in der kommerziellen Logistik zu beheben.


